Nicht jeder alleinstehende Mann wird zum verbitterten, frauenfeindlichen „Incel“ – oder doch...?
Danke, es reicht
Ich weiß, ich weiß: „Warum bin ich überhaupt hingegangen?“, aber ich bin nun mal ein romantischer Typ. In meinen Zwanzigern und Dreißigern hatte ich vier Ehen. Jedes Mal habe ich ewige Treue versprochen – fest überzeugt, dass es für immer hält. Doch alle scheiterten, und jede Scheidung hat mich ein Stück mitgenommen. Die letzte war vor zwei Jahren. Jetzt bin ich 44 und habe keine Lust mehr auf eine neue Beziehung. Es reicht, ich bin fertig damit. Ich sehe es nicht mehr tragisch, allein alt zu werden. Überraschenderweise macht mich das sogar glücklicher.
Warum überhaupt?
Neulich sprach ich mit meinem 70-jährigen Vater darüber, wie schwer es in den 80ern war, als alleinstehender Mann klarzukommen. Heute ist das viel einfacher: Unzählige kostenlose Pornos online, eine Prostituierte ist diskret und bezahlbar erreichbar, Essen kann man bestellen, und eine Haushaltshilfe ist schnell engagiert. Mein Vater stimmt mir zu: Es gibt keinen Grund mehr, sich eine streitsüchtige Ehefrau anzutun, die vielleicht nicht kochen kann und kaum Lust auf Sex hat.

Nicht mal mit der Pistole
Ich hatte drei längere Beziehungen, ganz normal. Mit 41 stürzte ich mich ins Online-Dating und suchte vier Jahre lang vergeblich nach einer Partnerin. Diese Zeit hat mich ausgebrannt – so sehr, dass ich heute keine Beziehung mehr will. Alle lügen, spielen Rollen, haben mehrere Eisen im Feuer, sehen nicht aus wie auf den Fotos und wollen nur Geld. Ich habe genug. Selbst wenn man mir eine Pistole an den Kopf halten würde, würde ich nie wieder auf ein Date gehen.
Ausgebrannt
Jahre lang habe ich es versucht: Barbershop, Fitnessstudio, sauberes Auto, ordentliche Wohnung, vor jedem Treffen geduscht und gut riechend erschienen. Ich habe umworben, Komplimente gemacht, witzige Nachrichten geschrieben, gute Restaurants ausgesucht und spannende Aktivitäten geplant. Ergebnis? Null. Meine Erfahrungen teile ich in fünf Kategorien: Keine Chemie: Passt einfach nicht. Null Einsatz: Wir treffen uns seit Wochen, schreiben, aber nichts passiert, und wenn ich nicht schreibe, meldet sie sich nicht. Ghosting: Keine Worte nötig, wenn sie nicht mal eine kurze Absage hinkriegt. Golddigger: Wenn sie alles über Job, Einkommen, Wohnung, Auto und Urlaub wissen will. Ziel- und planlos: Keine Arbeit, keine Ziele, keine Pläne – einfach nur treiben lassen. Kurz gesagt: Ich habe aufgehört. Wenn jemand organisch in mein Leben tritt, freue ich mich, aber ich jage keiner Frau mehr hinterher.
Zuhören
Das Dating fühlt sich an wie ein nervenaufreibendes Vorstellungsgespräch, bei dem ich gleichzeitig Therapeut, Ernährer, Seelenstütze, Eventplaner, Ritter und Sexgott sein soll – und zurückkommt nur Leere und Desinteresse. Frauen wissen, dass sie die Karten in der Hand halten, und nutzen das aus. Sie wählen aus wie verwöhnte Kinder im Süßigkeitenladen. Es ist ernüchternd, wenn sie mehr daran interessiert sind, das Essen zu fotografieren und das Restaurant zu taggen, als mit mir zu reden. Ich war ausgelaugt vom ständigen Bemühen, zu gefallen. Seit ich die Beziehung losgelassen habe, bin ich viel ausgeglichener. Ich habe eine Freundschaft mit Extras, die einmal die Woche vorbeischaut – das hält mich auf dem Boden, aber ich will nichts Ernstes mehr.











