Bien Logo

Studie bestätigt: Wir sind nachsichtiger mit der Anzahl früherer Partner, als wir dachten

Elisabeth Müller3 Min. Lesezeit
Teilen:
Studie bestätigt: Wir sind nachsichtiger mit der Anzahl früherer Partner, als wir dachten — Beziehung
In diesem Artikel

So sehr wir auch glauben – und betonen –, dass wir im „Hier und Jetzt“ leben, sitzt die Vergangenheit beim Dating oft noch mit am Tisch.

Sie ist nicht laut präsent, stellt keine Forderungen oder klopft an, sondern versteckt sich eher hinter schüchternen Fragen, unvollendeten Sätzen und diesem schwer greifbaren „Warum gerade so viele?“-Gefühl. Doch eine aktuelle internationale Studie zeigt: wir gehen viel nuancierter mit der sexuellen Vergangenheit unseres Gegenübers um, als wir dachten!

Warum ist die Anzahl der Partner überhaupt ein Thema?

Historisch bedeutete Sex nicht nur Intimität, sondern auch Risiken: Krankheiten, existenzielle Unsicherheit und gesellschaftliche Stigmatisierung, die bis zum Ausschluss reichen konnte. Heute haben wir ganz andere Mittel und Möglichkeiten zur Verhütung und Familienplanung, doch diese alten Reflexe sind in langfristigen Beziehungen nicht spurlos verschwunden.

Eine niedrige Partnerzahl wird bei vielen immer noch mit Zuverlässigkeit, „richtigen“ Werten und emotionaler Stabilität verbunden – und natürlich gilt das Gegenteil auch, obwohl wir wissen, dass die Realität viel komplexer ist.

Paar beim Kennenlernen, stößt mit Wein an

Ab einem gewissen Punkt verlieren Zahlen an Bedeutung

Die Studie im Scientific Reports mit über 5000 Teilnehmern untersuchte, wie attraktiv jemand als langfristiger Partner aufgrund seiner sexuellen Vergangenheit eingeschätzt wird. Eine der spannendsten Erkenntnisse: Zwar gibt es einen Punkt, an dem die Anzahl der Partner die Attraktivität mindert, doch dieser Effekt ist weder unbegrenzt noch so drastisch, wie viele vermuten.

Der größte „Bruch“ lag zwischen 4 und 12 früheren Partnern: Ab dieser Grenze zweifelten viele am weiteren Kennenlernen. Danach spielte die steigende Zahl immer weniger eine Rolle: Zwischen 12 und über 30 Partnern gab es kaum noch Unterschiede in der Bewertung.

Das „Wann“ zählt manchmal mehr als das „Wie viele“

Das überraschendste Ergebnis betraf nicht die Anzahl der Partner, sondern die Bedeutung des Timings.

Personen, deren sexuelle Aktivität im Laufe der Jahre abgenommen hat, wirkten langfristig konsequent attraktiver.

Im Gegensatz dazu sorgten (potenzielle) Partner, die kürzlich viele Gelegenheitsbeziehungen hatten, besonders in Kombination mit einer ohnehin hohen Partnerzahl für Vorsicht.

Interessanterweise zeigte sich dieses Muster auch bei Menschen, die sich selbst als offen für Gelegenheitssex bezeichneten. Offenbar sind Zeichen von „Abschwächung“, Rhythmuswechsel und Stabilität für fast alle beruhigend, wenn es um Bindung geht.

Frau beim Abendessen in einem Restaurant

Weniger Doppelmoral, mehr kulturelle Nuancen

Erfreulich ist, dass keine starke geschlechtsspezifische Doppelmoral gefunden wurde: Männer und Frauen bewerteten die Anzahl der früheren Partner ähnlich. Kulturelle Unterschiede gab es zwar (z. B. waren amerikanische und skandinavische Teilnehmer nachsichtiger als osteuropäische oder asiatische), doch diese überlagerten das Grundmuster nicht.

Verbindung beginnt selten mit Statistiken, sondern viel mehr mit kleinen Eindrücken, unausgesprochenen Gefühlen und der Erkenntnis, dass der andere nicht seine Vergangenheit erklärt, sondern seine Gegenwart lebt – und seine Zukunft plant.

Die wichtigste Botschaft der Studie könnte sein, dass wir immer weniger urteilen, als wir gesellschaftlich annehmen. Nicht mehr eine einzelne Zahl entscheidet, ob wir jemanden als „beziehungsfähig“ empfinden, sondern vielmehr, wo die Person jetzt steht, wohin sie sich bewegt und wie sehr wir spüren, dass sie bereit für Stabilität ist.

Passende Artikel

„Wenn ich abwasche, gibt es dann Sex?" Was Hausarbeit wirklich mit Intimität zu tun hat — Beziehung

„Wenn ich abwasche, gibt es dann Sex?" Was Hausarbeit wirklich mit Intimität zu tun hat

Männer erzählen, wie sie den Zusammenhang zwischen Hausarbeit und Intimität in der Beziehung entdeckt haben – und was sich dadurch verändert hat.

Angela Fischer
Unsere Beziehung ist nicht perfekt, aber in diesen 5 Dingen unschlagbar — Beziehung

Unsere Beziehung ist nicht perfekt, aber in diesen 5 Dingen unschlagbar

In den ersten Monaten scheint alles leicht und unbeschwert, doch eine wirklich tiefe Verbindung zeigt sich erst, wenn wir vor wichtigen Entscheidungen für die Zukunft stehen. Hier sind fünf Bereiche, in denen wir unschlagbar sind.

Elisabeth Müller
„Ein Pentagramm ins Gesicht tätowiert" – Die schockierendsten ersten Begegnungen mit dem neuen Partner des Kindes — Familie

„Ein Pentagramm ins Gesicht tätowiert" – Die schockierendsten ersten Begegnungen mit dem neuen Partner des Kindes

Eltern urteilen oft streng über den neuen Partner ihres Kindes – doch diese Begegnungen übertrafen wirklich alles. Die unglaublichsten Geschichten über katastrophale erste Eindrücke.

Angela Fischer
TEST: Diese verborgene Eigenschaft macht dich unwiderstehlich attraktiv — Beziehung

TEST: Diese verborgene Eigenschaft macht dich unwiderstehlich attraktiv

Vielleicht weißt du gar nicht, was Männer so magisch an dir anzieht – aber genau das verrät dir jetzt unser Test. Finde es heraus!

Berényi Nóri
„Schon schlimm, wenn eine Frau ihre Probleme selbst löst." Warum meiden Männer erfolgreiche Frauen? — Lebensstil

„Schon schlimm, wenn eine Frau ihre Probleme selbst löst." Warum meiden Männer erfolgreiche Frauen?

Erfolgreiche Frauen haben es auf dem Beziehungsmarkt oft schwerer – aber woran liegt das wirklich? Männer, Frauen und ein paar unbequeme Wahrheiten.

Angela Fischer
TEST: Warum löst ihr eure Probleme nicht? Jetzt kommt die Wahrheit! — Beziehung

TEST: Warum löst ihr eure Probleme nicht? Jetzt kommt die Wahrheit!

In jeder Beziehung ist es entscheidend, Probleme offen anzusprechen – nur so lassen sie sich lösen. Was steht bei euch im Weg?

Elisabeth Müller