Hab keine Scheu, eine Grenze zu ziehen
Freunde sind unter anderem dafür da, um unsere Sorgen, Schmerzen und Ärgernisse zu teilen. Das ist völlig normal und funktioniert in beide Richtungen – genauso wie die gegenseitige Unterstützung in solchen Momenten. Wenn deine Freundin dich jedoch ständig als emotionale Mülltonne benutzt, sich nie für dich interessiert und nur klagt, ist das eine sehr einseitige Beziehung.
Wenn du merkst, dass sie dir gar nicht zuhört und sobald sie wieder dran ist, gleich weiterjammert, sag ihr offen, dass dir eure Beziehung zu einseitig vorkommt.
Erkläre, warum du möchtest, dass sie aufhört
Viele scheuen sich davor, einen notorischen Jammerer zu stoppen, weil sie Angst haben, die andere Person zu verletzen oder dass sie sich beleidigt fühlt. Denk daran: In einer gesunden Freundschaft ist das erlaubt, solange du es respektvoll sagst. Sag zum Beispiel: „Wenn wir zusammen sind, geht es immer nur um deine Probleme. Ich würde gerne auch mal über andere Dinge sprechen.“ oder „Du weißt, dass du auf mich zählen kannst, aber lass uns auch ab und zu über mein Leben reden.“
Wenn sie über Themen klagt, die dich besonders belasten (zum Beispiel unzufrieden mit ihrem Sexleben ist oder ihre Mutter kritisiert), sag: „Entschuldige, aber können wir bitte das Thema wechseln? Solche persönlichen Details machen mich etwas unwohl.“

Gib nur dann Ratschläge, wenn sie darum bittet
Du hörst schon zum wiederholten Mal, dass ihr Freund nie den Müll rausbringt oder ihr Chef sie ständig schikaniert? Verständlich, dass du denkst, sie sollte das Problem lösen, indem sie den Freund verlässt oder sich einen neuen Job sucht.
Der notorische Jammerer klagt aber meistens nicht, um Rat zu bekommen. Er will einfach nur Frust loswerden. Wenn du Ratschläge gibst, wird sie dich wahrscheinlich abblocken oder gar nicht richtig hören, weil das Gesagte an ihr vorbeigeht.
Frag sie, wie du helfen kannst
Freunde sind da, um sich gegenseitig zu unterstützen. Biete deine Hilfe an, auch wenn du weißt, dass sie sie wahrscheinlich nicht annehmen wird. Frag sie konkret: „Du hast dieses Problem schon öfter erwähnt und es scheint dich sehr zu belasten. Kann ich dir irgendwie helfen, damit sich die Situation verbessert?“
Wahrscheinlich wird sie NEIN sagen oder höchstens, dass du ihr zuhörst. Dann kannst du ruhig sagen, dass ihr zwar oft darüber gesprochen habt, sich aber nichts geändert hat und jetzt ein anderer Schritt nötig ist. So bleibt ihr nicht in der Schleife hängen und du musst diese emotionale Last nicht allein tragen.
Schlag ihr vor, professionelle Hilfe zu suchen
Wenn dir das unangenehm erscheint, denk daran: Du bist ihre Freundin, nicht ihre Therapeutin. Irgendwann – wie im ersten Punkt erwähnt – musst du eine Grenze ziehen. Sie kann dir nicht böse sein, wenn du ihr sagst, dass du ihre Probleme verstehst, dich aber nicht in der Lage fühlst, ihr zu helfen. Deshalb wäre es aus deiner Sicht der nächste Schritt, eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Mach dir keine Vorwürfe – das ist auch in ihrem Interesse.











