Eine amerikanische Studie bestätigt erneut, was wir schon wussten: Guter Sex ist für Beziehungen extrem wichtig. Fast 70 % der Befragten gaben an, dass sie eine Beziehung beenden würden, wenn das Sexualleben nicht funktioniert. Aber warum täuschen dann so viele so oft einen Orgasmus vor?
Im Auftrag des Monats für sexuelle Gesundheit führte OnePoll eine Umfrage durch, bei der 4 von 10 Befragten angaben, sie hätten noch nie einen echten Orgasmus erlebt. Befragt wurden 2000 sexuell aktive Erwachsene. Die 40 % ohne Orgasmus-Erfahrung sind schon ein trauriges Ergebnis – ganz zu schweigen von den 70 %, die ihr Sexualleben als unbefriedigend empfinden. Aber wie passt das zusammen mit der Tatsache, dass Männer und Frauen regelmäßig ihren Orgasmus vortäuschen?
Die Forscher fanden heraus, dass 17 % der Befragten regelmäßig vortäuschen, einen Höhepunkt erreicht zu haben. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 18 % der Frauen und 16 % der Männer gaben dies an.
Negative Erfahrungen im Schlafzimmer führen bei vielen zur Trennung. Andere hingegen wählen langfristig das Vortäuschen, um ihre Unzufriedenheit zu verbergen. Einige haben das sogar perfektioniert: Frauen geben durchschnittlich 4 vorgetäuschte Orgasmen pro Monat an. Aufs Jahr gerechnet sind das im Schnitt 40 gespielte Höhepunkte, wie die Forscher in ihrem Fragebogen ermittelten.
Die fehlende Kommunikation wird deutlich sichtbar
Allein die Tatsache, dass man in einer Beziehung Orgasmen vortäuschen muss, zeigt, dass zu wenig über das Sexualleben gesprochen wird. Das bestätigt auch, dass 46 % der Befragten glauben, ihr Partner würde niemals einen Orgasmus vortäuschen.
Die Zahlen passen also nicht zusammen. Wie kann es sein, dass 70 % unzufrieden sind, 40 % nie einen Orgasmus hatten, 17 % regelmäßig vortäuschen, während 46 % denken, ihr Partner sei vollkommen glücklich und zufrieden?
Warum täuschen Menschen vor?
Um Enttäuschungen zu vermeiden und nicht nur den Erwartungen in der Beziehung, sondern auch dem gesellschaftlichen Druck gerecht zu werden. (Seit dem Aufkommen von Pornos wissen wir, dass Frauen angeblich kaum etwas für einen intensiven Orgasmus brauchen und Männer das ebenso leicht schaffen sollten.)
Viele wissen, dass sie Hilfe brauchen könnten, etwa bei einem Sexualpsychologen oder im Gespräch mit dem Partner, empfinden das aber als peinlich. 44 % geben zu, nicht zu wissen, wie sie ihren Partner befriedigen können, leben aber trotzdem damit. Erstaunlich: 50 % der Männer und 36 % der Frauen finden den Weg zum Lustgewinn schwierig.
Obwohl viele ihre Fähigkeiten im Schlafzimmer verbessern möchten, ist das laut Umfrage nicht für alle ein gangbarer Weg. 53 % wollen mit ihrem Partner darüber sprechen, wie das Sexualleben besser und erfüllender werden kann, haben aber Angst, damit Schmerz zu verursachen. Dabei lohnt es sich, diese vielleicht unangenehmen, aber wichtigen Gespräche zu führen – denn schlechtes Sexleben führt in 70 % der Fälle zur Trennung.
„Sexuelle Freude ist heute so stigmatisiert und thematisiert, dass es Menschen schwerfällt, Dinge zu erfragen, die sie wirklich genießen“, sagt Lora DiCarlo.
„Sex ist keine Einbahnstraße: Offene Kommunikation zwischen Partnern führt nicht nur zu besserem Sex, sondern auch zu Vertrauen und Empowerment. Wer will das nicht?“

Gibt es einen Ausweg?
Kommunikation ist der erste Schritt. Es gibt aber auch Lösungen, die Paaren helfen können, ihr Sexualleben zu verbessern. Eine davon ist, mehr sexuelle Hilfsmittel und Spielzeuge beim Liebesspiel einzusetzen.
74 % der Befragten sind überzeugt, dass sie dadurch 74 % häufiger zum Höhepunkt kommen. Wer mit dem Partner sexuelle Spielzeuge nutzt, berichtet zu 75 %, dass sich nicht nur ihr Sexleben, sondern auch die Kommunikation verbessert hat.
„Sexuelle Hilfsmittel begleiten uns schon lange. Die technische Entwicklung ermöglicht es Menschen, ihren Körper, ihre Vorlieben und Bedürfnisse besser zu verstehen. Das führt zu mehr Selbstkenntnis und fördert die Kommunikation zwischen Partnern“, erklärt DiCarlo.











