Und nein: Mit Geld hat das Ganze überhaupt nichts zu tun.
Viele Frauen erzählen inzwischen offen, warum sie sich bewusst gegen gleichaltrige Männer entscheiden. Die Beobachtungen sind erstaunlich ähnlich – und sie treffen einen Nerv. Hier ist eine dieser ehrlichen Innenansichten.
Wen betrifft das überhaupt?
Mir ist etwas aufgefallen: Wenn heute über die viel zitierte „Einsamkeitsepidemie unter Männern“ gesprochen wird, denken alle sofort an die Zwanzigjährigen. Klar, sie sind am stärksten betroffen.
An die 30- bis 40-Jährigen denkt dagegen kaum jemand – auch deshalb, weil junge Frauen sich eher für sie entscheiden. Meine Schwester hat es genauso gemacht, und ich verstehe sie vollkommen. Ihre gleichaltrigen Freunde in den Zwanzigern benahmen sich wie verzogene, egoistische Kinder. Irgendwann hatte sie einfach genug.
Ein zerbrechliches Ego
Ich verdiene gut, ich bin erfolgreich in meinem Job – und genau das macht die Männer in meinem Alter neidisch. Es schreckt sie ab, wenn eine Frau mehr erreicht hat als sie selbst.
Ältere Männer dagegen haben eine gefestigte Persönlichkeit. Sie fühlen sich von meinem Erfolg nicht bedroht, sondern erkennen ihn an.
Null Respekt
Ich weiß nicht, ob das der Effekt von Andrew Tate und dem ganzen Manosphere-Unsinn ist, aber ich habe das Gefühl, dass viele junge Männer Frauen regelrecht verachten. Sie sind nicht zuvorkommend, nicht hilfsbereit und zeigen an jeder Ecke null Respekt gegenüber Frauen.
Und in jeder von uns wittern sie eine „Goldgräberin“ – was besonders absurd ist, weil die meisten von ihnen selbst keinen Cent haben.
Zwei völlig verschiedene Welten
Ich bin auf die ältere Generation „umgestiegen“, weil ich mit den „Jungen“, also den Zwanzigjährigen, schlicht keine Berührungspunkte mehr hatte. Ich habe Ziele, für die ich hart arbeite, Pläne für die Zukunft, eine Richtung.
Diese Typen dagegen hängen einfach in der Luft. Keine ernsthaften Absichten, kein Antrieb. Party, Dating, PlayStation – damit erschöpft sich ihr ganzes Leben. Diese Phase hatte ich mit zwanzig längst abgeschlossen.
Der „Hauptgewinn“
Ich brauche niemandes Geld, darum geht es überhaupt nicht. Meiner Erfahrung nach halten sich Männer in den Zwanzigern für eine Art Hauptgewinn – selbst die, die sich kaum Mühe geben oder nicht besonders gut aussehen.
Sie glauben allen Ernstes: Wenn sie einen Job und ein Mindestmaß an Hygiene haben, müsste ich vor Begeisterung dahinschmelzen. Und wer dann auch noch halbwegs gut aussieht und sich pflegt, ist überzeugt, ein Supermodel zu verdienen, das ihn anhimmelt.
Ich weiß nicht, woher diese Haltung kommt, aber sie hat mir jede Lust genommen, Männer unter 40 überhaupt noch kennenzulernen.
Kein echtes Interesse
Was mir am meisten gereicht hat: das Gefühl, diese Typen interessieren sich gar nicht wirklich für mich. Sie wollten mich nicht kennenlernen, keine ernsten Gespräche führen – nur locker abhängen, in der Hoffnung, mich möglichst schnell ins Bett zu bekommen.
Mit Männern der älteren Generation kann ich dagegen reife, intelligente Gespräche führen. Bei ihnen habe ich nicht das Gefühl, dass sie nur darauf warten, dass ich „nachgebe“. Sie stellen Fragen, erinnern sich beim nächsten Treffen an meine Antworten und genießen meine Gesellschaft.
Traurig, dass so etwas Grundlegendes heute schon als angenehme Überraschung gilt, oder?
Endloses Jammern
Womit ich außerdem nicht mehr konnte: das ständige Gejammer. Was ist eigentlich mit den Männern in meinem Alter los, dass sie sich pausenlos beschweren?
Ja, alles ist teuer, ja, wir sollten mehr verdienen – so ist es eben. Aber es wird nicht besser, wenn du mir stundenlang etwas vorjammerst. Es ist einfach nur zermürbend, ihnen zuzuhören.
Aufwand? Fehlanzeige
Junge Männer strengen sich nicht an. Sie planen keine kreativen Dates, sie flirten nicht, sie geben mir nicht das Gefühl, wichtig zu sein – kurz: Sie stecken keinerlei Mühe ins Kennenlernen. (Und in die Beziehung später auch nicht.) Sie sind einfach da, und ich soll bitte dankbar dafür sein.
Beeindrucken wollen sie mich gelinde gesagt nicht: Sie werfen mir ein lapidares „Na, was geht?“ hin, laden mich zu nichts ein (weil „Feminismus!“) und schlagen als Programm vor, dass ich doch einfach zu ihnen hochkommen soll. Sorry, aber dafür gebe ich mein Singleleben ganz sicher nicht auf.
Seit ich die Altersgrenze bei Tinder auf 45 hochgesetzt habe, war ich auf echten, gehaltvollen Dates. Denn diese Männer bemühen sich – sie wissen, dass eine Beziehung Zeit und Energie kostet. Restaurant, Ausstellung, Konzert: zu solchen Orten laden sie mich ein.
Und nein, auch das hat nichts mit Geld zu tun. Ich mache genauso gern ein Picknick im Park, eine Stadttour oder eine Wanderung – all das kostet keinen Cent. Es geht um die Haltung, nicht darum, wie teuer das Date ist.
Warum wählen junge Frauen zunehmend ältere Männer?
Weil sie sich bei älteren Partnern respektiert und wahrgenommen fühlen. Diese Männer haben eine gefestigte Persönlichkeit, führen echte Gespräche und fühlen sich vom Erfolg einer Frau nicht bedroht.
Geht es dabei wirklich ums Geld?
Nein. Wie im Artikel mehrfach betont wird, spielt Geld keine Rolle. Ein Picknick oder eine Wanderung kostet nichts – entscheidend ist die Haltung und das echte Interesse, nicht der Preis des Dates.
Was stört junge Frauen an gleichaltrigen Männern am meisten?
Das fehlende Interesse, das ständige Jammern und die Erwartungshaltung, ohne Aufwand attraktiv zu sein. Viele haben das Gefühl, dass sich gleichaltrige Männer für einen „Hauptgewinn“ halten, ohne sich anzustrengen.
Warum wirken ältere Männer als Partner attraktiver?
Sie investieren Zeit und Mühe ins Kennenlernen, planen durchdachte Dates und erinnern sich an das, was ihr Gegenüber sagt. Diese Wertschätzung macht den Unterschied.











