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„Keine Tragödie, sondern natürliche Selektion" – Frauen über die „Männer-Einsamkeits-Epidemie"

Szőke Angéla4 Min. Lesezeit
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„Keine Tragödie, sondern natürliche Selektion" – Frauen über die „Männer-Einsamkeits-Epidemie" — Lebensstil
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Sollten wir Männer bemitleiden, die chronisch allein sind? Ein paar Frauen haben dazu eine sehr klare Meinung.

Interessant, oder?

Moment mal. Bisher hieß es doch, dass die einsame Frau die klischeehafte „Katzenoma" ist, die niemand wollte. Dabei zeigen alle Studien: Single-Frauen gehören zu den glücklichsten gesellschaftlichen Gruppen überhaupt – gemeinsam mit verheirateten Männern. Wohlgemerkt.

Der Junggeselle hingegen galt immer als der coole, freie Typ, um den alle anderen neidisch waren. Umso verwunderlicher klingt jetzt der Begriff „Männer-Einsamkeits-Epidemie". Hat sich also doch herausgestellt, dass eine Frau an ihrer Seite vielleicht doch nicht so überflüssig war?

Die Erste in meiner Familie

Ich bin die erste Frau in meiner Familie, die studieren durfte, die sich auf ihre Karriere konzentrieren konnte und die sich wirtschaftliche Unabhängigkeit aufgebaut hat – ganz allein. Und ich werde auch die letzte sein, denn ich habe mich bewusst gegen Kinder entschieden.

Weil Heiraten für mich keine Überlebensfrage war, konnte ich mir meine Partner aussuchen und in Ruhe auf den richtigen Mann warten – einen, der fürsorglich ist, auf Augenhöhe begegnet und mich wirklich als gleichwertige Partnerin behandelt. Dieser Luxus war meinen Vorfahrinnen nicht vergönnt.

Meine Urgroßmutter heiratete den Mann, den ihre Eltern für sie ausgesucht hatten – Hauptkriterium: viel Ackerland. Meine Großmutter wurde mit 17 schwanger und heiratete selbstverständlich den Vater des Kindes. Selbst meine Mutter hatte kaum Wahl – der gesellschaftliche Druck war enorm, und mein Vater hatte Arbeit und war höflich. Das reichte damals, um als gute Partie zu gelten.

Ich bin die erste Frau meiner Linie, die es sich leisten konnte, nicht zu hetzen. Mein Mann ist ein außergewöhnlicher Mensch – und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis bewusster Wahl. Was ich damit sagen will: Die sogenannte „Männer-Einsamkeits-Epidemie" ist keine Tragödie – es ist natürliche Selektion. Ein Mann, der nicht gut genug ist, findet keine Partnerin. So einfach ist das.

Bitte nicht zum Lachen bringen

Soll ich jetzt etwa Mitleid haben mit Männern, die frustriert sind, weil Frauen nicht zu ihren Füßen liegen – Frauen, die sie von vornherein als minderwertig betrachten und bestenfalls als Haushaltshilfe sehen? Arme Kerle. Mein Herz blutet.

Gabor – ein lebendes Denkmal der Einsamkeits-Epidemie

Ich habe einen Kollegen – nennen wir ihn Gabor. Er arbeitet mit mir in einer Anwaltskanzlei und wird zunehmend frustrierter, weil er keine Frau findet. Seine Anforderungen: Sie muss gebildet sein, am besten Juristin oder Ärztin, denn sonst würden seine Eltern reden. Und er findet seit Jahren niemanden.

Das Problem ist: Gabor ist ein schwieriger Mensch – um es freundlich auszudrücken. Weniger freundlich: Er ist ein Sexist, der kaum zu ertragen ist. Und die klugen, gebildeten Frauen, die er sich wünscht, fliehen nach dem ersten Date, als hätten sie den Teufel gesehen.

Gabor versteht nicht, warum er als erfolgreicher, gut situierter Mann keine Partnerin findet. Ich habe ihm vorsichtig erklärt: Gebildete Frauen interessiert sein Geld nicht – sie haben ihr eigenes. Warum sollte eine erfolgreiche Frau bei jemandem bleiben, der sie nicht respektiert? Gabor begreift bis heute nicht, dass das Problem bei ihm liegt.

Single – aber mit Absicht

Nicht nur unter Männern gibt es immer mehr Singles. Auch Frauen sind zunehmend allein – aber die meisten haben es bewusst so gewählt. Denn Frauen sind allein glücklich und ausgeglichen. Sie vermissen keinen undankbaren Partner, den sie rund um die Uhr managen müssen.

Männer hingegen tun sich schwer damit, allein zu sein – weil sie es gewohnt sind, dass eine Frau ihr Leben organisiert: Haushalt, Kochen, soziale Kontakte, Arzttermine, alles. Ohne diese Unterstützung funktionieren viele nicht gut. Aber das ist nicht das Problem der Frauen.

Der Bauch und die Ausreden

Mein Bruder war sein Leben lang ein Faulenzer – aber in jungen Jahren störte ihn das kaum, weil er gut aussah. Seit er die 30 überschritten hat, sein Haar lichter wird und er einen Bauch angesetzt hat, ist er seit Jahren allein. Er hat weder einen richtigen Job, noch Geld, noch eine Perspektive – und versteht trotzdem nicht, warum Frauen an ihm vorbeigehen.

Als ich ihn darauf hinwies, dass er nicht mehr ganz der Brad Pitt von einst ist, beschwerte er sich, wie oberflächlich Frauen doch seien. Ich habe ihm erklärt: Anders als Frauen, die gesellschaftlich unter permanentem Druck stehen, attraktiv zu sein, reicht es bei Männern völlig aus, wenn sie zuverlässig, fleißig und liebevoll sind – dann stört ein Bauch die wenigsten Frauen.

„Aber du erwartest als dicker Nichtsnutz, dass Frauen vor dir in Ohnmacht fallen – in welcher Welt lebst du eigentlich?"

Er sucht den Fehler bis heute nicht bei sich selbst.

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