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„Ich dachte, es steht mir zu" – Männer erzählen, warum sie beim Fremdgehen kein schlechtes Gewissen hatten

Szőke Angéla4 Min. Lesezeit
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„Ich dachte, es steht mir zu" – Männer erzählen, warum sie beim Fremdgehen kein schlechtes Gewissen hatten — Beziehung
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Betrug tut weh. Aber was ist, wenn der Partner nicht einmal Reue zeigt? Wenn er die Affäre nicht als Fehler sieht, sondern als etwas, das ihm einfach zustand? Männer haben uns erzählt, wie sie damals gedacht haben – ehrlich, ungeschönt und manchmal erschreckend aufschlussreich.

„Ich habe nichts Falsches getan"

Meine Frau und ich haben uns ständig gestritten. Sie hat mich wochenlang ignoriert, kaum ein Wort mit mir geredet. Ich hätte trotzdem gerne Nähe gehabt – körperliche wie emotionale – aber sie wollte davon nichts wissen. Sobald ich sie berührte, gab es Streit.

Irgendwann habe ich aufgehört, es als Verrat zu sehen. Wenn zu Hause nichts mehr geht, sucht man sich anderswo Erleichterung. Ein schlechtes Gewissen hatte ich keines – weil ich das Gefühl hatte, keine andere Wahl zu haben.

„Körperlich ist nicht dasselbe wie emotional"

Ich war verliebt in meine Freundin. Was ich mit der anderen hatte, war rein körperlich – keine Gefühle, keine Bedeutung. Nur Sex. Für mich war das kein echtes Fremdgehen.

Und weißt du, was ich als echten Verrat empfunden habe? Als ich am nächsten Morgen in ihr Handy geschaut habe und gesehen habe, dass sie mit zwei anderen Männern flirtet. Emotionaler Betrug – das ist für mich der wahre Verrat. Nicht ein körperlicher Moment, den man fünf Minuten später vergessen hat.

„Ich habe doch alles gegeben"

Ich habe sie geheiratet, wir haben Kinder bekommen, ich sorge für die Familie. Sie lebt gut, hat alles, was sie braucht. Darf ich da nicht auch ein bisschen bekommen? Ich bin ein Mann mit Bedürfnissen – das ist keine Entschuldigung, das ist einfach die Realität.

Ich habe das nie als Schuld gesehen. Eher als einen stillen Ausgleich für das, was mir zu Hause gefehlt hat.

„Ich war zu faul zum Trennen"

Meine Gefühle für sie waren längst weg. Ich liebte sie nicht mehr, aber ich wollte den Konflikt einer Trennung vermeiden. Also bin ich einfach geblieben – und habe mich trotzdem nach anderen umgesehen.

Im Nachhinein weiß ich, dass das nicht fair war. Unbewusst habe ich wohl gehofft, dass sie es herausfindet und die Entscheidung für mich trifft. So ist es dann auch gekommen.

„Endlich bekam ich, was ich nie hatte"

Als Teenager war ich pickelig, dünn, unsichtbar für Mädchen. Dann hat sich das verändert: Die Haut wurde besser, ich habe trainiert – und plötzlich interessierten sich Frauen für mich. Nicht nur meine Freundin, sondern viele.

Meine Schwester hat es gut beschrieben: Ich war wie ein Kind, das sein ganzes Leben mit der Nase an der Schaufensterscheibe einer Konditorei gestanden hat – und dann plötzlich drin ist. Wie hätte ich da Nein sagen sollen? Das Gefühl, begehrt zu werden, war so überwältigend, dass ich nicht widerstehen konnte.

„Ich dachte, sie verzeiht mir sowieso"

Sie hatte mich schon zweimal zurückgenommen. Deshalb habe ich beim dritten Mal nicht wirklich damit gerechnet, dass es anders laufen würde. Ich hatte Unrecht.

Was mich wirklich gereut hat, war nicht das Fremdgehen selbst – sondern dass es rausgekommen ist. Das klingt hart, aber so war es. Ein echtes Schuldbewusstsein für die Tat selbst? Das hatte ich nicht.

„Quitt ist quitt"

Meine Frau hat mir gestanden, dass sie auf einer Firmenfeier mit einem Kollegen geschlafen hat. Sie hat geweint, sich entschuldigt, sagte, sie war betrunken und erinnere sich kaum daran. Ich habe alles ruhig angehört.

Dann bin ich zu einem Freund gefahren. Wir sind ausgegangen, haben getrunken – und ich bin bei einer anderen Frau gelandet. Als ich am nächsten Morgen nach Hause kam, wusste meine Frau sofort, was passiert war. Ich habe mich nicht schuldig gefühlt. Für mich waren wir quitt. Sie sah das anders. Wir haben uns scheiden lassen.

„Ein Jahr lang habe ich durchgehalten – das reicht doch"

Meine Frau hatte eine Risikoschwangerschaft. Fast ein ganzes Jahr lang war körperliche Nähe nicht möglich. Danach war sie ständig erschöpft, die Kinder, der Alltag – ich habe das verstanden.

Aber irgendwann war die Grenze erreicht. Ich habe ein paar Mal meine Ex besucht. Ich habe das nicht als Verrat gesehen – weil ich so lange durchgehalten hatte. Länger als die meisten Männer es meiner Meinung nach getan hätten. Ich hatte das Gefühl, es stand mir einfach zu.

Diese Berichte stammen von echten Männern und spiegeln deren persönliche Sichtweise wider – keine Rechtfertigung, sondern ein ehrlicher Einblick in Gedankenmuster, die in Beziehungskrisen entstehen können.

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