Ist der Waschbrettbauch doch nicht der Hit? Eine überraschende Umfrage zeigt, dass Frauen einen athletischen Körper einem übermäßig muskulösen vorziehen. Wenn man vier Männerkörper nebeneinanderstellt (dünn, athletisch, muskulös, sehr muskulös), wählen die meisten Frauen den athletischen als den attraktivsten. Das bedeutet, dass wir nicht unbedingt auf aufgepumpte Körper stehen und unser Geschmack vielfältiger ist, als man denkt.
Prozentzahlen
Als Psychologin weiß ich, dass Männer oft viel muskulöser sein wollen, als Frauen es attraktiv finden. Viele träumen vom Waschbrettbauch, doch nur etwa 39 % der Frauen bevorzugen diesen. 58 % mögen einen flachen Bauch, und 3 % finden es sogar sympathisch, wenn ein kleiner Rettungsring da ist. Nur ein stark übergewichtiger, also krankhaft fettleibiger Körper wird von Frauen als unattraktiv empfunden.
Frauen schätzen die Beinmuskulatur mehr, als Männer glauben. Denken wir an die dünnen Beine von Männern, die nur ihren Oberkörper trainieren und die Beine vernachlässigen. Die drei wichtigsten Muskelgruppen für Frauen sind in dieser Reihenfolge: Arme, Brust und Schultern. Eine Studie zeigt, dass Frauen Brad Pitts Arme im Film „Fight Club“ als groß empfinden. Auch Cristiano Ronaldos Arme finden sie beeindruckend – aber wer hat laut Männern wirklich große Arme? Arnold Schwarzenegger in seiner Blütezeit.
Die Kraft der Genetik
Eine meiner Patientinnen bevorzugt ausdrücklich schlanke Männer:
„Ich kann nichts dafür, ich stehe einfach auf sehr schlanke Typen. Mein Vater war dünn, ebenso alle meine Onkel und Cousins. Wir sind eine große, schlanke Familie, und ich vermute, deshalb mag ich diesen Körpertyp. Ich habe nie verstanden, was an diesen muskelbepackten Fleischbergen attraktiv sein soll, wenn ein schlanker, dünner Körper viel klarer und spannender wirkt. Bei Muskelkolossen verziehe ich das Gesicht, während mir bei einem schlanken, schwarzhaarigen Goth-Typ das Wasser im Mund zusammenläuft.“

Bewusster Aufbau
Eine andere Patientin ist eine typische Fitness-Lady, für die nur ebenbürtig körperbewusste Männer infrage kommen:
„Ich verbringe die meiste Zeit im Fitnessstudio, wo ich beim Training im Spiegel sehe, an welchen Muskelgruppen ich noch arbeiten muss. Für mich ist es Pflicht, die maximale Ästhetik zu erreichen, die mein Körperbau zulässt – deshalb kommen für mich nur Bodybuilder als Männer in Frage. Ich liebe es, die prallen Muskeln meines Partners zu bewundern. Wer nicht „optimiert“ ist, also umgangssprachlich nicht „aufgepumpt“, existiert für mich als potenzieller Partner nicht.“

Der goldene Mittelweg
Ich selbst repräsentiere den Durchschnitt. Dünne Männer gefallen mir nicht, denn dünn sollte die Frau sein, der Mann aber körperlich stärker und größer als ich. Bei diesen übertrieben muskulösen, wie aus dem Labor stammenden Muskelbergen bekomme ich allerdings Gänsehaut. Diese pralle, dicke Muskelmasse mit durchzogenen Adern finde ich nicht attraktiv. Ich mag es, wenn ein Mann seine Muskeln nicht im Fitnessstudio, sondern „organisch“ aufgebaut hat, zum Beispiel durch Holzfällen oder Hausarbeit.
Ich glaube, wir Frauen stehen nicht auf extrem aufgepumpte Körper, weil sie unnatürlich wirken. In den 40er Jahren sahen die muskulösesten Männer der Welt aus wie heutige durchschnittliche muskulöse Männer, denn damals gab es noch keine anabolen Steroide oder Wachstumshormonspritzen, die heute solche Muskelberge schaffen. Ich habe recherchiert: Laut Umfragen würden 79 % der Frauen keinen Mann daten, der Steroide nimmt. 21 % sagen, das sei kein Ausschlusskriterium, aber definitiv ein „Red Flag“ – also ein schlechtes Zeichen. Weniger als 0,5 % sehen das positiv.

Die gute Nachricht für Männer: Der Körperbau, der den meisten Frauen gefällt, ist mit durchschnittlichen genetischen Voraussetzungen für jeden relativ leicht erreichbar.











