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3 Pflanzen, die du niemals am Zaun pflanzen solltest – sonst riskierst du ewigen Nachbarschaftsstreit

Lukács Kamilla5 Min. Lesezeit
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3 Pflanzen, die du niemals am Zaun pflanzen solltest – sonst riskierst du ewigen Nachbarschaftsstreit — Garten & Terrasse
In diesem Artikel

Es gibt Pflanzen, von denen erfahrene Gärtner regelrecht schlecht träumen. Nicht weil sie giftig oder gefährlich wären, sondern weil sie einfach nicht aufhören zu wachsen – und das wortwörtlich über jede Grundstücksgrenze hinaus. Was harmlos beginnt, kann schnell in einem jahrelangen, angespannten Verhältnis mit dem Nachbarn enden. Diese drei Kandidaten solltest du kennen, bevor du zur Schaufel greifst.

1. Bambus – der stille Grenzüberschreiter

Bambus gehört zu den wenigen Pflanzen, die eine asphaltierte Einfahrt buchstäblich aufsprengen können. Bei den sogenannten Laufbambus-Sorten breiten sich die unterirdischen Wurzelstöcke – die Rhizome – innerhalb weniger Jahre weit vom ursprünglichen Standort aus. Grundstücksgrenzen interessieren sie dabei herzlich wenig.

Bambus schmückt keinen Garten – er besetzt Territorium, Meter für Meter, lautlos und kaum umkehrbar.

Viele Gartenbesitzer bemerken das Problem erst, wenn im Gemüsebeet des Nachbarn plötzlich grüne Triebe aus dem Boden schießen, scheinbar aus dem Nichts. Ist Bambus erst einmal etabliert, ist die Beseitigung aufwendig, kostspielig und oft jahrelang ein Kampf gegen immer neue Austriebe.

Wer auf die dekorative Wirkung von Bambus nicht verzichten möchte, sollte auf Horstet-Sorten (nicht-kriechende Arten) setzen oder eine tief eingegrabene Rhizomsperre installieren – mindestens 60 bis 70 cm tief. Die meisten Nachbarschaftsstreitigkeiten entstehen genau dann, wenn diese Vorsichtsmaßnahme schlicht vergessen wurde.

2. Wilder Wein und Efeu – wenn Kletterpflanzen alte Risse weiten

Auf den ersten Blick wirkt es romantisch: Wilder Wein oder Efeu, der einen nüchternen Zaun oder eine alte Mauer in ein grünes Kunstwerk verwandelt. Laut Fachleuten schaden diese Kletterpflanzen einem intakten, gut verputzten Mauerwerk tatsächlich kaum – ihre Haftscheiben und Luftwurzeln greifen die Oberfläche nicht an, das Blätterdach schützt sogar vor Regen und starken Temperaturschwankungen.

Das Problem beginnt dort, wo der Putz ohnehin schon rissig oder bröckelig ist. Die verholzenden Triebe können solche Schwachstellen im Laufe der Zeit weiter aufdehnen und bestehende Schäden deutlich verschlimmern. Bei einer gemeinsamen Grundstücksmauer ist das besonders heikel: Der Schaden zeigt sich oft auf beiden Seiten, und es kann Jahre dauern, bis jemand bemerkt, dass die Ranken vom Nachbargrundstück das Problem verursacht haben.

Wer dann eines Tages an der Gartenpforte steht und erklären muss, warum die gemeinsame, eh schon rissige Mauer weiter verfallen ist – das ist kein Gespräch, das irgendjemand beim Morgenkaffee führen möchte.

3. Götterbaum – der Eindringling, der unter dem Gehweg wächst

Den Götterbaum (Ailanthus altissima) kennen viele vom Straßenrand, oft fälschlicherweise als „Essigbaum" bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um eine völlig andere, deutlich aggressivere Art. Wegen seines schnellen Wuchses und des exotisch wirkenden Laubs wurde er früher gern als Schattenspender gepflanzt – heute gilt er offiziell als invasive Art und bereitet Gartenbesitzern wie Behörden gleichermaßen Kopfzerbrechen.

Das eigentliche Problem liegt unter der Erde: Der Götterbaum bildet ein flaches, weitreichendes Wurzelnetz, das Wurzelausläufer bis zu fünf bis zehn Meter vom Stamm entfernt treiben kann – bei günstigen Bodenverhältnissen sogar bis zu 15 bis 20 Meter. Diese Ausläufer tauchen überall auf: im Rasen des Nachbarn, in gekiesten Einfahrten, in Pflasterritzen oder Terrassenfugen.

In Deutschland gibt es keine bundeseinheitliche Regelung, wie weit ein Baum von der Grundstücksgrenze entfernt sein muss – das regeln die Nachbarschaftsgesetze der einzelnen Bundesländer. Umso wichtiger ist eine gütliche Einigung zwischen den Nachbarn, bevor das Grün zur Rechtsfrage wird.

Reiner Abstand schützt beim Götterbaum kaum. Effektiver ist eine mindestens 60 bis 80 cm tiefe Wurzelsperre sowie das konsequente Entfernen aller Ausläufer, sobald sie erscheinen. Besonders tückisch: Auch nach dem Fällen des Baumes produziert das Wurzelsystem noch jahrelang neue Triebe. Viele Eigentümer greifen deshalb am Ende doch auf professionelle Hilfe zurück.

Das eigentliche Problem ist nicht die Pflanze – es ist die Planung

Alle drei Pflanzen können wunderschön sein. Richtig eingesetzt, mit Rhizomsperren, regelmäßigem Rückschnitt und gewissenhafter Mauerwerks-Pflege, lassen sie sich durchaus im Griff behalten. Die Schwierigkeit entsteht, wenn jemand sie direkt am Zaun pflanzt – in dem Glauben, das Holz oder Metall würde aufhalten, was sich unter der Erde längst in Bewegung gesetzt hat.

Wurzeln lesen keine Grundbücher. Und das Verhältnis zum Nachbarn übersteht selten unbeschadet den Moment, in dem klar wird, von wessen Garten das Problem ausging.

Welche Pflanzen darf ich am Zaun zum Nachbarn pflanzen?

Das hängt von den Abstandsregelungen des jeweiligen Bundeslandes ab. Generell gelten für Bäume und größere Sträucher Mindestabstände von 50 cm bis zu mehreren Metern zur Grundstücksgrenze. Im Zweifel lohnt sich ein Blick in das Nachbarschaftsgesetz des eigenen Bundeslandes oder ein kurzes Gespräch mit dem Nachbarn vorab.

Kann ich vom Nachbarn verlangen, Bambus oder Götterbaum zu entfernen?

Wenn Wurzeln oder Triebe auf dein Grundstück übergreifen und nachweislich Schäden verursachen, hast du grundsätzlich einen Anspruch darauf, dass der Nachbar Abhilfe schafft. In der Praxis ist eine freundliche Einigung jedoch schneller, günstiger und schonender für das Nachbarschaftsverhältnis als der Rechtsweg.

Sind Rhizomsperren wirklich wirksam gegen Bambus?

Eine hochwertige, mindestens 60 bis 70 cm tief eingegrabene HDPE-Rhizomsperre kann die Ausbreitung von Laufbambus zuverlässig verhindern – vorausgesetzt, sie wird fachgerecht installiert und regelmäßig kontrolliert. Eine billige oder zu flach verlegte Sperre ist dagegen kaum besser als gar keine.

Was tun, wenn der Götterbaum bereits Ausläufer ins Nachbargrundstück schickt?

Zunächst sollte man das offene Gespräch mit dem Nachbarn suchen und gemeinsam eine Lösung finden. Parallel dazu hilft nur konsequentes, regelmäßiges Entfernen der Ausläufer – am besten bevor sie verholzen. Bei starkem Befall ist ein Fachbetrieb für invasive Pflanzen die sicherste Option.

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