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Der falsche 9/11-Überlebende, die erfundene Krebskranke und 8 weitere der dreistesten Lügen der Welt

Angela Fischer4 Min. Lesezeit
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Der falsche 9/11-Überlebende, die erfundene Krebskranke und 8 weitere der dreistesten Lügen der Welt — Freizeit
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Manche Menschen lügen nicht einfach – sie erschaffen sich ein völlig neues Leben. Und das Erschreckendste daran? Es funktioniert. Oft jahrelang. Diese zehn Fälle sind so unglaublich, dass man sie kaum für wahr halten kann – und doch sind sie alle real.

Die falsche Erbin

Anna Sorokin gab sich als reiche deutsche Erbin aus und ergaunerte mit gefälschten Dokumenten hunderttausende Euro von Banken, Luxushotels und der New Yorker High Society. In Wirklichkeit war sie eine mittellosse russische Einwanderin, die in Deutschland aufgewachsen war. Nach zwei Jahren Haft lebt sie heute wieder in New York – mit eigener PR-Agentur, einem Podcast und aktiver Präsenz in der Modewelt.

Das erfundene Paradies

Der schottische Abenteurer Sir Gregor MacGregor erfand in den 1820er Jahren kurzerhand ein ganzes Land: Poyais, angeblich ein blühendes Paradies in Mittelamerika. Er verkaufte Grundstücke dort für horrende Summen – an echte Menschen, die ihr gesamtes Hab und Gut verkauften und mit dem Schiff aufbrachen. Was sie vorfanden: undurchdringlichen, unbewohnbaren Dschungel. MacGregor wurde nie verurteilt.

Der Mann mit tausend Berufen

Fred Demara war Architekt, Gefängnisaufseher, Mönch, Sheriff, Psychologe, Anwalt, Krebsforscher, Priester, Lehrer – und Schiffsarzt der kanadischen Marine. Ohne jegliche medizinische Ausbildung führte er im Koreakrieg erfolgreich Operationen durch: Amputationen, Entfernung von Geschossen, sogar offene Brustoperationen. Kein einziger seiner Patienten starb. Nebenbei gründete er noch eine funktionierende theologische Hochschule – die er verließ, weil man sie nicht nach ihm benennen wollte.

Der ewige Schüler

Brian MacKinnon stammte aus ärmlichen Verhältnissen und hatte seinen Schulabschluss wegen einer längeren Krankheit verpasst. Mit 30 Jahren schrieb er sich unter falschem Namen wieder in seine alte Schule ein – als 16-jähriger Schüler. Er war beliebt, machte glänzende Noten und wurde nach dem Abschluss an der Medizinischen Fakultät zugelassen. Ein anonymer Anruf brachte ihn zu Fall. Ein Arztdiplom bekam er nie – aber er schrieb zwei Bücher über sein Leben.

Die Frau, die eine andere sein wollte

Rachel Dolezal kämpfte leidenschaftlich für die Rechte Schwarzer Menschen und wurde sogar Vorsitzende einer Bürgerrechtsorganisation in Spokane. Sie trug ihr Haar in großen Locken, ihre Haut wirkte hellbraun – und sie bezeichnete sich selbst als Halbblack. Das Problem: Rachel hatte schwedische, deutsche und tschechische Vorfahren und war von Natur aus blond und blauäugig. Als die Wahrheit herauskam, bestand sie darauf, sich weiterhin „als Schwarze zu identifizieren", und änderte ihren Namen in Nkechi Amare Diallo.

Das Fußballwunder

Ali Dia, ein Senegalese, rief beim FC Southampton an – und gab sich dabei als sein eigener (nicht existierender) Manager aus. Er behauptete, der Cousin des Weltfußballers George Weah zu sein und bereits 13 Spiele für Paris Saint-Germain absolviert zu haben. Der Verein unterschrieb sofort. Beim ersten Einsatz war klar: Ali konnte kaum Fußball spielen. Das Motto „Fake it till you make it" funktioniert im Profifußball offenbar nicht.

Der falsche Holocaust-Überlebende

Enric Marco behauptete jahrzehntelang, von den Nazis verschleppt und ins Konzentrationslager Flossenbürg deportiert worden zu sein. Er hielt Reden, schrieb Bücher über den Holocaust, erhielt Auszeichnungen der katalanischen Regierung und wurde Vorsitzender einer Organisation für spanische Opfer des Nationalsozialismus. Echte Überlebende entlarvten ihn schließlich. Seine Verteidigung bis heute: Er habe gelogen, um „die Erinnerung an den Holocaust lebendig zu halten."

Krebs als Karrierestrategie

Die australische Wellness-Influencerin Belle Gibson gewann Hunderttausende Follower, nachdem sie öffentlich verkündete, an einem Gehirntumor zu erkranken. Sie gab Interviews, sammelte Spendengelder und vermarktete ihre angebliche holistische Heilung. Sie hatte nie Krebs. Ein Gericht verurteilte sie zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 410.000 Dollar.

Die Frau, die nicht dabei war

Tania Head, eine spanische Geschäftsfrau, behauptete so überzeugend, die Terroranschläge vom 11. September überlebt zu haben, dass sie zur Vorsitzenden einer Organisation für echte Opfer gewählt wurde. Schwere Brandnarben an ihrem Arm schienen ihre Geschichte zu belegen – bis herauskam, dass diese Narben von einem Autounfall stammten, der Jahre vor dem 11. September passiert war. Über sie wurde ein Buch und ein Dokumentarfilm gedreht: „The Woman Who Wasn't There".

Der falsche Rockefeller

Christian Karl Gerhartsreiter gab sich über ein Jahrzehnt lang als Mitglied der berühmten Rockefeller-Dynastie aus – und niemandem fiel auf, dass er in Wirklichkeit ein deutscher Krimineller war. Unter dem Namen Clark Rockefeller heiratete er in die Elite ein. Aufgeflogen ist er erst, als seine erfolgreiche Frau die Scheidung einreichte, weil sie es satt hatte, ihn zu finanzieren. Heute sitzt er wegen Mordes im Gefängnis.

Was diese Geschichten gemeinsam haben? Sie zeigen, wie bereit wir alle sind, jemandem zu glauben – wenn er nur selbstsicher genug auftritt. Das Erschreckende ist nicht der Betrug selbst, sondern wie lange er funktioniert.

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