Wie sieht eigentlich eine gesunde Ehe aus? Viele wissen es nicht, weil sie noch keine erlebt haben.
Veränderung
Jeder verändert sich, niemand bleibt der Mensch, der er in jungen Jahren war. Mein Mann und ich haben uns mit 27 kennengelernt. Er war ein selbstbewusster Typ mit Waschbrettbauch, der in Anzügen von einem Geschäftstermin zum nächsten eilte. Ich war das naive, behütete Mädchen, das es allen recht machen wollte – natürlich auch ihm.
Zwanzig Jahre sind vergangen, und aus meinem Mann wurde ein gemütlicher Typ mit Bauch, dessen Hobby die Gartenarbeit ist und dessen Gemüsebeet sein ganzer Stolz. Ich habe vor einigen Jahren mit Fitness angefangen, trage immer kürzere Röcke und lasse mich heute von niemandem mehr verunsichern. Wichtig ist, dass wir die Veränderungen des anderen akzeptiert haben und gemeinsam gewachsen sind. Du kannst nicht erwarten, dass dein Partner derselbe bleibt, in den du dich vor vielen Jahren verliebt hast.
Im Gleichgewicht
Ich war schon in Beziehungen, in denen der Partner an mir klebte und mir kaum Luft zum Atmen ließ – und auch in solchen, in denen kaum Treffen stattfanden. In meiner Ehe habe ich von Anfang an klargemacht, dass ich viel Zeit zu zweit brauche. Gleichzeitig können wir nach der rosaroten Anfangsphase nicht mehr der einzige Fokus im Leben des anderen sein. Zum Glück sieht mein Mann das genauso, und dieses Gleichgewicht funktioniert bis heute wunderbar.
Wir gönnen uns Zeit für Hobbys, Freunde und Arbeit, aber vernachlässigen nicht die Dates, gemeinsamen Reisen und vor allem die wertvolle Zeit zu zweit.
Entscheidungsfindung
Kürzlich hat sich ein befreundetes Paar getrennt, weil die Frau ohne Rücksprache mit ihrem Mann einen Job im Ausland angenommen hat. Er wollte sein Leben hier nicht aufgeben, sie blieb nicht – so trennten sich ihre Wege. Ich treffe solche wichtigen Entscheidungen nie ohne Rücksprache mit meiner Frau. Wir haben unser Leben verbunden und können nur gemeinsam in eine Richtung gehen.

Respekt
Gegenseitige Verletzungen sind unter keinen Umständen akzeptabel. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der meine Eltern sich ständig gestritten und sich mit verletzenden Worten angegriffen haben. Sie haben sich mit erniedrigenden Bezeichnungen bedacht, gedroht und gezielt dort getroffen, wo es am meisten weh tat – nicht nur zu Hause, sondern auch vor anderen. Sie haben sich oft vor Publikum gedemütigt.
Ich habe mir geschworen, dass ich, wenn ich einmal verheiratet bin, nie so sprechen werde und es auch nicht zulassen werde, dass meine Frau so mit mir umgeht. Seit 15 Jahren bin ich verheiratet und auch wenn wir streiten, geben wir uns immer den grundlegenden Respekt.
Das Kind
Mein Mann und ich lieben unsere Kinder sehr, sie haben in unserem Leben Priorität. Doch unsere Beziehung dreht sich nicht nur um sie, sondern um uns beide. Viele Bekannte verlieren sich, weil sie sich zu sehr auf das Kind fokussieren – meistens ist das ein Fehler der Frauen.
In der Babyzeit ist es klar, dass Mutter und Kind viel zusammen sind, zum Beispiel wegen des Stillens. Aber es ist realistisch, dass die Eltern schon wenige Monate nach der Geburt mindestens einmal im Monat ausgehen. Mit wachsendem Kind kann man das auf alle zwei Wochen und schließlich auf wöchentliche Dates steigern. So haben wir es gemacht – und die Romantik am Leben gehalten. Und noch etwas: Das ist keine Selbstsucht, sondern dient auch dem Wohl des Kindes. Glückliche Eltern haben glückliche Kinder.











