Mein Schmuckkästchen ist ein ehrliches Tagebuch. Die Kette, die ich täglich trage, glänzt. Die Ohrringe meiner Großmutter liegen seit zwei Jahren dunkelgrau in einer Schachtel, weil ich immer dachte, das sei ein Fall für den Juwelier. Ist es meistens nicht. An einem Abend, an dem sowieso nichts Großes passiert, kann man den halben Kasten wieder in Ordnung bringen – wenn man vorher sortiert, statt alles in dieselbe Schüssel zu werfen.
Erst sortieren, dann putzen
Leg alles auf ein Handtuch und mach vier Häufchen. Erstens: massives Silber ohne Steine, oft mit einem kleinen Stempel gekennzeichnet. Zweitens: versilberte Stücke und Modeschmuck mit dünner Beschichtung. Drittens: Gold, ob massiv oder vergoldet. Viertens: alles mit Perlen, Opal, Türkis, Bernstein, Koralle oder geklebten Steinen. Diese Sortierung ist der eigentliche Trick, denn fast jeder Schmuckschaden zu Hause entsteht dadurch, dass eine Methode auf das falsche Material trifft. Beschichtungen sind hauchdünn – was Silber wieder blitzen lässt, kann versilberte Ware ruinieren.
Silber: warm, sanft, geduldig
Der Grauschleier auf Silber ist kein Schmutz, sondern eine Reaktion mit Schwefel aus der Luft, aus Kosmetik, aus Eiern oder Zwiebeln. Leichtes Anlaufen bekommst du mit einem Silberputztuch weg, ohne jede Flüssigkeit: einfach in kleinen Bahnen polieren, das Tuch nicht auswaschen. Für Ketten und verwinkelte Stücke nimm eine Schüssel mit handwarmem Wasser, einem Tropfen mildem Spülmittel und eine sehr weiche Zahnbürste. Danach klar abspülen und wirklich trocken reiben, denn Restfeuchte ist der Anfang der nächsten Schicht.






