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Vergiss „die Eine": Wie oft verliebt man sich wirklich im Leben?

Szőke Angéla3 Min. Lesezeit
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Vergiss „die Eine": Wie oft verliebt man sich wirklich im Leben? — Lebensstil
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Meine Freundin Lena verliebt sich jedes Mal unsterblich in ihren aktuellen Partner. Wir hören ihr geduldig zu, wie sie schwärmt, dass sie noch nie so etwas gefühlt habe – und das zum gefühlt zwanzigsten Mal. Meine andere Freundin Sara ist ihr genaues Gegenteil: Sie sagt von sich selbst, sie sei noch nie wirklich verliebt gewesen. Nicht einmal an ihrem Hochzeitstag. „Ich liebe meinen Mann, aber so richtig hingerissen war ich zuletzt mit zwölf Jahren – von Justin Timberlake."

Zwei Extreme, die viele von uns kennen. Doch wie sieht es wirklich aus – wie oft verliebt man sich im Laufe eines Lebens?

Was eine große Studie über die Liebe herausgefunden hat

Das renommierte Kinsey-Institut in den USA ist dieser Frage nachgegangen und hat dafür mehr als zehntausend Menschen zwischen 19 und 99 Jahren befragt. Das Ergebnis ist überraschend konkret – und vielleicht auch ein bisschen tröstlich.

Zwischen heterosexuellen, schwulen und bisexuellen Teilnehmenden gab es kaum nennenswerte Unterschiede. Ältere Menschen hatten sich im Schnitt etwas häufiger verliebt als jüngere Erwachsene – ein Hinweis darauf, dass intensive Liebe zwar oft in der Jugend beginnt, aber auch mit 50 oder 60 noch möglich ist. Männer verlieben sich geringfügig öfter als Frauen, wobei dieser Unterschied vor allem zwischen heterosexuellen Männern und Frauen messbar war.

Kritiker der Studie bemängelten, dass die Teilnehmenden keine klare Definition von „Liebe" erhalten hatten. Die Forscher beschrieben das Phänomen als die frühe, intensive Phase der Anziehung – geprägt von starkem Verlangen, emotionaler Besessenheit und tiefem Sehnen nach einer anderen Person. Das unterscheidet sich bewusst von der ruhigen „Begleitliebe", die langjährige Partnerschaften, Stabilität und Freundschaft kennzeichnet.

Verliebtheit, Leidenschaft oder Limerence – wo ist der Unterschied?

Limerence bezeichnet einen intensiven emotionalen Zustand, bei dem man nicht die reale Person begehrt, sondern deren idealisiertes Bild. Das Konzept wurde in den 1970er-Jahren von der amerikanischen Psychologin Dorothy Tennov geprägt. Sie beschrieb Limerence als zwanghaftes Verlangen, das häufig mit Kindheitstraumata oder emotionaler Vernachlässigung zusammenhängt. Typische Begleiterscheinungen: Herzrasen, Zittern, Schwitzen, ein flaues Gefühl im Magen – und die Qual der Unerwidertheit.

Die Studie versuchte, diesem Problem entgegenzuwirken, indem sie die Teilnehmenden bat, nur jene Liebeserfahrungen zu zählen, die „selten, lebensverändernd und langfristig prägend" waren. Ob das immer gelungen ist, bleibt offen.

Das Ergebnis: eine erstaunlich präzise Zahl

Im Durchschnitt erleben Menschen leidenschaftliche Liebe 2,05 Mal im Leben. Eine sehr spezifische Zahl – aber dahinter steckt eine aufschlussreiche Verteilung:

  • 28 % der Befragten waren nur einmal in ihrem Leben wirklich verliebt.
  • 30 % erlebten große Liebe zweimal.
  • 11 % verliebten sich vier Mal oder öfter.
  • 14 % gaben an, noch nie verliebt gewesen zu sein.

Meine Freundin Lena gehört also zu den 11 Prozent der unverbesserlichen Romantiker. Sara zu den 14 Prozent, die sich nie so richtig hinreißen ließen. Und ich? Ich bin wohl im 30-Prozent-Lager – zwei große Lieben erlebt, und insgeheim noch auf eine dritte hoffend.

Was diese Zahlen vielleicht am deutlichsten zeigen: Es gibt keine richtige Antwort darauf, wie oft man sich verlieben sollte. Liebe folgt keinem Drehbuch – und das ist vielleicht das Schönste daran.

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