Kennst du das Gefühl, wenn du dich endlich an eine lange aufgeschobene Aufgabe setzt und dabei ständig denkst, wie sehr du sie hasst? Egal ob Ausmisten, Abwaschen oder eine Excel-Tabelle ausfüllen – meistens ist in der Mitte der Aufgabe wenig spannend. Doch wenn du sie endlich abschließt, fühlst du oft Zufriedenheit und Erleichterung und denkst im Nachhinein, dass es gar nicht so schlimm war. Wie kann das sein?
Die Erklärung liegt im Peak-End-Effekt.
Daniel Kahneman, Nobelpreisträger und Psychologe, fand heraus, dass unser Gehirn bei der Erinnerung an ein Erlebnis nicht die Gesamtdauer oder den Grad des Unbehagens speichert, sondern vor allem, wie intensiv der Höhepunkt war und wie das Erlebnis endete.
Das bedeutet, dass wir uns bei Aufgaben vor allem an den intensivsten Moment (positiv oder negativ) und den Abschluss erinnern.
Denk nur an den Zahnarztbesuch! Gibt es während der Behandlung einen schmerzhaften Moment, du aber am Ende zufrieden mit dem Ergebnis bist und der Zahnarzt dir lächelnd auf den Weg gibt, bleibt dir vor allem der positive Abschluss im Gedächtnis. Genauso kann ein unerwarteter Höhepunkt wie das Finden eines alten Fotos beim Putzen die Erinnerung an die ganze Aufgabe komplett verändern.
Der Peak-End-Effekt hilft dir, Aufgaben nicht als mühsame Pflicht zu sehen
… sondern als Erlebnis, das du im Nachhinein gern wiederholen möchtest. Du musst nicht jeden Moment genießen – es reicht, wenn es mindestens einen kleinen freudvollen Augenblick gibt und das Projekt mit einem guten Gefühl endet.
Ich zum Beispiel habe das Bügeln lange gehasst. Es wirkte ermüdend und monoton, und ich dachte immer, es hört nie auf. Dann habe ich es mal ausprobiert, an einem Tag ohne andere Pflichten, während meine Lieblingsserie im Hintergrund lief. Seitdem sehe ich das Bügeln ganz anders! Es ist zwar kein neues Hobby, aber ich meide es nicht mehr so sehr.
Baue bewusst Höhepunkte und positive Abschlüsse in aufgeschobene Aufgaben ein
Beim Putzen kannst du deine Lieblingsmusik anmachen und vielleicht sogar tanzen oder singen! Bei lästiger Papierarbeit belohne dich am Ende mit einer kleinen Auszeit, zum Beispiel einem kurzen Spaziergang, um den Kopf frei zu bekommen. Wichtig ist, dass dein Gehirn sich eher an diese kleinen Freuden erinnert als an die Langeweile zwischendurch. So fällt dir der Start leichter und mit der Zeit wirst du immer weniger das Gefühl haben, eine Aufgabe nicht beginnen zu können.
Studien zeigen, dass oft nicht die Dauer zählt, sondern wie unser Gehirn die Erinnerung kodiert.
Deshalb erinnerst du dich nach einem langen, langweiligen Meeting meist nur an den lustigen Kommentar am Ende – nicht an die Statistiken, die präsentiert wurden.
Wenn du also das nächste Mal vor einer Aufgabe flüchten möchtest, überlege, wie du den Peak-End-Effekt nutzen kannst! Du musst nicht den ganzen Prozess lieben – es reicht, einen kleinen Höhepunkt zu finden und darauf zu achten, dass du mit einem guten Gefühl abschließt. So kommst du später viel lieber zurück und das Aufschieben verschwindet langsam aus deinem Leben.











