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Friseure sind sich einig: Der Seitenscheitel ist zurück – und er steht fast allen besser

Farkas Margaréta3 Min. Lesezeit
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Friseure sind sich einig: Der Seitenscheitel ist zurück – und er steht fast allen besser — Haare

Es gab eine Zeit, da galt der Seitenscheitel als hoffnungslos uncool. Die TikTok-Generation hatte entschieden: Mittelscheitel oder gar nichts. Wer es wagte, zu widersprechen, riskierte einen schiefen Blick. Doch jetzt dreht sich das Blatt – und zwar leiser, als man erwarten würde.

Der Seitenscheitel hatte ein Imageproblem. Er galt als spießig, als „Mama-Frisur", als Zeichen dafür, dass man den Anschluss verloren hat. Manche haben sich tatsächlich davon überzeugen lassen, dass sie mit Mittelscheitel besser aussehen. Jetzt stellt sich heraus: Das stimmte nicht unbedingt. Friseure berichten, dass ihre Kundinnen den Seitenscheitel still und leise zurückfordern – zögerlich, fast beiläufig, während sie sich in den Stuhl setzen. „Können wir den Scheitel lieber zur Seite legen?" Mit diesem einen Satz verabschieden sich viele, fast unmerklich, von einem ganzen Modekapitel.

Dabei ist es wenig überraschend, wenn man genauer hinschaut. Der Mittelscheitel kam wie jeder andere Trend: frisch, selbstbewusst, mit dem Versprechen von etwas Neuem. Eine Weile lang stand er tatsächlich für etwas – für Lässigkeit, für den Eigensinn einer Generation, für das Gefühl, selbst zu entscheiden, was gilt. Aber wenn plötzlich alle gleich aussehen – in der Werbung, in Serien, an der Supermarktkasse – dann ist das keine Rebellion mehr. Dann ist es einfach eine Frisur. Eine sehr verbreitete Frisur.

Warum der Seitenscheitel fast jedem besser steht

Der Seitenscheitel bietet etwas, das man selten bewusst benennt – aber sofort im Spiegel spürt. Er macht etwas mit dem Gesicht, das sich nicht nach Schema F anfühlt. Denn unser Gesicht ist fast nie symmetrisch, und das ist absolut kein Makel. Es ist genau das, was uns menschlich und unverwechselbar macht. Der Mittelscheitel kann mit dieser natürlichen Asymmetrie oft wenig anfangen – er betont sie manchmal sogar dort, wo wir sie lieber kaschieren würden. Der Seitenscheitel hingegen rahmt ein, balanciert aus, macht weicher.

Kein Wunder also, dass er jahrzehntelang in den meisten Friseursalons Standard war. Nicht weil niemand experimentieren wollte, sondern weil er schlicht den meisten Gesichtsformen schmeichelt. Das ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Geometrie. Natürlich gab es ein paar Jahre, in denen man das besser nicht laut sagte. Wer es trotzdem tat, bekam schnell zu hören, wie „retro" das klinge – und nicht im positiven Sinne. Mode kann da gnadenlos sein, wenn sie aus einer schlichten Haarlinie eine Art Identitätsfrage macht. Man würde denken, es spielt keine große Rolle, wo der Scheitel sitzt. Doch es spielt eine. Es hat immer eine gespielt.

Heute dürfen Friseure endlich wieder sagen, was sie wirklich denken: dass nicht jedes Gesicht für den Mittelscheitel gemacht ist. Dass das keine Kritik ist, sondern Berufserfahrung. Und die Kundinnen nicken – mit diesem Nicken, das bedeutet: Ja, ich hab's auch gespürt, ich hab mich nur nicht getraut, es anzusprechen.

Eine Frage beim nächsten Friseurbesuch, die alles verändern kann

Wer seit Jahren mit Mittelscheitel durch die Welt geht und sich dabei nie ganz wohl gefühlt hat, dem sei gesagt: Es braucht keinen besonderen Anlass und keine große Entscheidung. Bitte deinen Friseur einfach, dir zu zeigen, wie es mit Seitenscheitel aussieht.

Viele beschreiben in diesem Moment ein merkwürdiges Gefühl – aber nicht, weil es schlecht aussieht. Ganz im Gegenteil: weil es vertraut wirkt. Weil es näher dran ist an dem Bild, das sie von sich selbst kennen. Vielleicht ändert sich nichts. Aber vielleicht merkst du auch, dass du jahrelang eine Frisur getragen hast, die nie wirklich deine war – die einfach gerade im Trend lag.

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