Der Kleiderschrank ist der einzige Raum in der Wohnung, den man jeden Morgen zweimal aufmacht und über den man trotzdem nie richtig nachdenkt. Bis zu dem Tag, an dem man mit halbnasser Wimperntusche vor einer Stange steht, drei Leinenkleider zur Seite schiebt und feststellt, dass die einzige Strickjacke, die man tragen möchte, unten in einer Kiste liegt. September ist genau der Moment, das zu ändern – nicht mit einer großen Ausmistaktion, sondern mit einem System, das auch im November noch hält.
Erst leeren, aber bitte nur eine Kategorie pro Abend
Der klassische Fehler ist die Totalräumung am Samstagmorgen: Nach zwei Stunden liegt das ganze Schlafzimmer voll, die Energie ist weg, und abends wandert alles ungeordnet zurück. Besser funktioniert der Kategorie-Abend. Heute nur Oberteile, morgen nur Hosen, übermorgen Strick. 45 Minuten pro Runde reichen.
Dabei gilt eine einzige Frage, und sie lautet nicht „gefällt es mir noch?", sondern: „Habe ich das in der letzten Saison getragen, in der es dran war?" Wenn nein, wird nachgehakt – passt es nicht, kratzt es, braucht es eine Reparatur, oder fehlt einfach das passende zweite Teil? Aus dieser Antwort entstehen drei kleine Stapel: reparieren, kombinieren üben, abgeben. Alles, was zu „abgeben" gehört, kommt sofort in eine Tasche und diese Tasche in den Flur, nicht zurück in den Schrank.






