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Freigeister und lässige Schnitte: Die Mode der 20er Jahre feiert ihr Comeback

Farkas Margaréta3 Min. Lesezeit
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Freigeister und lässige Schnitte: Die Mode der 20er Jahre feiert ihr Comeback — Mode
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Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Mode der 1920er Jahre, besonders nach 1925 in den sogenannten „Roaring Twenties“, den Beginn der gesellschaftlichen Befreiung der Frauen symbolisierte. Lockerere Silhouetten und moderne Materialien wie Jersey oder Viskose-Strumpfhosen erschienen zeitgleich mit dem Erringen des Frauenwahlrechts.

In diesem Jahrzehnt trugen Frauen zum ersten Mal lässigere Kleidung, die ihre Gliedmaßen sichtbar machte. Boyish Silhouetten lösten die taillierten, ausgestellten Schnitte ab. Der beliebte, schlauchförmige „La Garçonne“-Look mit Hut wurde zum typischen Outfit der Zeit – nicht zuletzt dank Coco Chanel, die diesen Stil populär machte und zu einer der berühmtesten Designerinnen der Epoche avancierte.

Sportkleidung und Alltagsmode wurden ebenfalls beliebt. Während Sportkleidung lange Zeit als Männerdomäne galt, übernahmen Frauen bequeme Teile, inspiriert von Designern wie Jane Regny und Jean Patou, die sich vom Tennisstil inspirieren ließen. Für den Abend wurden Cocktailkleider angesagt, die schlichte Tageskleider mit edlen Stoffen wie Samt, Fransen und Mustern aus dem Surrealismus oder Art Deco kombinierten.

Flapper-Stil

Die Mode der 1920er ist untrennbar mit den glanzvollen und opulenten Darstellungen aus „Der große Gatsby“ verbunden. Der Begriff „Jazz Age“ wurde von F. Scott Fitzgerald geprägt und beschreibt die Zeit, in der Jazzmusik, mit afroamerikanischen Wurzeln, zur Jugendmusik wurde. Der dazugehörige Tanz, der Charleston, löste den Walzer ab. Sein lebhafter Rhythmus verlangte schnelle Bewegungen und winkende Arme – daher der Name „Flapper“. Die Kleider passten sich der freien Bewegung an: kürzere Säume und oft Perlenfransen, die beim Tanzen mitschwingen.

La Garçonne

Nachdem Frauen buchstäblich die Ärmel hochgekrempelt und mit ihrem Beitrag die Wirtschaft unterstützt hatten, kehrten sie nicht zu den steifen (und oft einengenden) viktorianischen Stilen zurück. Es entstand der maskulinere „La Garçonne“-Look mit geraden, weiten Schnitten, die Brust und Hüfte kaschierten. Coco Chanel führte diesen Trend an, ebenso wie der junge französische Designer Jean Patou, der luxuriöse Pullover-Rock-Sets aus feinem Wolljersey, Morgenkleider und Sportmode populär machte.

Elsa Schiaparelli, die Königin des Surrealismus in der Mode, griff die praktische, funktionale Kunst des Art Deco auf. So entstanden Kollektionen mit geometrischen Mustern, klaren Linien und vergoldeten Details.

Cloche und Bob

Die Hutmacherin Caroline Reboux machte 1908 den kleinen, abgerundeten Cloche-Hut populär, dessen Name vom französischen Wort für „Glocke" stammt und untrennbar mit dem Bob-Haarschnitt verbunden ist. Dieser radikale Bob, den auch Coco Chanel trug, wurde anfangs von konservativen Familienmitgliedern scharf kritisiert, bevor er in den 1920ern zum Standard wurde.

Das kleine Schwarze

Eine weitere bedeutende Innovation von Coco Chanel war das kleine Schwarze. Vorher war Schwarz vor allem mit Trauer verbunden und galt nicht als schicke Abendmode. Doch Chanels kleines Schwarzes von 1926 war modern und zeitlos. Dank seines schmeichelhaften Schnitts und universellen Charmes wurde es schnell zum unverzichtbaren Klassiker im Kleiderschrank jeder Frau und legte den Grundstein für seinen Status als Modeikone.

Heute noch ein Trendsetter

Die lässigen Linien und mutigen Details der 1920er sind heute wieder in Mode. Kleider mit niedriger Taille sind auf der Straße und auf Laufstegen gleichermaßen beliebt. Flapper-typische Perlenfransen und zarte Spitzeneinsätze zieren Abendkleider, während übergroße Glockenhüte als Accessoires zurückkehren. Chanels Erbe lebt in bequemen, elastischen Strickstoffen weiter, die auch heute noch Basics sind. Und das kleine Schwarze bleibt unverzichtbar – jede Saison neu interpretiert und veredelt. So inspiriert der freie Geist der 20er Jahre auch heute noch unsere Modewelt.

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