Wenn die Hitze drückt, die Strandpromenaden vor Menschen überquellen und der Lärm der Souvenirläden unerträglich wird, lohnt sich ein kleiner Abstecher ins Landesinnere. Denn rund um den Plattensee schlummern Dörfer, die kaum jemand kennt – und genau das macht sie so besonders.
Diese kleinen Orte bieten das, was viele im Urlaub wirklich suchen: echte Stille, unberührte Natur und das Gefühl, die Zeit anzuhalten. Hier sind acht versteckte Perlen, die eine Reise mehr als lohnen.
Wo Vergangenheit und Wein sich begegnen: Dörgicse
Nur wenige Autominuten vom Trubel der Seepromenade entfernt taucht man in Dörgicse in eine ganz andere Welt ein. Auf den sanften Hügeln des Dorfes begegnet man bei jedem Schritt jahrhundertealten Steinmauern, die ihre Geheimnisse würdevoll bewahren.
Die gepflegten Weinkeller und charmanten Gehöfte nehmen einen sofort gefangen. Besonders schön: ein spätnachmittägliches Picknick an einer alten Kirchenruine – am besten mit einem fruchtigen Weißwein aus den umliegenden Lagen in der Hand.
Idyllisches Märchendorf mit belebenden Quellen: Kékkút
Wer sich nach einem Ort sehnt, der wie das Bühnenbild eines romantischen Historienfilms wirkt, ist in Kékkút genau richtig. Das kleine Dorf im Herzen des Káli-Beckens besticht mit schneeweißen, traditionellen Häusern und einer Atmosphäre, die sofort Entschleunigung verspricht.
Unbedingt probieren: das berühmte, erfrischende Mineralwasser des Ortes. Danach einfach unter einem schattigen Baum Platz nehmen, den Gedanken freien Lauf lassen und den Moment genießen.
Kulinarische Entdeckungen und ländliche Eleganz: Köveskál
Köveskál ist der Beweis, dass Qualität und Ruhe sich nicht ausschließen. Das Dorf verbindet gehobene Gastfreundschaft mit dem Charme des Landlebens – und macht Feinschmecker damit rundum glücklich.
Ein Besuch in einem der familiären Restaurants lohnt sich sehr: saisonale Zutaten, kreativ interpretierte Regionalküche und ein Innenhof, in dem man die Zeit vergisst. Hier lädt die Umgebung dazu ein, sich wirklich aufzutanken.
Ein Panorama, das den Atem verschlägt: Hegymagas
Das zauberhafte Dorf am Fuß des Szentgyörgy-Bergs ist einer jener Orte, an denen der Alltagsstress buchstäblich von einem abfällt. Von den Straßen und alten Pressehäusern aus öffnet sich ein Blick auf die charakteristischen Zeugenberge der Region, der zu jeder Jahreszeit atemberaubend ist.
Wer den Aufstieg wagt, wird mit einem Blick auf die markanten Basaltsäulen belohnt. Danach eine Platte mit regionalen Spezialitäten, das gesamte Becken zu Füßen – mehr braucht es nicht für einen perfekten Tag.
Im Schoß der Natur: Salföld
Viele kommen nach Salföld wegen der heimischen Tiere – doch das Dorf hat weit mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Seine eigentliche Stärke liegt in den blumengeschmückten Gehöften und dem dichten grünen Wald, der sich am Ortsrand erstreckt und förmlich zum Wandern einlädt.
Wer den Weg durch das Dickicht wagt, findet dort eine von Moos überwachsene Klosterruine der Pauliner – versteckt zwischen den Bäumen, still und vollkommen unwirklich schön. Diese Art von Einsamkeit lässt sich durch nichts ersetzen.
Grüne Oase der Stille: Vászoly
Kaum zu glauben, aber wahr: Nur einen Steinwurf von den belebtesten Orten am Nordufer entfernt liegt ein Tal, das sich wie eine andere Dimension anfühlt. Im Dorfzentrum von Vászoly empfängt einen ein kleiner, kristallklarer See, an dessen Ufer die Anspannung wie von selbst verschwindet.
Auf dem Steg sitzen, das Lichtspiel auf dem Wasser beobachten – oder, wenn man Glück hat, einem sanften Akustikkonzert auf der Wasserbühne lauschen. Genau das ist der Urlaub, den man sich wirklich wünscht.
Spirituelle Auszeit mit exotischem Flair: Zalaszántó
Wer innerlich zur Ruhe kommen möchte und nach einem wirklich besonderen Erlebnis sucht, sollte den Weg in dieses Dorf im Keszthelyer Gebirge wagen. Das strahlend weiße buddhistische Heiligtum, das hoch über Zalaszántó thront, verleiht dem Ort eine ganz eigene, friedvolle Aura.
Ein Spaziergang zur Stupa, der Duft von Räucherstäbchen in der Luft, das leise Flattern der Gebetsfahnen im Wind – hier findet man jene innere Stille, die man anderswo vergeblich sucht.
Wo die Hügel Geschichten erzählen: Nemesvita
Am Rand des Tapolcaer Beckens versteckt sich dieses Dorf mit seinen steilen, gewundenen Gässchen – einer der bestgehüteten Geheimtipps für alle, die echte Ruhe suchen. Beim Schlendern durch die stimmungsvollen Straßen, vorbei an alten Häusern, die halb hinter dichtem Grün verborgen liegen, spürt man sofort, wie der Puls langsamer wird.
Ein Aussichtspunkt im oberen Teil des Dorfes bietet einen weiten Blick über die gesamte Landschaft – einfach stehen bleiben und staunen.
Die verborgene Welt unter der Erde: Szólád
Ganz nah am Plattensee, aber weit weg vom Massentourismus liegt Szólád – ein Dorf, das mit seiner einzigartigen Lösskelleranlage und herzlicher Gastfreundschaft begeistert. Die in den Lösshang gegrabenen Keller spenden selbst an den heißesten Sommertagen angenehme Kühle.
Ein Nachmittagsspaziergang durch den Ort lohnt sich sehr: Die Einheimischen zeigen stolz, was sie erschaffen haben, und man erlebt dabei eine Wärme und Unmittelbarkeit, die man in touristischen Hochburgen längst vermisst.











