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Diese Persönlichkeitseigenschaft führt häufiger zur Scheidung als alle anderen zusammen

Barbara Weber4 Min. Lesezeit
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Diese Persönlichkeitseigenschaft führt häufiger zur Scheidung als alle anderen zusammen — Beziehung

Neurotizismus, der sich durch emotionale Instabilität und starke Reaktionsbereitschaft auszeichnet, ist bei vielen Paaren einer der Hauptgründe für Scheidungen. Zwar gibt es in jeder Beziehung Höhen und Tiefen, doch Menschen mit hohem Neurotizismus neigen dazu, diese Tiefpunkte negativ und schädlich zu interpretieren.

Warum kann Neurotizismus das Ende einer Ehe ankündigen?

Eine starke negative Voreingenommenheit erhöht die Wahrscheinlichkeit von Konflikten. Ein Hauptgrund, warum hoher Neurotizismus der Ehe so schadet, ist diese ausgeprägte negative Voreingenommenheit. Neurotische Menschen interpretieren oft mehrdeutige oder neutrale Ereignisse durch eine pessimistische Brille. Dadurch werden eigentlich unbedeutendere Konflikte verschärft.

Eine Studie aus dem Jahr 2020, veröffentlicht im Fachjournal BMC Psychology, zeigt, dass Paare mit höherem Neurotizismus geringere Ehezufriedenheit erleben. Das liegt vor allem daran, dass diese Personen dazu neigen, sich stärker auf negative Erfahrungen zu konzentrieren. Selbst wohlmeinende Bemerkungen oder Handlungen des Partners werden oft als feindselig oder bedrohlich wahrgenommen.

Die negativen Auswirkungen von Neurotizismus auf die Ehezufriedenheit können sich durch Angst, Spannung, Selbstmitleid, Feindseligkeit, Impulsivität, Depression und ein geringes Selbstwertgefühl manifestieren – erklären die Forscher.

Menschen mit hohem Neurotizismus sind stressanfälliger und reagieren oft überproportional emotional auf kleine Ärgernisse. In einer Ehe kann das ein emotionales Minenfeld schaffen, das zu ständigen Konflikten, Missverständnissen und emotionaler Erschöpfung bei beiden Partnern führt.

Zum Beispiel kann der Partner aus Unachtsamkeit vergessen, den Müll rauszubringen, doch der neurotische Ehepartner sieht darin Beweis für Nachlässigkeit oder Respektlosigkeit – was zu unverhältnismäßigen Streitigkeiten führt. Der ständige Strom negativer Gefühle belastet beide Partner und verwandelt die Beziehung von einem sicheren Ort in eine spannungsreiche Zone. Diese emotionale Achterbahnfahrt kann die Partner mit der Zeit auseinanderbringen.

Im Gegensatz dazu fanden Forscher heraus, dass Paare, die „Gewissenhaftigkeit“ zeigen – eine Eigenschaft, die Organisation, Selbstdisziplin, Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit umfasst – meist eine höhere eheliche Zufriedenheit erleben. Die Fähigkeit, Stress zu bewältigen und Ruhe zu bewahren, führt zu stabileren und unterstützenderen Beziehungen.

Da gewissenhafte Menschen selbstdiszipliniert, prinzipientreu sind und Beziehungsprobleme effektiv angehen können, sind sie in der Regel zufriedener in ihrer Partnerschaft. Sie vermeiden Aggressionen und kontrollieren ihre Impulse – betonen die Forscher die Bedeutung bewusster Reaktionen im Alltag von Paaren.

Diese Eigenschaft führt zur Scheidung

Emotionale Reaktivität kann die Intimität gefährden

Menschen mit hoher emotionaler Reaktivität haben Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu steuern. Sie reagieren oft überempfindlich, mit heftigen Ausbrüchen und brauchen lange, um sich von negativen Gefühlen zu erholen.

Neurotische Personen werden vom Partner leicht als unfreundlich oder sogar feindselig wahrgenommen – schreiben die Forscher. Wenn ein Partner emotional stark reaktiv ist, fühlt sich der andere oft verletzt, vernachlässigt oder missverstanden, was die Qualität der Ehe beeinträchtigt.

Damit eine Beziehung gedeiht, müssen beide Partner das Gefühl haben, dass ihre emotionalen Bedürfnisse erfüllt werden. Paare, die Stress ruhig bewältigen und auf die emotionalen Bedürfnisse des anderen eingehen, bauen Vertrauen und Nähe auf.

Reagiert ein Partner hingegen ständig mit Wut, Angst oder Frustration, fällt es dem anderen schwer, Unterstützung zu geben. Diese Dynamik untergräbt die Nähe, die Paare für eine gesunde Bindung brauchen.

Nach der Familientheorie bilden Paare eine emotionale Gemeinschaft, die emotional miteinander verbunden ist. Die emotionale Erfahrung des einen Partners wirkt sich auf den anderen aus – die emotionale Reaktionsfähigkeit eines Partners beeinflusst also die Beziehung.

Forscher warnen, dass hohe emotionale Reaktivität zu Rückzugsverhalten führen kann, etwa dem Vermeiden von Körperkontakt, dem Ignorieren der Gefühle des Partners oder dem Verweigern wichtiger Gespräche. Ohne Intervention entsteht so eine Abwärtsspirale aus Isolation, Groll und letztlich Scheidung.

Paare, die sich emotionaler Achtsamkeit verpflichten, an Selbstregulierung arbeiten und die Bedürfnisse des Partners wahrnehmen und anerkennen, können den Teufelskreis der Reaktivität durchbrechen. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass emotionale Stabilität nicht bedeutet, Stress zu vermeiden, sondern so darauf zu reagieren, dass Sicherheit, Vertrauen und Nähe in der Beziehung erhalten bleiben.

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