In unserer hektischen Welt wird es immer schwerer, Ruhe zu finden. Der ständige Nachrichtenfluss und die vielfältigen Herausforderungen des Lebens können uns körperlich und seelisch belasten. Aber was, wenn die Lösung direkt vor deiner Nase liegt – genauer gesagt in den Armen eines anderen? Studien zeigen, dass eine gute Umarmung eine der einfachsten, schnellsten und natürlichsten Methoden ist, um sich selbst zu beruhigen. Dafür muss sie allerdings eine bestimmte Zeit lang dauern.
Menschen sehnen sich nach körperlicher Verbindung
The Healthy wies kürzlich darauf hin, dass laut einer aktuellen US-Umfrage 54 % der Menschen seit Januar 2024 vermehrten Stress erleben, besonders durch politische Nachrichten. Bei jungen Erwachsenen zwischen 21 und 24 Jahren liegt dieser Wert sogar bei 69 %.
Ein Drittel der Befragten glaubt, dass die Verbesserung der körperlichen Gesundheit und Selbstfürsorge Stress lindern kann – und hier kommt die Umarmung ins Spiel. Sie kostet keinen Cent und wirkt trotzdem Wunder.
Was kann uns eine Umarmung geben?
Eine Studie, veröffentlicht im wissenschaftlichen Journal PLOS One, fasst mehrere frühere Forschungen zusammen und zeigt klar die positiven Effekte von Umarmungen:
- Sie kann den Blutdruck senken,
- Entzündungen reduzieren,
- das Risiko von Infektionen verringern,
- die Erholung von Virusinfektionen beschleunigen,
- und insgesamt das Wohlbefinden verbessern.
Aber wie lange sollte eine Umarmung dauern, damit wir ihre Wirkung wirklich spüren?

Das Geheimnis der perfekten Umarmung
Eine Studie aus dem Jahr 2021, veröffentlicht in Acta Psychologica, untersuchte, wie Teilnehmer auf Umarmungen unterschiedlicher Länge und Art reagieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Umarmungen von 5 bis 10 Sekunden deutlich angenehmer empfunden wurden als sehr kurze, einsekündige Umarmungen.
Die Forscher formulierten es so: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass längere Umarmungen angenehmer sind als sehr kurze, und dass Umarmungen mit verschränkten Armen häufiger sind als solche, die Hals und Taille umfassen.”
Anders gesagt: Nimm dir Zeit für jede Umarmung und lass sie wirklich wirken!
Die stressreduzierende Kraft romantischer Momente
Eine weitere Studie im Journal Behavioral Medicine untersuchte, wie der Körper auf Stress – etwa bei öffentlichem Reden – reagiert, wenn vorher körperlicher Kontakt stattfindet. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt:
- Die eine Gruppe hielt 10 Minuten lang die Hand ihres Partners, während sie ein romantisches Video sahen, gefolgt von einer 20-sekündigen Umarmung.
- Die andere Gruppe ruhte dieselbe Zeit still ohne Kontakt.
Die Ergebnisse zeigten, dass diejenigen, die liebevolle Berührung erfuhren, mit niedrigerem Blutdruck und Puls auf Stress reagierten. Die Forscher stellten fest:
„Liebevolle Beziehungen und die Unterstützung durch den Partner können dazu beitragen, dass wir weniger heftig auf stressige Situationen reagieren.”

Wie lange sollte eine Umarmung idealerweise dauern?
Obwohl die oben genannte Studie 20 Sekunden als ideal ansieht, empfiehlt die Cleveland Clinic, nicht jede Umarmung so lange auszudehnen.
„Effektive Umarmungen dauern 5 bis 10 Sekunden“, heißt es in ihrer Empfehlung. Das gilt besonders, wenn es nicht um den Partner, sondern zum Beispiel um einen Freund oder ein Familienmitglied geht.
Die Psychologin Dr. Susan Albers erklärt die Wirkung von Umarmungen so:
„Beim Umarmtwerden wird Oxytocin freigesetzt. Dieses ‚Wohlfühl‘-Hormon stärkt unsere Bindung zu anderen. Gleichzeitig sinkt der Cortisolspiegel – das Stresshormon, das bei Anspannung und Überforderung produziert wird.”
Schon eine Umarmung kann ein großer Schatz sein
Egal ob mit deinem Partner, deinem Kind oder einem alten Freund – eine ehrliche Umarmung von nur wenigen Sekunden kann den Alltagsstress wirklich lindern. Vielleicht verändern wir nicht die Welt mit einer Umarmung, aber unserem Nervensystem tun wir damit definitiv etwas Gutes.











