Zuerst: Wer gilt eigentlich als Psychopath?
Wenn dein Chef dir wieder die Papierarbeit aufbürdet oder du dich mit deinem Cousin gestritten hast, verdient keiner von beiden das Psychopathen-Label nur wegen deines Unbehagens oder eures Streitfalls. Und auch das Gegenteil stimmt nicht: nicht jeder Psychopath ist ein Verbrecher. Der international anerkannte Forscher Robert Hare beschreibt es so:
„Ein sozialer Räuber, der absichtlich Charme und Manipulation einsetzt, um seine Ziele zu erreichen. Ein Psychopath hat kein Gewissen und keine Gefühle für andere. Er bekommt, was er will, ohne auch nur einen Funken Schuld oder Reue."
1. Zeichen – Vollständiges Fehlen von Empathie
Das ist wohl das wichtigste Merkmal. Meist bedeutet es nicht nur, dass ein Psychopath sich nicht für die Gefühle anderer interessiert, sondern dass er sie gar nicht erkennen kann.
Deshalb berühren ihn die Sorgen der Welt überhaupt nicht. Genau darin liegt auch die Gefahr für die Allgemeinheit, denn ohne Empathie können sie Böses tun, ohne die Folgen abzuschätzen. Das Ergebnis reicht von der Enterbung alter Eltern bis hin zu Serienmord.
2. Zeichen – Täuschung und Manipulation
Da Psychopathen keinen empathischen Sinn besitzen, sehen sie andere Menschen oft als bloße Objekte, die sie für ihre Zwecke ausnutzen können. Lügen und Rollenspiele sind ihre häufigsten Waffen. Der Psychiater Harvey Cleckley nannte dieses Verhalten treffend „die Maske der Vernunft“. Nicht jeder Psychopath lügt geschickt: Manche werden oft erwischt und retten sich mit einer neuen Geschichte.
3. Zeichen – Oberflächliche Gefühle
Psychopathen leben nicht nur ohne Empathie, sondern ihre Gefühle sind auch unterentwickelt. Sie empfinden selten etwas und dann nur sehr oberflächlich. Psychiater nennen diese „Proto-Gefühle“ – primitive Reaktionen auf Bedürfnisse. Betroffene wirken kalt und starr, was sie durch genaues Beobachten anderer und Nachahmen dessen, was „angemessen“ scheint, ausgleichen.

4. Zeichen – Oberflächlicher Charme
Psychopathen können äußerst charmant und gewinnend wirken – sie reden sich in andere hinein. Viele wirken wie selbstbewusste dominante Persönlichkeiten und können sogar Führungspositionen einnehmen. (Die Geschichte ist voll von psychopathischen Diktatoren.)
Dieser Charme funktioniert besonders am Anfang von Beziehungen. Leider führt das dazu, dass viele Frauen sich in psychopathische Männer verlieben…
5. Zeichen – Übersteigertes Selbstwertgefühl
Psychopathen haben meist ein extrem positives Selbstbild und glauben, anderen überlegen zu sein. Das rechtfertigt in ihrem Kopf die erwähnte Manipulation und Täuschung. Dieses Selbstbild kann zu Geldgier und Horten von Statussymbolen führen und endet oft in ständigem Prahlen. Psychopathen übertreiben ihre Leistungen und können stundenlang darüber reden.
6. Zeichen – Angst vor Langeweile
Psychopathen ertragen Langeweile überhaupt nicht. Sie brauchen eine unglaubliche Menge an Aufregung und Reizen, was auch daran liegt, dass ihnen Gefühle fehlen – sogar Angst. Das zeigt sich oft in risikoreichem Verhalten und gesetzeswidrigem Handeln. Betroffene sind deshalb anfälliger für Suchtverhalten. Wenn du jemanden an diesen Merkmalen erkennst, versuche niemals, ihn allein „zu retten“ oder „zu heilen“! Er braucht dringend professionelle Hilfe.











