Der Keller
Das Schloss war eine kleine, wackelige Verriegelung, die sogar ein Kind hätte aufbrechen können, doch dieses Etwas rüttelte immer weiter, bis es schließlich aufhörte. Ich zitterte noch eine halbe Stunde im Dunkeln, bevor ich mich hinauswagte. Die Kellerfenster waren winzig, gerade groß genug für eine Katze, und alle waren verschlossen, ebenso wie meine Tür von innen verriegelt war. Schließlich fand ich eine bessere Wohnung und zog erleichtert nach ein paar Wochen aus.
Mutter
Die Katze
Am Morgen erzählte ich stolz meinen Eltern, doch sie sagten traurig, dass Cirmi leider von einem Auto überfahren wurde, der Nachbar hatte es gemeldet, und sie wurde bereits beerdigt. Cirmi konnte also am Vorabend nicht wirklich bei mir gewesen sein, aber ich bin sicher, sie hat mich besucht, um zu zeigen, dass sie mich liebte – auch wenn ich sie nur so lieben konnte, wie ein Kind es tut.
Das Zimmer
Ich schickte den Jungen hoch, um ein Spielzeug zu holen. Als er zurückkam, fragte er, warum es mich zweimal gebe. Er sagte, er habe mich auch oben getroffen. Das dritte Mal passierte es, als ich Teenager war: Ich duschte, hörte meine Mutter rufen, dann verstummte sie. Als ich aus dem Bad kam und ihr auf dem Flur begegnete, war sie wie versteinert. Sie sagte, sie habe eben mit mir in meinem Zimmer gesprochen. Ich weiß nicht, was mein Zimmer ist – vielleicht ein Portal in eine andere Dimension oder lebt dort mein eigener Geist?
Besuch
Am Morgen fragte ich meine Schwiegermutter, wer die nette Dame gewesen sei. Sie hatte keine Ahnung, wovon ich sprach. Ich beschrieb die Frau mit langen weißen Haaren und blauem Kleid. Meine Schwiegermutter wurde blass, holte wortlos ein Foto hervor. Ja, das sei sie, sagte ich, und sie erklärte, es sei ihre Mutter, die seit 25 Jahren tot sei und in dem blauen Kleid beerdigt wurde.











