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Macht Künstliche Intelligenz wirklich dumm? Neue Studien zeigen, dass da etwas Wahres dran ist

Szabó Erzsébet4 Min. Lesezeit
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Macht Künstliche Intelligenz wirklich dumm? Neue Studien zeigen, dass da etwas Wahres dran ist — Freizeit
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Ich denke in letzter Zeit viel darüber nach, wohin sich die Welt entwickelt und ob wir mit dieser unfassbar schnellen technologischen Entwicklung Schritt halten können.

In unserer Kindheit war es noch ganz normal, eine Woche zum Balaton ins Ferienlager zu fahren und erst am Sonntagabend, wenn wir todmüde nach Hause kamen, etwas von unseren Eltern zu hören. Anrufen? Das kam uns gar nicht in den Sinn – und ihnen wohl auch nicht.

Heute sagt uns die Künstliche Intelligenz nach zwei Klicks, was wir aus dem, was wir zu Hause haben, kochen können, schreibt höfliche E-Mails für uns und löst die Mathehausaufgaben der Kinder. Aber tut uns das wirklich gut?

Ich habe keine Angst vor Künstlicher Intelligenz. Ich sehe sie eher als Werkzeug, das viele Chancen bietet. Sie kann unser Leben leichter machen und helfen, das Chaos zu ordnen. Gleichzeitig frage ich mich, wie sehr wir körperlich, geistig und seelisch „bequem“ werden, wenn wir immer mehr Routineaufgaben abgeben… Führt das zu einer besseren Gesellschaft mit mehr Zeit und Energie für uns selbst – oder genau zum Gegenteil?

Wenn die Maschine für uns denkt

Eine aktuelle Studie des Massachusetts Institute of Technology hat genau das untersucht. Die Forscher wollten wissen, was mit uns passiert, wenn wir beim Schreiben, Lernen oder Entscheiden regelmäßig Künstliche Intelligenz nutzen. In der Studie Your Brain on ChatGPT wurden 54 Studierende in drei Gruppen eingeteilt: eine arbeitete nur mit eigenem Wissen, eine durfte Suchmaschinen verwenden und eine nutzte KI.

Die Aufgabe war für alle gleich: Essays schreiben.

Die Forscher beobachteten die Studierenden mit EEG, und das Ergebnis war eindeutig. Die KI-Nutzer zeigten deutlich weniger neuronale Aktivität – besonders in Hirnregionen, die für Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung zuständig sind. Je mehr Aufgaben sie an die KI abgaben, desto weniger geistig präsent waren sie bei der Arbeit. Später fiel vielen sogar das Erinnern an den eigenen Essay schwer.

Wenig überraschend waren die mit KI verfassten Texte weniger originell. Sie wirkten homogener als die selbst geschriebenen Arbeiten. Und die Gefühle der Teilnehmenden nach der Abgabe waren gemischt: Einige waren stolz, andere fühlten sich, als könnten sie nicht wirklich stolz auf ihre Leistung sein. Diese „Autor:innen-Identitätskrise“ kann langfristig das Selbstvertrauen und die Freude am Schaffen beeinträchtigen – also das Gefühl, wirklich etwas Eigenes geschaffen zu haben.

Was wir nicht mit Geld, sondern geistig bezahlen

Die Forscher nennen dieses Phänomen „kognitive Verschuldung“. Das bedeutet: Wenn wir zu oft andere – in diesem Fall einen Algorithmus – für uns denken lassen, verlernen wir das selbst. Kreativität nimmt ab, kritisches Denken wird schwächer, weil unser Gehirn weniger stimuliert wird und die aufgebauten neuronalen Verbindungen sich abbauen. Es ist wie bei einem Muskel, den man zu selten benutzt: Er schrumpft sichtbar.

Die Forscher wissen aber auch, dass man den Fortschritt der Technik nicht aufhalten kann – und das muss man auch nicht. Wir müssen lernen, bewusst mit ihr zusammenzuarbeiten. Zum Beispiel die KI zum Brainstormen und schnellen Skizzieren nutzen, aber die eigentliche Arbeit – Interpretation, Überarbeitung, Gestaltung – selbst machen. So trainieren wir unser Gehirn, beschleunigen Abläufe und schaffen kreativere Inhalte.

Jedes Werkzeug ist nur so viel wert, wie die Achtsamkeit, mit der wir es nutzen

Wenn wir in jeder Situation das Denken der KI überlassen, wird unser eigenes Denken unmerklich flacher. Es geht nicht darum, komplett dümmer zu werden, aber wir trainieren das wertvollste, was wir haben – unser Gehirn – einfach weniger.

Es ist verlockend, dass KI immer mehr für uns erledigt. Doch gerade die schwierigen, zum Nachdenken anregenden Aufgaben bringen uns weiter – sie lehren uns am meisten über uns selbst und fördern unsere innere Welt. Die Frage ist also nicht, ob wir durch KI schlauer oder dümmer werden, sondern ob wir einen Weg finden, sie nicht statt uns, sondern mit uns arbeiten zu lassen – und so neue Horizonte zu eröffnen.

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