Bad Boys vs. nette Jungs
Vor einigen Jahren wurde eine Studie (DeBuse 2016) durchgeführt, in der Frauen zu vier Männertypen befragt wurden: Bad Boy, netter Junge, Held und Verlierer. Die Frauen sollten die Persönlichkeitsmerkmale benennen, die ihrer Meinung nach zu jedem Typ passen. Bad Boys und Helden wurden als dominant wahrgenommen, während diese Eigenschaft bei den anderen beiden Typen fehlte. Die netten Jungs und Helden galten als die unterstützendsten Partner.
Helden und Bad Boys wurden als die attraktivsten angesehen, Verlierer dagegen nicht. Die netten Jungs lagen optisch irgendwo dazwischen.
Die Studie zeigte auch, wie Frauen diese Männertypen als sexuelle Partner und Lebensgefährten sehen. Der Held-Typ war der klare Favorit: attraktiv als Sexpartner und zugleich unterstützend als Partner. Verlierer wurden als die schlechtesten Partner bewertet, Bad Boys und nette Jungs lagen dazwischen.
Außerdem wurde untersucht, welche Frauen sich zu welchen Typen hingezogen fühlen. Konfliktvermeidende Frauen bevorzugten weniger unterstützende Männer, also eher keine Helden oder netten Jungs. Ängstliche Frauen standen auf dominante Männer, also Helden und Bad Boys. Frauen mit höherem Selbstwertgefühl wählten eher nette Jungs und mieden Bad Boys. Sexuell offenere Frauen bevorzugten Bad Boys und mieden die netten Jungs.
In einer anderen Studie (McDaniel 2005) berichteten Frauen, warum sie mit einem bestimmten Typ ausgehen. Oft wählten sie den Mann passend zu ihren aktuellen Bedürfnissen, nicht nur aus spontaner Anziehung. Wünschten sie sich einen treuen Partner, mit dem sie viel reden können und auf den sie sich verlassen können, probierten sie es mit dem netten Typ. Ging es um Spaß und lockere Beziehungen, zogen sie Bad Boys vor. Für eine langfristige Beziehung suchten die meisten Frauen eindeutig die Gesellschaft netter Jungs.

Die Partnerwahl hängt davon ab, wie langfristig wir planen
Zusammengefasst zeigt sich: Frauen, die sich zu Bad Boys hingezogen fühlen, legen mehr Wert auf das äußere Erscheinungsbild als auf emotionale Unterstützung oder langfristige Bindung. Das liegt daran, dass sie selbst keine langfristige Beziehung mit so einem Partner planen. Diese Frauen haben oft Schwierigkeiten, Vertrauen aufzubauen, vielleicht wegen geringem Selbstwertgefühl, und rechnen nicht damit, dass sich daraus eine dauerhafte Beziehung entwickelt. Sie wählen lieber Abenteuer und Spannung mit einem attraktiven Mann – auch wenn das nur von kurzer Dauer ist und keine feste Bindung entsteht.
Frauen, die den netten Typ wählen, bevorzugen emotionale Bindung. Sie haben ein höheres Selbstwertgefühl und legen weniger Wert auf sexuelle Anziehung oder gutes Aussehen. Im Gegensatz zu den Bad Boy-Fans suchen sie einen zuverlässigen und unterstützenden Partner – auch wenn dieser nicht der attraktivste oder maskulinste ist.
Frauen, die den Heldentyp mögen, suchen in einem Partner alles zusammen: Dominanz, Anziehungskraft, Sexappeal und Unterstützung. Sie sind selbstbewusst, haben ein gesundes Selbstwertgefühl, können aber auch zu Ängsten neigen. Sie sehnen sich nach leidenschaftlicher Liebe und gleichzeitig nach Halt. Studien zeigen, dass solche Frauen meist selbst bei Männern beliebt sind und daher gute Chancen haben, ihren Partner zu finden.
Gibt es also eine gewisse Gerechtigkeit in dem Ganzen? Wer bei der Partnersuche Kompromisse eingeht, gewinnt und verliert gleichzeitig, wenn er seinem Wunschpartner begegnet. Wer aber alles auf einmal will, bekommt es oft auch – auf überraschende Weise.











