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Diese Haustiere spüren Erdbeben wirklich im Voraus

Inez Schneider4 Min. Lesezeit
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Diese Haustiere spüren Erdbeben wirklich im Voraus — Freizeit
In diesem Artikel

Es gibt kaum etwas Beängstigenderes, als wenn sich plötzlich der Boden unter unseren Füßen bewegt. Die Wissenschaft sucht seit Jahrzehnten nach Wegen, Erdbeben vorherzusagen. Doch viele Berichte deuten darauf hin, dass manche Tiere schon lange vor dem ersten Beben ungewöhnliche Signale zeigen. Haben sie wirklich einen „sechsten Sinn“? Und welche Haustiere spüren laut den meisten Besitzern am besten, wenn Gefahr droht? Lass uns das herausfinden!

Hunde

Hunde sind bekannt für ihre feinen Sinne: Ihr Geruchssinn ist 100.000-mal schärfer, ihr Gehör vier- bis fünfmal besser als das des Menschen. Es gibt zahlreiche Geschichten, in denen Hunde Minuten oder sogar Stunden vor einem Erdbeben ungewöhnlich reagierten: Sie bellten, rannten aufgeregt umher oder suchten verzweifelt Nähe bei ihren Menschen.

In Japan, wo Erdbeben fast Alltag sind, berichten viele Besitzer, dass ihre Hunde direkt vor dem Beben „verrückt spielten“. Forscher vermuten, dass Hunde die kleinsten Bodenerschütterungen wahrnehmen oder Geräusche hören, die durch Bewegungen der Erdkruste entstehen – noch bevor wir Menschen etwas bemerken.

Katzen

Katzen gelten als geheimnisvoll und reagieren oft auf kleinste Veränderungen, als hätten sie übernatürliche Fähigkeiten. Kein Wunder, dass sie auch im Zusammenhang mit Erdbeben oft erwähnt werden.

Berichten zufolge verstecken sich Katzen plötzlich, werden ungewöhnlich unruhig oder suchen den höchsten Punkt in der Wohnung auf.

Da auch Katzen sehr feine Sinne haben, ist es gut möglich, dass sie die feinen Bodenerschütterungen hören oder spüren. In einer chinesischen Studie befragte man hunderte Besitzer, von denen viele angaben, dass das seltsame Verhalten ihrer Katzen genau mit den Stunden vor dem Beben zusammenfiel.

Süße dreifarbige erwachsene Glückskatze, die sich vor der Höhe fürchtet. Diese liebe Katze ist ein Jahr alt und hat ein sehr gesundes Fell. Foto mit professioneller Ausrüstung aufgenommen.

Fische

Überraschenderweise reagieren auch Fische im Aquarium auf bevorstehende Erdbeben. Mehrere japanische Aquarianer berichteten, dass ihre Fische kurz vor einem Beben ungewöhnlich hektisch schwammen oder sich viel tiefer im Aquarium zurückzogen.

Da Fische Vibrationen im Wasser und kleinste Druckveränderungen wahrnehmen, ist es gut möglich, dass sie die winzigen Bewegungen der Erdkruste früher bemerken als wir.

Vögel

Vögel sind sehr sensibel gegenüber Umweltveränderungen, besonders bei Luftdruck und magnetischen Feldern. Besitzer berichten oft, dass ihr Papagei oder andere Vögel vor einem Erdbeben plötzlich ungewöhnlich laut wurden, mit den Flügeln schlugen oder sich weigerten, zurück in den Käfig zu gehen.

Eine Studie aus 2011 zeigte, dass vor dem japanischen Erdbeben mehrere Vogelarten ungewöhnliche Bewegungen zeigten – GPS-Tracker belegten, dass sie Stunden vor dem Beben ihre gewohnten Gebiete verließen.

Auch wenn es sich dabei um Wildvögel handelte, zeigen Haustiere oft ähnliche Verhaltensweisen – wenn auch in kleinerem Maßstab.

Kaninchen

Kaninchen sind besonders empfindlich gegenüber kleinsten Geräuschen und Vibrationen – in der Natur ist das überlebenswichtig. Viele Besitzer berichten, dass ihre Kaninchen vor einem Erdbeben plötzlich „einfrieren“, die Ohren spitzen oder wild im Käfig kratzen.

Eine Umfrage aus den 90er Jahren in Kobe, Japan, ergab, dass mehr als die Hälfte der Kaninchenhalter ungewöhnliches Verhalten ihrer Tiere in den Stunden vor einem Erdbeben beobachteten.

Meerschweinchen und Hamster

Diese kleinen Tiere reagieren ebenfalls oft viel früher auf Umweltveränderungen als wir Menschen. Vor einem Erdbeben beginnen sie häufig hektisch im Käfig zu rennen, quietschen oder sich zusammengerollt zu verstecken.

Da Nagetiere ein sehr feines Gehör und Tastsinn haben, ist es wahrscheinlich, dass sie die feinen Vibrationen aus dem Boden schon vor dem Beben wahrnehmen.

Pferde

Auch wenn Pferde keine typischen „Haustiere“ für die Wohnung sind, sind sie für viele Menschen auf dem Land wichtige Begleiter. Berichte zeigen, dass Pferde vor einem Erdbeben unruhig werden, scharren, mit den Hufen stampfen oder sich nicht anfassen lassen.

Studien zeigen, dass Pferde Infraschall aus der Erdkruste hören und spüren können, der für Menschen unhörbar ist – so wissen sie oft viel früher, dass etwas bevorsteht.

Schildkröten

Unglaublich, aber auch bei Schildkröten wurden Fälle dokumentiert, in denen sie vor einem Erdbeben ungewöhnlich aktiv wurden oder ihren gewohnten Ruheplatz verließen. In einer chinesischen Studie wurden mehrere Schildkröten Stunden vor dem Beben aktiver, als wollten sie der nahenden Gefahr entkommen.

Hühner und Geflügel

Viele Landwirte berichten, dass Hühner, Küken oder Enten vor Erdbeben plötzlich hektisch herumrennen, laut schreien oder sich weigern, in den Stall zurückzukehren. Diese Tiere sind ebenfalls empfindlich gegenüber Vibrationen und Luftdruckänderungen, was ihr ungewöhnliches Verhalten erklärt.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Der aktuelle Stand der Wissenschaft bestätigt nicht mit absoluter Sicherheit, dass Tiere Erdbeben wirklich „voraussehen“. Doch immer mehr Studien zeigen, dass viele Tiere Vibrationen, Geräusche und Luftdruckänderungen wahrnehmen können, die für uns unsichtbar sind. Eine Studie aus 2020 beobachtete mit GPS-Trackern Nutztiere in Deutschland und stellte fest, dass sie Stunden vor Erdbeben unruhiger wurden.

Auch wenn wir noch kein verlässliches Vorhersagesystem auf Basis von Tieren haben, ist sicher: Ihr Verhalten kann oft Hinweise geben, die wir Menschen noch nicht bemerken.

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