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„Mein Mann macht Urlaub – und ich zahle dafür": Die stille Last, über die Frauen nicht sprechen

Váradi Petra4 Min. Lesezeit
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„Mein Mann macht Urlaub – und ich zahle dafür": Die stille Last, über die Frauen nicht sprechen — Lebensstil
In diesem Artikel

An jenem Morgen im Juli brachte ich die Kinder ins Feriencamp, vereinbarte den Zahnarzttermin für meine Mutter – und währenddessen vibrierte mein Handy ununterbrochen, weil ausgerechnet an diesem Tag der Quartalsabschluss anstand. Er saß da längst im Flugzeug. Kroatien, eine Woche, mit den Kumpels. Hat er sich verdient, redete ich mir ein. Schließlich arbeitet er das ganze Jahr hart.

Nur: Als ich mich abends mit den Rechnungen an den Küchentisch setzte, wurde mir klar, dass auch ich das ganze Jahr hart arbeite. Der Unterschied ist nur, dass meine Arbeit nicht aufhört, wenn ich nach Hause komme. Seine schon. Er kommt heim, wirft die Tasche in die Ecke – und ruht sich aus.

Ich komme heim, und da beginnt die zweite Schicht: Abendessen, Hausaufgaben kontrollieren, Waschmaschine, und irgendwann um ein Uhr nachts noch eine Tabelle für die Arbeit, weil tagsüber keine Zeit dafür war.

Ich will nicht jammern – zumindest habe ich es anfangs nicht so empfunden

Es war eigentlich nur so ein Moment: Als ich mit meiner Karte die Anzahlung für seinen Urlaub bezahlte, spürte ich ein seltsames Ziehen in der Brust. Es war keine Wut. Eher eine Müdigkeit, die tiefer sitzt als nach einem schlechten Tag. Als würde ich für einen Augenblick sehen, dass das schon seit Jahren so läuft – nur hatte ich bis dahin keinen Namen dafür.

Meiner Freundin Edit erzählte ich davon bei einem Kaffee, halb im Scherz, weil es mir peinlich war, wie sehr es mich beschäftigte. Sie nickte nur und sagte, bei ihr sei es genauso – nur andersherum. Sie fährt einmal im Jahr ins Trainingslager, ihr Mann bleibt mit den Kindern zu Hause, und zwei Wochen lang redet der ganze Freundeskreis davon, was für ein aufopferungsvoller, freigeistiger Papa er sei. Wenn ich dagegen allein mit den Kindern für ein Wochenende zu meinen Eltern fahre, weil mein Mann erschöpft ist, nennt das niemand Heldentum. Das gilt einfach als selbstverständlich.

Mir wurde klar: Am meisten fehlte mir gar nicht das Geld, sondern dass mich nie jemand gefragt hatte, wann eigentlich ich mich ausruhe.

An dem Abend, als er aus dem Urlaub zurückkam – braungebrannt, leicht, mit dieser Ruhe, die nur eine Woche Nichtstun geben kann –, fragte ich ihn, wann ich denn mal allein wegfahren könnte. Er war überrascht. Er sagte, klar, geh doch, wer hält dich auf. Aber in der Luft hing diese unausgesprochene Frage: Wer bleibt dann mit den Kindern zu Hause, wer bringt sie zum Schwimmen, wer macht die Einkäufe? Und da begriff ich: Bei ihm lösen sich diese Fragen automatisch in Luft auf, wenn er geht. Bei mir tauchen sie automatisch auf, noch bevor ich den Satz überhaupt zu Ende gesprochen habe.

Ich habe ihm nichts Böses gesagt, es gab keinen großen Streit. Ich sagte nur, dass ich mir wünsche, beim nächsten Mal, wenn er wegfährt, nicht nur gemeinsam sein Flugticket zu bezahlen, sondern auch dafür zu sorgen, dass ich irgendwann meine eigene Woche bekomme – zu genau denselben Bedingungen. Er nickte und sagte, klar, das sei berechtigt. Und vielleicht fand er es wirklich berechtigt – nur war ihm dieser Gedanke vorher schlicht nie gekommen. Weil er ihn nie gebraucht hatte.

Seitdem ist nicht alles perfekt geworden

Es gab Wochenenden, an denen ich allein zu meiner Schwester fuhr und die ganze Zeit am Telefon hing, weil ich mir Sorgen machte, ob die Kinder ordentlich gegessen hatten. Es gab Tage, an denen ich heimkam und die Spüle voller Geschirr war, das drei Tage lang niemand weggeräumt hatte.

Aber immerhin weiß ich jetzt, dass ich nicht überempfindlich bin, wenn ich spüre, dass die Erholung bei uns nicht mit gleichen Chancen verteilt ist. Nur weiß ich immer noch nicht genau, wie man das dauerhaft anders machen kann – ohne dass sich am Ende jemand auf seiner Seite ungerecht behandelt fühlt.

Was bedeutet „mentale Last" in einer Beziehung?

Es ist die unsichtbare Arbeit des Planens, Organisierens und Daran-Denkens: Termine, Einkäufe, Hausaufgaben. Diese Aufgaben hören nicht auf, wenn man nach Hause kommt – und sie werden selten bemerkt oder gewürdigt.

Warum fühlt es sich so unfair an, wenn nur einer wegfährt?

Weil bei dem einen die Verantwortung mitreist und bei dem anderen zu Hause liegen bleibt. Für den einen ist Urlaub echte Erholung, für den anderen bleibt die Frage: Wer kümmert sich in der Zwischenzeit um alles?

Wie kann man das Thema ansprechen, ohne zu streiten?

Wie im Artikel beschrieben, muss kein großer Konflikt entstehen. Oft reicht es, ruhig den Wunsch zu formulieren, dass auch die eigene Auszeit zu denselben Bedingungen selbstverständlich wird.

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