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Wirst du bei Filmen emotional? Das verrät deine Sensibilität – laut Studien

Elisabeth Müller3 Min. Lesezeit
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Wirst du bei Filmen emotional? Das verrät deine Sensibilität – laut Studien — Gesundheit
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Paul J. Zak, Neuroökonom an der Claremont Universität, hat herausgefunden, dass Menschen, die beim Filmschauen weinen, viel empathischer sind, ihre Gefühle besser steuern können und im Alltag stärker mit Herausforderungen umgehen. Obwohl wir Emotionen oft mit Schwäche verbinden, ist genau das Gegenteil der Fall.

Warum weinen wir bei Filmen?

Zak stellte fest, dass die Studienteilnehmer wussten, dass Filme nicht real sind und die Geschichten erfunden, trotzdem konnten sie das Weinen nicht vermeiden – die Frage war nur warum. Die Antwort ist einfach, aber vielschichtig: hinter dieser Reaktion steckt das Hormon Oxytocin. Es spielt eine wichtige Rolle in unserem Körper und ist unter anderem für unsere Gefühle verantwortlich. Wenn wir Filme schauen, verbinden wir automatisch die Geschichte mit einem Gefühl, was eine Reaktion in unserem Körper auslöst: Oxytocin wird ausgeschüttet.

Dank des Hormons werden wir empathischer und reagieren sensibler auf Signale aus unserer Umgebung. So fällt es uns später leichter, beim Filmschauen Tränen zu vergießen.

Zak fand außerdem heraus, dass je stärker wir mitfühlen, desto mehr Oxytocin produziert unser Körper. Dieses Hormon wirkt sich auch im echten Leben auf uns aus: Es macht uns emotional ausgeglichener und empathischer.

Emotional stabiler

Menschen, die kein Problem damit hatten, beim Filmschauen zu weinen, waren laut Zak tatsächlich mutiger als andere. Sie hatten keine Angst, ihre echten Gefühle zu zeigen und glaubten nicht, dass das Verbergen ihrer Tränen eine Lösung bringt. Sie fürchteten weder die Meinung noch die Kritik anderer. Laut dem Experten hängt das auch mit dem bereits erwähnten Oxytocin zusammen, denn dessen erhöhter Spiegel beeinflusst, wie sehr wir uns trauen, zu unserer Meinung zu stehen.

Hohe Empathie und Stressabbau

Wer bei Filmen leicht weint, hat ein höheres Empathieniveau. Diese Menschen fühlen intensiver mit, können sich besser in Situationen hineinversetzen und sind grundsätzlich empathischer. Sie vertrauen anderen mehr und bauen tiefere Beziehungen auf.

Zak stellte auch fest, dass diejenigen, die bei Filmen weinten, genau wussten, wie wohltuend das Weinen als Spannungs- und Stresslöser wirkt. Außerdem bietet es die Chance, mit anderen in Kontakt zu treten und Probleme zu lösen.

Weinen bringt uns dazu, Gedanken in Taten umzusetzen, aus dem Stillstand auszubrechen und das zu beenden, was Traurigkeit in unserem Leben erzeugt.

Sie lassen sich nicht von stigmatisierten Geschlechterrollen einschränken

In der Studie waren natürlich nicht nur Frauen, sondern auch Männer dabei. Alle, die bei Filmen weinten, unabhängig vom Geschlecht, sagten, dass Weinen keine reine Frauensache ist und Tränen nicht mit Schwäche gleichzusetzen sind.

Im Gegenteil! Sie hielten es für eine eingeschränkte Sichtweise und falsch, Menschen nach Geschlechtern zu beurteilen – besonders bei einem Thema wie dem Weinen. Deshalb machten die weinenden Personen in Filmen keinen Unterschied zwischen den Geschlechterrollen und fanden es ganz natürlich, Gefühle auszudrücken, egal ob Mann oder Frau.