Vor einigen Jahren kauften Bekannte ein Ferienhaus, das sie inzwischen renoviert haben. Mehrfach wurden wir eingeladen, doch immer kam etwas dazwischen. Erst Ende dieses Sommers konnten wir sie für ein langes Wochenende besuchen.
Als wir das Haus in der Ferienanlage betraten, spürte ich sofort: Hier geht es um mehr als nur eine hübsch renovierte Immobilie. Die Wände, die Details und die auf der Terrasse erhaltenen Metlaki-Fliesen erzählten, dass unsere Freunde in derselben Zeit aufgewachsen sind wie wir und bewusst die Atmosphäre der alten Sommer bewahrt haben.
Das Haus war eine besondere Begegnung von Vergangenheit und Gegenwart. Neben modernem Komfort gab es unpassende Möbel, verwinkelte Zimmer und überall versteckte Betten, damit möglichst viele von uns Platz fanden.
Für einen Moment erinnerte ich mich an die Jugendferien, als es völlig egal war, wo man schlief. Ein Schlafsack auf dem Wohnzimmerteppich reichte völlig, denn das Wichtigste war das Zusammensein und möglichst viele Erlebnisse zu sammeln – da musste man eben auch sparen.
Mit fast vierzig haben sich meine Bedürfnisse natürlich geändert, und mein Rücken würde es mir nicht danken, auf dem Boden zu schlafen. Ein bequemes Bett und eigener Raum sind wichtig. Doch für diese kurze Zeit war es wunderbar, das damals selbstverständliche Gefühl der Sorglosigkeit wiederzufinden.

Und dann kam erst das Bad!
Das nahegelegene Bad war das Sahnehäubchen: Hier sah ich mich nicht mehr als Teenager, sondern fast wieder als Kind. Obwohl unsere Freunde erzählten, dass der Ort teilweise renoviert wurde, war es kein modernes Wellnesszentrum, sondern ein kleiner Strand mit vier Becken. Dort genossen eher ältere Paare und Rentner das Heilwasser als tobende Kindergruppen. Der Charme des Ortes lag in der alten Einrichtung, dem Sandbereich für die Kleinsten und den selten gewordenen Spielen wie Riesen-Schach und Kegeln.
Neben dem Kiosk standen die Umkleidekabinen aus Holz mit dicken Holztüren, Betonboden, innen nur mit einem Haken und einer Holzbank. Unter hohen Kiefern führten gewundene Wege aus Betonplatten durch den Strand. Überall spürte man diese vertraute, leicht abgenutzte, aber herzliche Atmosphäre, die mich fühlen ließ, als könnte ich wieder Kind sein. Und obwohl der September nahte, schien dieser Sommer niemals enden zu wollen.
Abende am Lagerfeuer mit alten Liedern

Nach dem Strand führte unser Weg am Abend immer zum gemeinsamen Beisammensein zurück.
Nach dem Duschen machten wir ein Lagerfeuer, grillten, zückten Kartenspiele, während im Hintergrund die Musik der 2000er Jahre lief. Bunte LED-Lichter erhellten die Gartenlaube, Grillen zirpten, und gegen Mitternacht tauchte mit Getrappel und Grunzen der stachelige Bewohner des Laubhaufens auf.
Das Schönste war, dass niemand auf die Idee kam, am Handy zu hängen. Es brauchte keine Posts oder Fotos, als hätten wir alle gewusst, dass sich dieses Lebensgefühl nie durch Bilder einfangen lässt. Denn egal, wie man es betrachtet: Die Stimmung der Sommer von früher geht eigentlich nicht um die Vergangenheit, sondern darum, immer wieder zu sich selbst zu finden. Und daran zu erinnern, dass manchmal zum Glücklichsein einfach ein offline verbrachtes, retroduftendes Wochenende reicht.











