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Frauen, die sich den Mond selbst holen: die Pionierinnen im All

J. Anna5 Min. Lesezeit
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Es gibt Frauen, die nicht darauf warten, dass ihnen ein Mann den Mond und die Sterne vom Himmel holt. Sie machen sich selbst auf den Weg zu den Sternen. Für sie ist die Raumfahrt Berufung.

Vielleicht bewundere ich Astronautinnen und Astronauten deshalb so sehr, weil ich als Kind unglaublich viel über die Raumfahrt gelernt habe – damals war sie für viele von uns ein großer Traum. Und Astronautin zu sein, gerade als Frau, muss etwas Wunderbares sein.

Fragen, die zum Nachdenken anregen

Wie viel Mut braucht es, damit eine Frau – die so oft als "zerbrechlich" beschrieben wird – genug Vertrauen in sich selbst hat, um in eine Rakete zu steigen? Wie viel muss sie in einer von Männern dominierten Welt kämpfen und lernen, um es überhaupt so weit zu bringen?

Was treibt eine Frau dazu, dass genau dies ihr größter Wunsch wird? Und ist der Mann schon geboren, der sich würdig genug fühlt, eine Frau zu heiraten und zu lieben, die das Weltall erobert hat?

Wie stolz ist wohl ein Kind auf seine Mutter, die im Weltraum war? Und wie oft muss eine solche Mutter ihrem Kind abends erzählen, wie es dort oben zwischen den Sternen aussieht?

1963 – die Anfänge

Walentina Tereschkowas Mutter arbeitete in einer Textilfabrik, ihr Vater war Traktorist. Sie selbst brach ihre Ausbildung früh ab und folgte den Spuren ihrer Mutter: Sie wurde Textilarbeiterin. Doch schon auf alten Fotos ist zu erkennen, dass sie zu Größerem bestimmt war. In der Abendschule holte sie ihren Abschluss nach – und in ihrer Freizeit sprang sie mit dem Fallschirm.

Genau dieser Fallschirmsport war bei ihrer Auswahl eines der entscheidenden Argumente, warum sie zur ersten Frau im Weltall wurde. Ihr Rufzeichen lautete Tschaika – Möwe. Heute ist sie Generalmajorin, und zu ihren Hobbys gehört die Taubenzucht.

Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele trug sie die olympische Flagge mit. Ihr Flug ins All dauerte 70 Stunden und 50 Minuten, dabei umkreiste sie die Erde 48-mal. Heute trägt ein Krater auf dem Mond ihren Namen.

Die Pause von zwanzig Jahren

Weil Tereschkowa während des Fluges wegen der fehlenden Schwerkraft ständig unter Nasenbluten litt, schickte man fast zwanzig Jahre lang keine Frau mehr ins All – mit der Begründung, der weibliche Körper könne sich den Bedingungen im Weltraum nicht gut genug anpassen. Doch 1982 startete erneut eine Frau: die ebenfalls sowjetische Swetlana Sawizkaja.

Sie war gleich zweimal im All. Noch bemerkenswerter: Sie war die erste Frau, die einen Weltraumspaziergang unternahm – dreieinhalb Stunden lang bewegte sie sich frei im All. Und noch erstaunlicher: Mit gerade einmal 17 Jahren führte sie aus der Stratosphäre, aus über 14.000 Metern Höhe, einen Sturzflug durch und öffnete ihren Fallschirm erst auf 500 Metern.

Judith Resnik

Ich war 15 und brach in Tränen aus, als im Fernsehen berichtet wurde, dass beim Unglück der Challenger auch eine Astronautin ums Leben gekommen war. Ich erinnere mich noch genau, wie sie im Fernsehen lächelte und winkte, bevor sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen in die Raumfähre stieg.

Bis dahin war eine Astronautin für mich kein Mensch aus Fleisch und Blut gewesen, sondern etwas Mystisches. In diesem Moment wurde mir die Größe und zugleich die Zerbrechlichkeit des Menschen bewusst. Auf der Venus und dem Mond wurde jeweils ein Krater nach ihr benannt, und auch der Asteroid mit der Nummer 3356 trägt ihren Namen.

...und all die anderen

Im Rahmen offizieller Raumfahrtprogramme waren bislang insgesamt 57 Frauen im All. Der Großteil, 45 von ihnen, sind US-Amerikanerinnen. Obwohl die erste Astronautin eine Sowjetbürgerin war, eroberten insgesamt nur drei sowjetische beziehungsweise russische Frauen den Weltraum. Zuletzt flog eine Chinesin zu den Sternen: Wang Yaping.

Mit dem aufkommenden Weltraumtourismus werden jedoch bald viele die Möglichkeit haben, den großen Vorbildern zu folgen und selbst zwischen den Sternen zu sein. Meine Damen: Die Gelegenheit ist also da für all jene, die den allwissenden Mond und die Sterne aus der Nähe sehen wollen.

...und dorthin, wo noch niemand war

Auch der Mars könnte für Frauen zur Herausforderung werden. Der langfristige Plan sieht nämlich vor, Kolonien auf dem Mars zu gründen. Ein Rückflugticket gibt es leider nicht – wer sich also entscheidet, zum Mars zu fliegen, muss dort den Rest seines Lebens verbringen.

In der ersten Etappe sollen vier Menschen zum Mars geschickt werden, danach vierzig – nach harten körperlichen und psychologischen Tests. Die Mars-Expedition soll gewissermaßen als "Reality-Show" umgesetzt werden. In den kommenden dreißig Jahren könnten wir also Zeuge eines weiteren gewaltigen Schritts der Menschheit werden – und auch dabei werden die Frauen nicht fehlen.

Wer war die erste Frau im Weltall?

Die sowjetische Kosmonautin Walentina Tereschkowa flog 1963 als erste Frau ins All. Sie umkreiste die Erde 48-mal und war zuvor begeisterte Fallschirmspringerin.

Warum wurde nach Tereschkowa zwanzig Jahre lang keine Frau ins All geschickt?

Weil Tereschkowa während ihres Fluges unter Nasenbluten litt, argumentierte man, der weibliche Körper passe sich den Bedingungen im All nicht gut genug an. Erst 1982 startete mit Swetlana Sawizkaja wieder eine Frau.

Wie viele Frauen waren bisher im Weltraum?

Im Rahmen offizieller Raumfahrtprogramme waren bislang insgesamt 57 Frauen im All, davon 45 US-Amerikanerinnen. Nur drei stammten aus der Sowjetunion beziehungsweise Russland.

Kann man von einer Marsmission wieder zur Erde zurückkehren?

Nach den bisherigen Plänen nicht: Ein Rückflugticket ist nicht vorgesehen. Wer zum Mars aufbricht, müsste den Rest seines Lebens dort verbringen.

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