Dieses Phänomen hat einen Namen: histrionische Persönlichkeitsstörung. Aber was unterscheidet den emotional überdrehten, theatralischen Menschen vomjenigen mit dieser Störung – und woran erkennst du sie?
Symptome der Persönlichkeitsstörung
Eine Persönlichkeitsstörung bedeutet starre, unflexible Verhaltens- und Denkmuster, die das Leben erschweren und innere Ängste auslösen können.
Menschen mit histrionischer Persönlichkeitsstörung – vor allem Frauen – neigen zu überschwänglichen Gefühlen und sehen alles durch eine emotionale Brille.
Ihr Verhalten wird schnell dramatisch und theatralisch, denn sie lieben es, im Mittelpunkt zu stehen. Sie wollen ständig gefallen und brauchen die Aufmerksamkeit, Anerkennung und Bestätigung anderer. Manchmal übertreiben sie und zeigen ein verführerisches, flirtendes Verhalten, das in manchen Situationen, etwa am Arbeitsplatz, unpassend ist.
Von außen wirkt die lebhafte, kokette Art selbstbewusst und offen, doch tatsächlich fehlt es ihnen oft an echtem Selbstvertrauen und sie sind leicht beeinflussbar. Sie beurteilen Beziehungen oft falsch, lassen sich von Gefühlen mitreißen und sehen in oberflächlichen Bekanntschaften mehr, als da ist. Mit ihren starken emotionalen Reaktionen bringen sie ihr Umfeld manchmal in Verlegenheit, zum Beispiel wenn sie an öffentlichen Orten weinen oder laut streiten.
Die Bedeutung des äußeren Erscheinungsbilds
Das starke Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zeigt sich auch im Betonen des äußeren Erscheinungsbilds. Das ist ein Mittel, um im Rampenlicht zu stehen. Sie reden ausführlich und verlieren sich in Details, sind aber auch fantasievoll und kreativ. Finden sie einen Job, in dem sie diese Talente nutzen können, funktionieren sie gut.
Insgesamt können sie ihren Platz im Beruf und in der Gesellschaft finden, doch Enttäuschungen und Misserfolge treffen sie hart. Ihr herausforderndes Verhalten und die Suche nach aufregenden Situationen können sie in riskante Lagen bringen. Ihr Verhalten macht sie anfällig für Depressionen.

Wie du mit jemandem aus deinem Umfeld umgehst, auf den die Beschreibung zutrifft
Wenn du jemanden kennst, auf den das zutrifft, ist es wichtig zu wissen, wie du den Umgang gestaltest. Zieh klare Grenzen, aber bleib freundlich und verständnisvoll – so vermeidest du Ausbrüche. Denn solche Menschen sind ichbezogen und merken oft nicht, wenn sie andere verletzen. Wenn das bei dir passiert, sprich ruhig mit ihnen und zeig keine Schwäche oder Verletzlichkeit, denn das könnten sie ausnutzen.
Zieh dich nicht zu sehr in ihre Probleme hinein und lass sie nicht zu nah an dich heran, besonders wenn eure Beziehung nicht eng ist, etwa bei Kollegen oder lockeren Bekannten. Anders sieht es aus, wenn es sich um eine nahestehende Person handelt, die sich selbst oder anderen schadet: Dann ist es am besten, sie zu ermutigen, professionelle Hilfe zu suchen. Psychotherapie kann hier wirklich unterstützen.











