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„Im Winter fiel oft 1–2 Meter Schnee“ – Was haben mir meine Kindheits- und Erwachsenenweihnachten beigebracht?

Elisabeth Müller5 Min. Lesezeit
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„Im Winter fiel oft 1–2 Meter Schnee“ – Was haben mir meine Kindheits- und Erwachsenenweihnachten beigebracht? — Familie
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Es ist spannend, zurückzublicken, wie unterschiedlich Weihnachten in den verschiedenen Phasen meines Lebens war. Wie sich das kindliche Staunen in jugendlichen Trotz verwandelte, wie es als Erwachsener zur Verantwortung wurde und schließlich zu bewusster Präsenz und Dankbarkeit.

Was diese Feiertage mir sicher gelehrt haben, ist, dass kein Weihnachten dem anderen gleicht und nichts selbstverständlich ist.

Kindheitsfeste: Wenn Weihnachten vom Wunder erzählte

Eine meiner frühesten Erinnerungen ist ein gelbes Barbie-Auto, das ich mit 4–5 Jahren bekam und das mich mit unbeschreiblicher Freude erfüllte – dieses Glücksgefühl spüre ich noch heute. Als Kind drehte sich Weihnachten vor allem um Geschenke, Magie, das Zusammensein und das warme, behütete Gefühl, das unsere Familie in dieser Zeit umgab.

Die Winter waren kalt, im Bakony fiel oft 1–2 Meter Schnee, und unser Vater nahm uns regelmäßig zum Schlittenfahren oder Rutschen mit. Wenn wir zurückkamen, wartete auf wundersame Weise der geschmückte Baum und die unvergleichliche Aufregung, die das Entdecken der Geschenke mit sich brachte.

Ich erinnere mich auch daran, dass meine Eltern einmal versuchten, uns mit der Regel „erst essen, dann Geschenke auspacken“ zum gemeinsamen Abendessen zu bewegen. Doch ich glaube, sie erkannten schnell, dass das mit zwei Kindern unmöglich war.

Heute weiß ich, dass diese Gefühle – Wärme, Sicherheit, Unbeschwertheit – viel mehr bedeuten als die Geschenke selbst. Bei meiner Tochter versuche ich genau das weiterzugeben, während ich mir bewusst mache: Im Kindesalter ist es ganz natürlich, dass die Geschenke im Mittelpunkt stehen. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist einfach Teil der kindlichen Welt.

Junge Menschen pflanzen einen Tannenbaum

Wenn Freunde in den Fokus rückten und Traditionen zum ersten Mal brachen

Später, als Teenager, rückte Weihnachten in den Hintergrund. Vielmehr zählte die Winterpause, die Zeit mit Freunden und die Aufregung um Silvester. Weihnachten wurde mehr zu einer Station auf dem Weg in die freie Zeit am Jahresende.

Dieses Gefühl wurde nach der Scheidung meiner Eltern besonders stark. Obwohl meine Mutter versuchte, die vertraute Atmosphäre zu bewahren, gelang das nicht mehr wie früher. Damals empfand ich das nur als Verlust und Traurigkeit, doch rückblickend sehe ich, wie wichtig diese Erkenntnis war: Nichts ist beständig. Alles kann sich ändern, und plötzlich wird einem klar, dass „ein Weihnachten nie wieder so sein wird wie früher.“

Vielleicht stammt von hier auch mein Bedürfnis und Verständnis für Dankbarkeit: Kein gemeinsamer Tag ist selbstverständlich.

Am Beginn des Erwachsenwerdens: Ich wusste nicht, wo ich hingehöre

Als junge Erwachsene mit etwas mehr Selbstständigkeit, aber noch nicht ganz losgelöst von zu Hause, fühlten sich Weihnachten oft leer an, obwohl alles ähnlich ablief wie zuvor. Ich hatte das Gefühl, nirgendwo wirklich dazuzugehören – weder zur Familie meines damaligen Freundes noch zu meiner eigenen. Es war, als schwebte ich zwischen zwei Welten, ohne wirklich verwurzelt zu sein.

Rückblickend war das die Zeit, in der Weihnachten endgültig seine kindlichen Anker verlor und für eine Weile weder echte Freude noch Sicherheit bot.

Nahaufnahme einer Mutter, die während des Weihnachtsabendessens eine Kerze anzündet. Canon R5

Die ersten Weihnachten zu zweit

Als ich endgültig ausgezogen war und wir die ersten Feiertage zu zweit verbrachten, veränderte sich alles. Diese Weihnachten spiegelten die Unbeschwertheit der Jugend wider – mit vielen Freunden, noch mehr Partys und viel Freiheit. Erst im Nachhinein wurde mir klar, wie wertvoll diese Zeit war.

Nach dem romantischen Heiligabend gingen wir regelmäßig in den Pub, wo alle unsere Bekannten waren. Es spielte keine Rolle, ob Weihnachten oder Samstagabend war – jeder Abend wurde zu einem besonderen Anlass, um zusammen zu sein und Spaß zu haben. Nicht mehr das Weihnachtswunder oder Traditionen standen im Mittelpunkt, sondern Erlebnisse und Freude.

Mit der Gründung unserer eigenen Familie änderte sich alles in uns

Der Fokus lag längst nicht mehr darauf, was ich bekomme, aber auch nicht mehr darauf, was ich erlebe. Vielmehr darauf, was ich geben kann: Erlebnisse, Geborgenheit, Magie, Wärme, Erinnerungen… Die ersten Weihnachten als Mutter standen dafür, für meine Tochter Erinnerungen und Halt zu schaffen – mindestens so stabil, wie ich sie in meiner Kindheit erfahren habe.

In dieser Zeit wurde die Kraft des familiären Zusammenhalts besonders spürbar, vor allem, weil die Arbeit im Ausland oft unseren Alltag zerriss. Manchmal bestand Weihnachten praktisch nur aus einem einzigen Tag, oder der Schatten der baldigen Trennung lag schon voraus. Diese Jahre lehrten mich, wie zerbrechlich Zeit ist und wie wichtig es ist, die gemeinsamen Tage bewusst zu erleben.

Die Lektion dieses Jahres

Dieses Jahr wird für uns besonders wichtig. Wir beide haben Operationen hinter uns (eine davon völlig unerwartet), ganz zu schweigen von seelischen Tiefpunkten und Verlusten. Das Erlebte hat uns erneut daran erinnert, wie zerbrechlich Gesundheit und Leben sind.

Wir mussten uns wieder bewusst machen, dass wir nichts als selbstverständlich ansehen dürfen – weder Gesundheit, noch den Alltag im Gleichgewicht, noch die gemeinsame Zeit. Deshalb spüre ich jetzt noch stärker, wie wichtig es ist, jeden Tag wertzuschätzen und aktiv am Leben teilzuhaben. Die Erlebnisse, die wir heute schaffen, können morgen schon unbezahlbar sein.

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