Es ist etwas ganz Besonderes, wenn die eigene Bucket List fast nur aus Auslandszielen besteht, man aber immer wieder in der Heimat unterwegs ist – und nichts anderes vermisst. Genau das ist mir passiert.
Als Kind bin ich oft mit meiner Familie gewandert. Damals habe ich nicht verstanden, warum wir nicht weiter weg, an „spannendere“ Orte reisen. Heute erinnere ich mich mit ganz viel Liebe genau an diese gemeinsamen Touren zurück. Und obwohl ich als Erwachsene einige wirklich traumhafte Gegenden im Ausland kennenlernen durfte, zieht es mich immer wieder zurück. Vielleicht ist es die Nostalgie, vielleicht die Ruhe der heimischen Landschaft – ich habe Ungarn neu für mich entdeckt. Und seitdem bestätigt sich immer wieder: Man muss nicht unbedingt ins Ausland fahren, um aufzutanken.
Schätze jenseits des Trubels
Seit einiger Zeit suche ich bewusst Orte, an denen ich den Touristenmassen entkommen kann. Balaton und Mátra sind wunderschön, aber ich liebe die ruhigeren, weniger bekannten Pfade, wo ich wirklich mich selbst und die Natur spüren kann.
Der Kőszeg-Gebirgszug überrascht mich fast zu jeder Jahreszeit mit Neuem. Viele wandern nur die bekanntesten Routen, doch auf den weniger begangenen Wegen entdecke ich immer wieder etwas Besonderes – eine alte, moosbedeckte Raststelle oder einfach eine stille Bank, von der aus ich stundenlang in die Ferne schauen könnte.
Genauso ist die Őrség für mich ein echter Seelenort. Ich liebe die kleinen Höfe, wo die Besitzer Marmelade, Käse und Kürbiskernöl selbst herstellen – und nicht nur verkaufen wollen, sondern gerne ihre Geschichten dazu teilen. Diese Gespräche schenken oft mehr als jede Führung.
Bäder, über die kaum jemand spricht
Viele vergessen, wie viele Heilbäder und Wellnessangebote es im Land gibt – nicht nur in Hévíz oder Miskolctapolca. Ich suche gezielt nach kleineren, weniger bekannten Bädern, die das ganze Jahr geöffnet sind. Oft sind es gerade diese versteckten Orte, die die Intimität bieten, die ich mir für ein Wellness-Wochenende wünsche. Solche verborgenen Schätze gibt es reichlich in Zala, im Komitat Vas und sogar rund um Budapest.
Ich liebe Burgen
Für mich ist eine Burgruine nicht nur ein altes Gebäude – sie ist wie eine Zeitreise. Sie haben diese besondere Atmosphäre, die einen für einen Moment aus dem Hier und Jetzt entführt. Die Burg Somló liegt mir besonders am Herzen, nicht nur, weil sie relativ nah bei uns ist.
Die sanften Hügel, die Weinberge und die ganze Stimmung dort verzaubern mich. Oben angekommen bleibe ich immer kurz stehen – schaue in die Landschaft, lausche dem Wind und spüre, wie alles in mir langsamer wird. Diese stillen Momente sind für mich echte Energiequellen. Dann brauche ich nichts weiter – nur die Natur, die Aussicht und diese besondere Stimmung, die mich immer wieder dorthin zurückruft.
Perfekt fürs Wandern
Oft höre ich: „Was soll ich hier machen, wenn ich nicht der große Wanderer bin?“ Und dann sage ich immer: Man muss keinen Berg erklimmen, um ein Erlebnis zu haben. Wichtig ist, ein Ziel zu wählen, das wirklich zu einem passt.
Wenn du Komfort magst, findest du ländliche Unterkünfte, in denen du die Nähe zur Natur auch beim Entspannen genießen kannst. Wenn dich aktive Erholung erfüllt, warten Wanderwege, Aussichtspunkte und Wälder in Hülle und Fülle – oft nur ein paar Autostunden von der Hauptstadt entfernt.
Ich kenne zum Beispiel rund um Budapest viele Wanderziele, an denen ich kaum anderen begegne. Solche kleinen Juwelen sind die weniger bekannten Teile des Pilis (wir haben zuletzt den Teve-Felsen und eine Nachbildung der Burg Eger besucht, geplant ist auch der ruhigere Kevély-Sattel), oder die Gegend um das Zsámbék-Becken (mein persönlicher Favorit ist die Ruine der Zsámbék-Kirche), aber auch das Budapester Gebirge bietet versteckte Pfade (ich mag besonders die Wege am Hárs-Berg, die die Hauptwanderwege umgehen und durch ruhige Waldgebiete führen).
Auch Reisen in der Heimat haben ihren Zauber
Für mich ist eine Reise in die Heimat immer etwas langsamer, persönlicher und vertrauter. Ich glaube, viele vergessen, dass ein Urlaub nicht davon unvergesslich wird, wie weit man gereist ist, sondern wie gut man abschalten, zur Ruhe kommen und neue Erfahrungen sammeln konnte. Und wenn wir das an einem kleinen Dorf am Rand, an einem versteckten Seeufer oder am Fuß einer alten Burgruine finden – dann kehren wir wirklich aufgeladen zurück.
Man muss nicht ins Ausland fahren, um sich wohlzufühlen. Manchmal reicht es, sich umzuschauen – und neu zu entdecken, was schon hier um uns herum ist. Und wer weiß – vielleicht wartet das nächste große Erlebnis genau am Ende eines kaum eingezeichneten Pfades auf der Landkarte.











