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Wenn selbst Duschen schwerfällt: die Beauty-Routine, die bei Depression heilen hilft

Nikolic Anita5 Min. Lesezeit
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Wenn selbst Duschen schwerfällt: die Beauty-Routine, die bei Depression heilen hilft — Gesicht
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Wer eine depressive Phase durchlebt, hat oft keine Kraft für die einfachsten Dinge. Duschen, Zähneputzen, sich pflegen – all das kann sich anfühlen wie ein unbezwingbarer Berg. Und genau deshalb wirkt es auf den ersten Blick fast absurd, ausgerechnet über Schönheitspflege zu sprechen.

Doch was, wenn genau diese kleinen Handgriffe ein erster Schritt zurück ins Leben sein können? Die amerikanische Therapeutin Amanda Stuckey Dodson ist überzeugt: Eine einfache Beauty-Routine kann Menschen mit Depressionen tatsächlich helfen.

Denn eine Depression bringt häufig sogar die grundlegendsten Hygienegewohnheiten durcheinander. Die Motivation ist so tief unten, dass selbst die simpelsten Dinge keine Rolle mehr spielen.

Warum Selbstfürsorge kein Luxus ist

Dodsons Rat an Betroffene: Auch wenn die frühere Routine zu viel geworden ist, sollte man die tägliche Gesichts- und Körperpflege nicht ganz aufgeben. Denn eine feste Routine ist eine Art liebevolle Kommunikation mit sich selbst.

Genau diese Selbstfürsorge, dieses kleine Stück Selbstliebe, kann helfen, sich langsam aus dem Tief herauszuarbeiten.

Natürlich, so betont die Expertin, steht Hautpflege nicht ganz oben auf der Prioritätenliste – nicht neben Dingen wie arbeiten oder sich richtig ernähren, die vielen in solchen Phasen ohnehin schwerfallen. Aber deshalb ist sie noch lange nicht unwichtig.

Egal wie einfach die Schritte sind: Sie durchzuführen bedeutet, sich wieder wie das frühere, gesunde Ich zu verhalten. Und genau das hilft, Stück für Stück wieder aktiv zu werden.

Nicht schöner werden – sondern sich kümmern

Dodson macht eines klar: Es geht nicht darum, das Aussehen zu verändern oder anderen zu gefallen. Es geht allein um das regelmäßige Tun und um die Fürsorge für sich selbst.

Deshalb hat sie die Routine bewusst schlicht gehalten. Menschen mit Depressionen sind erschöpft, und wer sich zu viel vornimmt, riskiert Frust und Scheitern. Es gibt nur eine einzige Regel: Die Schritte sollten jeden Tag stattfinden.

So sieht die tägliche Routine aus

Zähneputzen und Duschen

Sind diese beiden Dinge erledigt, ist bereits ein Erfolg geschafft. Ein kleiner Motivationstrick der Expertin: Wer ans Zähneputzen denkt, kann sich auch die stattlichen Zahnarztkosten vor Augen führen, die man sich mit dem Auslassen langfristig einhandelt.

Die empfohlenen zwei Minuten Zähneputzen lassen sich leichter durchhalten, wenn man währenddessen einen Lieblingssong in passender Länge hört.

Fürs Duschen ruhig den Lieblingsduft verwenden – das hebt die Stimmung. Der Einfachheit halber eignet sich eine Bodylotion für unter der Dusche, die man einfach abspült.

Wer selbst unter der Dusche nicht mit den eigenen Gedanken allein sein möchte, hört Musik, ein Hörbuch oder einen Podcast. Und man darf ruhig kombinieren – zum Beispiel unter der Dusche die Zähne putzen.

Minimale Gesichtspflege

Hier zählen nur drei Ziele: reinigen, pflegen, schützen. Einmal täglich das Gesicht waschen ist Pflicht – es erfrischt und verbessert spürbar das Wohlbefinden.

Depressionen gehen oft mit vielen Tränen einher, und beim Waschen verschwinden auch deren Spuren. Anschließend eine Feuchtigkeitscreme mit Lichtschutzfaktor auftragen und sanft einmassieren. Die kleine Massage tut müden Augenlidern gut und hilft sogar bei Kopfschmerzen.

Das Eincremen fühlt sich fast an wie eine komplette Hautpflege-Routine – dabei ist es nur ein einziger Schritt. Zum Abschluss ein Lippenbalsam.

Wer nicht einmal dafür die Energie hat, greift wenigstens zu einem Reinigungstuch oder einem erfrischenden Gesichtsspray – auch das vermittelt das Gefühl, sich gepflegt zu haben.

Haarpflege

Vernachlässigte Haare über Tage oder Wochen können zusätzlich belasten. Die Therapeutin findet den Gedanken an eine kürzere Frisur in solchen Phasen gar nicht abwegig – sie ist leichter zu pflegen und wächst ohnehin wieder nach.

Wer lange Haare hat, sollte Trockenshampoo besorgen, dann reicht selteneres Waschen. Ganz ums Kämmen kommt man allerdings nicht herum. Ein Zopf ist eine gute Lösung: Die Haare verfilzen nicht weiter und man hat lange seine Ruhe.

Plus ein Schritt: Kosmetik verwenden

Laut Dodson ist es bereits ein riesiger Erfolg, die ersten drei Schritte einzuhalten. Wer noch Energie übrig hat, kann diesen letzten hinzufügen.

Dafür einfach die eigene Sammlung an Kosmetikprodukten durchgehen und ein einziges auswählen, das ein gutes Gefühl verspricht – ein Parfüm oder der Lieblingslippenstift zum Beispiel.

Der letzte Rat der Expertin: Denk in Ruhe darüber nach, welche Gefühle deine tägliche Pflegeroutine in dir auslöst. Welchen Schritt empfindest du als besonders wohltuend, welcher fällt dir schwer?

Und mach dir bewusst: Diese Schritte sind nicht dafür da, um der Welt zu gefallen. Sie sind dafür da, dich auf den Weg zurück zu dir selbst zu bringen.

Warum kann eine Beauty-Routine bei Depressionen helfen?

Weil sie eine Form der Selbstfürsorge ist. Die kleinen, festen Handgriffe erinnern an das frühere, gesunde Ich und helfen, langsam wieder aktiv zu werden – ganz ohne Leistungsdruck.

Muss ich die Routine wirklich jeden Tag machen?

Es gibt nur eine einzige Regel: Die Schritte sollten täglich stattfinden. Dafür sind sie bewusst einfach gehalten, damit man sich nicht überfordert und Frust vermeidet.

Was, wenn ich nicht einmal die Kraft zum Gesichtwaschen habe?

Dann helfen kleine Alternativen: ein Reinigungstuch oder ein erfrischendes Gesichtsspray. Auch das vermittelt das Gefühl, sich um sich selbst gekümmert zu haben.

Geht es bei dieser Routine darum, besser auszusehen?

Nein. Es geht nicht ums Aussehen oder darum, anderen zu gefallen, sondern allein um das regelmäßige Tun und die Fürsorge für sich selbst.

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