Die Ehrlichkeit der Männer führt oft nur zu noch mehr Konflikten.
Die Therapie
Meine Frau hat mich überredet, zu einem Paartherapeuten zu gehen. Anfangs war ich zögerlich, doch am Ende war ich froh, denn hier konnte ich endlich auch meine Sorgen aussprechen. (Zu Hause verlief jeder Streit so, dass meine Frau eine halbe Stunde lang schreiend und weinend klagte, und wenn ich dann zu Wort kommen wollte, zog sie sich beleidigt zurück und hörte nicht zu.)
Beim Therapeuten konnte ich in Worte fassen, was mich belastet, und meine Frau reagierte ruhig. Doch zu Hause begann das Weinen, Schreien und Rückziehen wieder von vorne. Nach einer Weile traute ich mich kaum noch, etwas zu sagen, weil sie mich dann hinter verschlossener Tür bestrafte.
Schließlich brachte der Therapeut sanft heraus, warum ich in letzter Zeit meine Gefühle nicht mehr teile, und stellte behutsam meine Frau zur Rede. Ich war erleichtert – bis meine Frau auf dem Heimweg sagte, das habe keinen Sinn, wir müssten einen neuen Therapeuten suchen. Da wurde klar: Sie hatte nie die Absicht, zuzuhören, was mich wirklich belastet.
Rechtliche Fälle
Ich sage heute keiner Frau mehr, was mir nicht gefällt, denn bisher bin ich nur draufgefallen. Ich konnte jede Klage meiner Ex-Freundinnen geduldig anhören, ohne auszurasten – selbst wenn sie völlig unbegründete Eifersucht oder unter der Gürtellinie liegende Vorwürfe äußerten. (Damit meine ich zum Beispiel unbegründete Eifersucht oder dass sie mir vorhielten, ich sei zu klein.)
Geduld wurde mir aber nie entgegengebracht. Egal was ich sagte, sie rasteten aus, weinten, machten Theater oder schmollten tagelang. Einmal fragte ich verzweifelt eine Ex: Wie soll das denn fair sein? Ihre Antwort: „Wenn du das Recht hast, dein Problem zu teilen, habe ich das Recht, darauf zu reagieren!“ Schachmatt – da wusste ich nichts zu sagen und schweige seitdem lieber.

Äußerung von Missfallen
Meine Frau musste nie gedrängt werden – wie keine andere Frau – über ihre Gefühle zu sprechen. Ich hingegen – wie fast alle Männer – schon. Sie forderte mich ständig auf, endlich zu sagen, was mich belastet, aber wenn ich es tat, gefiel es ihr gar nicht.
Als sie zwei Tage lang nicht mit mir sprach, sagte ich, ich bereue, dass ich überhaupt etwas gesagt habe, denn offensichtlich wurde nichts besser, sondern nur schlimmer. Sie antwortete: „Wenn du nur Dinge teilst, die berechtigt sind, werde ich nicht schmollen.“ Da lernte ich, dass meine Gefühle nie berechtigt sein können und die universelle Wahrheit immer auf der Seite meiner Frau steht. Zwei Jahre später ließen wir uns scheiden.
Konstruktive Auseinandersetzung
Ich hatte Freundinnen, mit denen man wirklich streiten konnte. Wir sagten beide, was uns störte, und suchten nach Kompromissen. Leider nahm ich das als selbstverständlich – und erkannte erst spät, dass mit meiner Frau – seit der Hochzeit – so etwas unmöglich ist. Sie will jeden Streit gewinnen.
Wenn sie erzählt, wie viel sie arbeitet, verstehe ich das, aber wenn ich darauf hinweise, dass auch ich viel arbeite, explodiert sie. Wenn sie sagt, wie sie Sex anders möchte, nehme ich das an – aber wenn ich meine Wünsche äußere, frage ich mich, was ich mir eigentlich einbilde.
Ich muss ihr Essen ohne Murren essen, auch wenn es total versalzen ist (ich esse es), aber sie zieht eine Schnute und will nicht mal meinen Kuchen probieren. Jetzt weiß ich, dass der Spruch stimmt: Frauen träumen von der Hochzeit, nicht von der Ehe, Männer von der Freundin, nicht von der Frau.

Der Satz
Meine Frau ist zu Hause mit unserem neun Monate alten Baby, ich arbeite. Jeden Abend eile ich nach Hause, denn ich bade das Baby, füttere es abends und bringe es ins Bett. Am Wochenende kümmere ich mich ebenfalls durchgehend um das Kind, damit meine Frau sich etwas erholen kann.
Letzten Samstag war ich allerdings ausnahmsweise derjenige, der nicht mit seiner Partnerin sprechen wollte. Kein Kommentar, dass das meiner Frau erst am nächsten Abend auffiel und sie mich so lange löcherte, bis ich ihr ein paar – fatale – Sätze zusammenfasste.
„Liebling, ich bin die ganze Woche von sechs Uhr morgens bis elf Uhr abends auf den Beinen, gestern bin ich nachts wegen des Babys aufgestanden, habe es gefüttert, die Küche geputzt, und du hast noch geschlafen, als ich mit dem Baby einkaufen ging. Als ich zurückkam, räumte ich das Essen weg und fing an zu kochen, während du zwei Stunden lang nur auf dein Handy starrtest. Einmal bist du aufgestanden – um das Eis aus dem Kühlschrank zu holen – und hast zehn Minuten mit mir gestritten, weil ich die falsche Butter gekauft habe – obwohl ich sagte, es gab keine gewohnte – dann bist du wieder auf die Couch gegangen und hast bis abends Reality-Shows geschaut, ohne mich oder das Baby wahrzunehmen. Entschuldige, wenn ich danach nicht gut gelaunt bin.“
Die Reaktion war, dass sie weinend mit dem Baby für zwei Tage zu ihrer Mutter ging. Mein Rat an alle Männer: Fallt nicht in diese Falle und sagt einer Frau niemals, was euch wirklich belastet.











