Bien Logo

Historischer Moment: Blaise Metreweli wird die erste weibliche Leiterin des MI6

Nyul Debóra3 Min. Lesezeit
Teilen:
Historischer Moment: Blaise Metreweli wird die erste weibliche Leiterin des MI6 — Nachrichten
In diesem Artikel

Nach über 100 Jahren kommt die erste weibliche Führungskraft

Der Guardian hat kürzlich Blaise Metrewelis besondere Geschichte beleuchtet, die wirklich motivierend wirkt. Es brauchte mehr als 100 Jahre – genau genommen 116 –, bis der MI6, der legendäre britische Auslandsgeheimdienst, eine Frau an die Spitze berief. Ein interessantes Detail: Blaises Name spricht für sich. Er steht für Abenteuer, Modernität und eine Prise filmische Frechheit (denken wir nur an Modesty Blaise). Mutig, stilvoll und von historischer Bedeutung zugleich.

Metreweli übernimmt diesen Herbst die Leitung der Position „C“ – das reale Pendant zu dem „M“, den wir aus den James-Bond-Filmen kennen. Aktuell führt sie die Technologieabteilung des MI6, die Q-Abteilung, die angeblich vom Bond-Universum inspiriert ist. Während Q im Film immer ein Mann war, haben in der Realität bereits mindestens zwei Frauen diese Rolle übernommen – darunter auch Metreweli.

Interessanterweise wird die Figur M auf der Leinwand von Judi Dench und neuerdings von Ralph Fiennes verkörpert, doch im echten Leben galt lange eine ganz andere Logik. Dass Männer führten, war keine Gesetzmäßigkeit, sondern Gewohnheit. Und diese Gewohnheit wurde nun endlich durchbrochen.

Warum hat es so lange gedauert?

Die Antwort ist weniger politisch oder fachlich, sondern vielmehr emotional. Über Jahrhunderte schien es beim MI6 eine unausgesprochene Regel zu geben: Geheimagenten akzeptieren keine Befehle von einer „Ersatzmutter“.

Filme hingegen bevorzugen seit langem weibliche Führungspersönlichkeiten. Seit Judi Denchs legendärer Darstellung ist es für Zuschauer selbstverständlich, dass M eine Frau sein kann – ja, sogar sollte. Kein Zufall, dass Kristin Scott Thomas in der Apple-TV-Serie Slow Horses eine weibliche Geheimdienstchefin spielt. Die strenge, aber liebevolle Chefin funktioniert auf der Leinwand hervorragend als Frau. Doch die Realität sah bis dieses Jahr anders aus.

MI6 Leiterin
Source: 007.com

Warum Frauen mal hier, mal dort nicht befördert werden

Der Ausschluss von Frauen aus Führungspositionen beruht auf unterschiedlichen Gründen, je nach Bereich. Im Technologiesektor etwa wird ihnen oft vorgeworfen, „die Technik nicht zu verstehen“ – oder wenn doch, dann „es zu ernst zu nehmen“. Das ist ein Stempel für „gefährliche Professionalität“, den Jesse Armstrong in seiner Satire Mountainhead treffend persifliert: „no meals, no deals, no heels“ – also keine Mahlzeiten, keine Geschäfte, keine High Heels. Frauen, Gesundheitsbewusstsein und echte Geschäftstätigkeit würden hier nur den „Jungsclub“ stören.

In der Politik ist ein anderer Vorwand typisch. Frauen wird oft ein „Lehrerinnen-Stil“ vorgeworfen – wie es Hillary Clinton oder Harriet Harman erlebt haben. Als wäre es einfach Pech, zu nah an der Tafel geboren zu sein.

In der Geschäftswelt heißt es oft, Frauen seien „zu nett“, „zu empathisch“ oder „nicht hart genug“. Dabei zeigen viele Studien, dass weibliche Führungskräfte die Unternehmensleistung positiv beeinflussen. Dennoch ist der Ausschluss von Frauen meist eine emotionale Entscheidung – was besonders ironisch ist, da genau das Gegenteil behauptet wird: dass Frauen „zu emotional“ seien.

So hat Blaise Metreweli den Durchbruch geschafft

Statt diesen widersprüchlichen Erwartungen zu entsprechen, hat Blaise Metreweli einfach ihr Ding gemacht. Sie versuchte nicht, „nicht Frau zu sein“ oder einen Mann zu spielen. Sie zeigte, dass eine kompetente, mutige und intelligente Frau genauso die beste Wahl für die Leitung einer Organisation sein kann, die von Geheimnissen und Loyalität geprägt ist. Das ist die wahre Inspiration: Man muss nicht männlich sein, um zu führen – es reicht, authentisch exzellent zu sein.

Passende Artikel

Die 8. Staffel von Virgin River kommt: Alles, was wir bisher wissen — Freizeit

Die 8. Staffel von Virgin River kommt: Alles, was wir bisher wissen

Für Fans von Virgin River gibt es spannende Neuigkeiten: Die beliebte Serie wurde für eine 8. Staffel verlängert. Freu dich auf weitere bewegende Momente und emotionale Wendungen.

Nyul Debóra
5 Dinge, die Frauen vor 100 Jahren noch nicht tun durften — Lebensstil

5 Dinge, die Frauen vor 100 Jahren noch nicht tun durften

Auch heute gibt es noch viele Bewegungen, die sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern weltweit einsetzen. Zwar gibt es immer noch Verbesserungsbedarf, doch vor etwa 100 Jahren war die Lage deutlich schwieriger. Die Menschen damals mussten auf viele Dinge verzichten, die wir heute als selbstverständlich ansehen – nur weil sie Frauen waren.

Nyul Debóra
Weltschokoladentag am 7. Juli: 8 überraschende Fakten, die kaum jemand kennt — Lebensstil

Weltschokoladentag am 7. Juli: 8 überraschende Fakten, die kaum jemand kennt

Am 7. Juli ist Weltschokoladentag – und Schokolade steckt voller Überraschungen. 8 Fakten über die süßeste Versuchung der Welt, die du garantiert noch nicht kanntest.

Farkas Izabella
5 Erfindungen von Frauen, die die Welt für immer verändert haben — Freizeit

5 Erfindungen von Frauen, die die Welt für immer verändert haben

Scheibenwischer, Kugelschreiber, Radioaktivität – hinter diesen Meilensteinen stecken Frauen. Fünf Erfindungen, die kaum jemand ihnen zuschreibt.

Arany Inez
Der verfluchte Diamant: Was der Hope-Diamant mit jedem seiner Besitzer angestellt hat — Freizeit

Der verfluchte Diamant: Was der Hope-Diamant mit jedem seiner Besitzer angestellt hat

Er ist atemberaubend schön – und angeblich tödlich verflucht. Die Geschichte des Hope-Diamanten lässt bis heute niemanden kalt. Was steckt wirklich dahinter?

Arany Inez
Die Frau, die den Treibhauseffekt vor Einstein entdeckte – und aus der Geschichte gelöscht wurde — Freizeit

Die Frau, die den Treibhauseffekt vor Einstein entdeckte – und aus der Geschichte gelöscht wurde

Eunice Newton Foote erkannte als Erste, wie CO₂ die Erde erwärmt – doch ihr Name verschwand aus den Geschichtsbüchern. Eine Geschichte über Wissenschaft und Ungerechtigkeit.

Farkas Izabella