Mankeeping bedeutet, dass Frauen Männern übermäßig hinterherlaufen und sie umsorgen. Bist du dir sicher, dass du da nicht auch mitspielst?
Der Mankeeper
„Housekeeping“ heißt Haushaltsführung, mankeeping bedeutet dagegen, dass die Frau alles für ihren Partner regelt. In unserem Freundeskreis gibt es so eine typische Mankeeperin. Sie bringt regelmäßig ihren Freund zu unseren Treffen mit (warum eigentlich?), weil sie auch für sein Sozialleben zuständig ist. Natürlich kocht und backt sie für ihn, packt ihm jeden Tag das Mittagessen ein. Der Typ lebt – wie alle ihre Ex-Partner – wie ein kleiner König. Er muss nur an etwas denken, und sie springt sofort los, um es zu besorgen. Wir haben ihr schon hundertmal gesagt, dass das ungesund ist, aber sie hört nicht zu. Sie sagt, sie sei eben ein „fürsorglicher Typ“ und könne nichts dafür. Das Problem ist nur: Keiner ihrer Ex-Partner hat diese übertriebene Fürsorge jemals wirklich wertgeschätzt oder bedankt.
Arbeite nicht umsonst
„Mankeeping“ lässt sich am besten mit „Männerbetreuung“ übersetzen und bedeutet, dass die Frau im Beziehungsalltag dem Mann ständig hinterherläuft. Sie bedient ihn, umsorgt ihn, schiebt ihm alles unter den Hintern, weil sie ihn „so sehr liebt“. Aber lass uns eines klarstellen: Das ist keine Liebe, sondern unbezahlte Arbeit, getarnt als Fürsorge.

Sag einfach Bescheid
Ich habe mich mit einem Typen getroffen, der mir ständig sagte: „Sag einfach Bescheid“, weil er am Wochenende mit seinen Freunden trinken geht, am Tag davor der Hochzeitstag seiner Eltern ist und er an seine Arbeitserledigung am Monatsende erinnert werden muss. Ich schaute ihn nur verwirrt an und fragte mich, warum er das alles mir erzählt. Es stellte sich heraus, dass seine Ex-Freundin ihn immer an alles erinnert hat und er dachte, ich würde das auch tun. Ich sagte ihm aber klar: Sorry, ich bin weder dein Kalender noch deine Assistentin.
Ich helfe dir
Wenn du dir unsicher bist, ob du eine Mankeeperin bist, helfe ich dir: Du bist eine, wenn du die Arzttermine deines Partners organisierst, dich an den Geburtstag seiner Mutter erinnerst, seine Angelegenheiten regelst (Fahrten, Behördengänge), seine offiziellen E-Mails Korrektur liest, ihm vor Meetings Mut zusprichst, Konflikte für ihn klärst oder ihm sagst, was er vor Auseinandersetzungen sagen soll. Wenn du bei diesen Punkten „Ja“ sagst, herzlichen Glückwunsch: Du bist eine echte Mankeeperin.

Stellenbeschreibung
Als ich mich nach drei Jahren von meinem Ex trennte, warf er mir vor, ich könnte ihm eine Rechnung schicken, weil ich drei Jahre lang „umsonst“ bei ihm gewohnt hätte. Ohne mit der Wimper zu zucken, sagte ich ihm, er solle ausrechnen, wie viel ich für eine Wohnung zahlen müsste. Er schaute mich überrascht an, und ich erklärte ihm, dass ich drei Jahre lang Haushälterin, Putzfrau, Wäscherin, Köchin, persönliche Assistentin, Eventplanerin, Krisenmanagerin und Therapeutin war. Und so wie er für die Unterkunft nichts verlangt hat, habe ich für diese Aufgaben kein Geld verlangt. Das war meine letzte Beziehung, in der ich der Alleskönner war. Seitdem weiß ich, dass diese Rolle optional ist – und ich habe mich bewusst dagegen entschieden.
Deine Entscheidung
Jedes Mal, wenn du Verantwortung für etwas übernimmst, das eigentlich dein Partner tragen sollte, erziehst du ihn dazu, sich zurückzuentwickeln. Denn was du ihm einmal abnimmst, wird er von da an immer erwarten. Das habe ich selbst erlebt und mir geschworen, das nie wieder zuzulassen. Denn dafür habe ich nie Dankbarkeit bekommen, sondern nur Vorwürfe, wenn mal etwas liegen blieb. Eine Beziehung lebt von gemeinsamer Verantwortung – nicht davon, dass die Frau alles lenkt und stemmt, während der Mann nur „Anweisungen“ bekommt.
Erziehung
Mein Mann war auch so ein Typ. Seine Mutter und Ex-Freundinnen haben ihn verwöhnt, sodass er dachte, die Ordnung in seinem Leben sei immer Aufgabe seiner aktuellen Freundin. Alle Behördengänge, Hausarbeiten und emotionalen Lasten hat er an seine Partnerin ausgelagert, weil er es so gewohnt war. Dann kam ich ins Spiel – und er trat ins echte Leben ein, denn ich war keine Mankeeperin.
Mankeeping funktioniert nur, wenn die Frau bereit ist, diese Arbeit zu übernehmen. Am Anfang fand er es seltsam, dass ich nicht sofort für ihn einsprang – anders als seine Vorgängerinnen. Wenn ich mal eine Woche das Geschirr spülte oder die Wäsche machte, sagte ich ihm, dass er jetzt dran sei. Wir haben besprochen, wer was übernimmt. Anfangs stolperte er noch, aber ich habe nie etwas für ihn erledigt, sondern nur geholfen, zum Beispiel indem ich ihm zeigte, wie man eine Waschmaschine startet. Da er ein vernünftiger, anständiger Mann ist, war er nicht sauer oder rebellisch, sondern verstand, dass er bisher verwöhnt wurde und dass das, wie wir zusammenleben, normal ist.











