Bei der späteren Analyse meiner gescheiterten oder von Anfang an zum Scheitern verurteilten Jugendbeziehungen fiel mir oft auf, dass es im Bereich Sex Warnsignale gab: Irgendetwas stimmt nicht mit meinem Partner.
Ich will nicht sagen, dass das Scheitern dieser Beziehungen allein an ihnen lag (Analyse, Verstehen und Lernen beinhalten auch, die eigenen Fehler anzuerkennen), aber heute verstehe ich besser, wie rote Flaggen diese Defizite im Bett sind. Vielleicht wäre ich vorsichtiger gewesen oder hätte mich gar nicht erst so tief auf die Beziehung eingelassen.
Heute bin ich mir sicher: Würde ich solchen Warnzeichen begegnen, würde ich lieber weiterziehen. Ich suche einen Partner, der bereit ist für das, was ich mir in einer Beziehung wünsche.
Er drängt zu Sex oder zu allem, was du nicht willst
Sexualität und Libido sind komplex und schwanken. Ich erinnere mich an eine junge Beziehung, in der meine Lust stark nachließ und schließlich ganz verschwand.
Mein damaliger Partner suchte keine Lösungen, wollte nicht reden oder die Romantik neu entfachen. Ich nehme es ihm nicht übel, er war auch sehr jung.
Sein junges Alter und seine Unerfahrenheit dürfen aber keine Entschuldigung sein, wenn er versucht hat, mich mit dem Satz zu Sex zu drängen: „Ich mache auch Dinge für dich, obwohl ich keine Lust habe!“
Ja, das hat er getan – so wie es fast jeder in einer Beziehung tut: Wir gehen ins Theater, das eigentlich nur den anderen interessiert, führen langweilige Gespräche mit dem Onkel bei Familienfeiern oder machen morgens Kaffee, obwohl wir selbst müde sind.
Das ist aber weit entfernt von einem Miteinander, das auf gemeinsamer Freude basiert – letzteres ist reine Gewalt, auch wenn sie verpackt wird.
Rückblickend gab es in dieser Beziehung Kontrolle, Unterdrückung und all das, was irgendwann in eine missbräuchliche Beziehung hätte münden können. Zum Glück bin ich rechtzeitig gegangen, aber nicht früh genug. Heute würde ich schneller handeln.

Er will nicht spielen
Weniger gravierend, aber trotzdem schwer zu bemerken ist es, wenn jemand keinerlei Lust auf Experimentieren im Bett hat. Natürlich hat jeder Grenzen, und diese müssen unbedingt respektiert werden.
Aber wenn Sex für jemanden wie ein mechanischer Akt ist, statt ein Spiel, eine gemeinsame Entdeckung und Fantasie, dann wird das keine Verbindung schaffen. Und diese Verbindung ist meiner Meinung nach unverzichtbar, damit zwischen zwei Menschen eine echte Partnerschaft entsteht.
Er macht deinen Orgasmus zum Ego-Thema
Ein Orgasmus ist beim Sex nicht immer selbstverständlich. Manche schaffen es beim Eindringen gar nicht – und warum sollte das auch?
In einer gesunden Beziehung reden die Partner miteinander, hören zu, was dem anderen Freude macht, und suchen gemeinsam Wege, damit das Zusammensein für alle befriedigend ist.
Alternativen, nicht eindringliche sexuelle Handlungen oder Spiele können dabei helfen. Wenn dein Partner daraus ein Ego-Thema macht, ob du deinen Orgasmus erreichst – vor allem, wenn er meint, du müsstest ihn nur auf seine Weise bekommen –, zeigt das ein fragiles Selbstbild, das sich auch in anderen Bereichen der Beziehung bemerkbar macht.
Du wirst nicht nur unzufrieden sein, deine eigenen Bedürfnisse als Last empfinden und dich neben deinem Partner nicht frei fühlen, sondern irgendwann merkst du vielleicht, dass du Entscheidungen triffst, handelst oder sprichst, um sein Ego zu schützen. Und wenn du dich neben jemandem zurücknehmen musst, ist das sicher keine gesunde Beziehung.











