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Weihrauch und Myrrhe: Viel mehr als nur die Geschenke der Heiligen Drei Könige

Deborah Keller4 Min. Lesezeit
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Weihrauch und Myrrhe: Viel mehr als nur die Geschenke der Heiligen Drei Könige — Deko
In diesem Artikel

Mit der Unterstützung von Dr. Takács-Tóth Diána, Expertin für Heilpflanzen und Chemikerin, haben wir uns angeschaut, was es über diese beiden Pflanzen wirklich zu wissen gibt.

Tatsächlich sind beide Pflanzen

Zunächst ist wichtig zu verstehen, dass sowohl Weihrauch als auch Myrrhe Pflanzen sind – und zwar ganz besondere. Schon ihre Gewinnung ist einzigartig. „Weihrauch und Myrrhe gehören zur Familie der Burseraceae, den Weihrauchgewächsen. Myrrhe gehört zur Gattung Commiphora, Weihrauch zur Gattung Boswellia. Es handelt sich um dornige, locker verzweigte Sträucher oder Bäume. Die Harze werden gewonnen, indem man die Bäume mehrfach anritzt, sodass das Harz austritt und an der Luft schnell aushärtet. Das ausgehärtete Harz ist hart, glänzend und kann gelblich, transparent oder undurchsichtig sein. Aus dem Harz wird durch Wasserdampfdestillation das wertvolle ätherische Öl gewonnen.“ – erklärt die Expertin.

Foto: Kiss Imelda

Sie spielen seit langem eine wichtige Rolle

Hast du dich auch schon gefragt, wie Myrrhe und Weihrauch als Pflanzen neben Gold als Geschenke der Heiligen Drei Könige landen konnten und warum ihr Ruf über viele Generationen hinweg erhalten blieb?

„Die Verwendung von Weihrauch und Myrrhe blickt auf mehrere Jahrtausende zurück und spielte in vielen Kulturen, Religionen und Zivilisationen eine bedeutende Rolle – in der Medizin, Schönheitspflege, bei Bestattungsritualen, Einbalsamierungen, Parfümherstellung und religiösen Zeremonien, wie auch Bibel, Veden, altägyptische Papyrusrollen und der Koran übereinstimmend bestätigen.“

Schriftliche Aufzeichnungen belegen, dass sie vor 2700 Jahren zur Einbalsamierung von Verstorbenen verwendet wurden. Außerdem stellte man Räucherwerk und Parfüms daraus her. Myrrhe und Weihrauch waren die wertvollsten Schätze der Gewürzhändler, und die steigende Nachfrage setzte sie neben Gold als kostbare Güter.

Myrrhenharz wurde nicht zum Räuchern genutzt wie Weihrauch, sondern vor allem wegen seiner heilenden Wirkung in Salben und Einreibungen. Mit Wein gemischt entstand ein betäubendes Getränk für leidende Kranke. Dieses wurde laut Bibel auch Jesus vor der Kreuzigung angeboten, das er jedoch ablehnte, um das Urteil bei klarem Bewusstsein zu empfangen.“

Die symbolischen Geschenke

Gold, Weihrauch und Myrrhe wären auch heute noch wunderbare Geschenke. Doch in der Geschichte der Heiligen Drei Könige hat jedes dieser Geschenke eine tiefere symbolische Bedeutung in der christlichen Tradition.

„Gold symbolisiert königliche Würde und das Königtum Jesu. Es steht für die göttliche Königswürde und bedeutet Sonne. Weihrauch steht für Weisheit und Anbetung. Der wohlriechende Rauch des Weihrauchs drückt religiösen Respekt und Verehrung aus. Myrrhe ist das Harz für Sterbende und kündigt im Neuen Testament Jesu Leiden und Opfer am Kreuz an. Myrrhe kann Menschlichkeit und Opferbereitschaft symbolisieren.

Diese Geschenke verkörpern also neben ihrem materiellen Wert verschiedene Aspekte von Jesu Persönlichkeit. Gemeinsam spiegeln sie seine göttliche Königswürde, Menschlichkeit und die rettende Mission wider, die er gebracht hat.“

Sie haben viele heilende Eigenschaften

Das aus Weihrauch und Myrrhe gewonnene ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus dem an der Baumrinde gewonnenen, ausgehärteten Harz extrahiert. Heute schätzt man es vor allem wegen seiner beeindruckenden heilenden Wirkungen. „Weihrauch- und Myrrhenöle können bei Hauterkrankungen, Narben, Verletzungen und Abschürfungen angewendet werden. In der Kosmetik nutzt man vor allem die Anti-Aging-Wirkung des Weihrauchs.

Beide besitzen entzündungshemmende Eigenschaften, die bei Gelenkproblemen oder anderen Entzündungen hilfreich sein können. Traditionell wurden Weihrauch- und Myrrhenöle auch bei Atemwegserkrankungen wie Husten oder Asthma eingesetzt. Das Harz wirkt zudem antiseptisch.

Über Aromatherapie können sie auch zur Stress- und Spannungsreduktion beitragen. Ihr Duft wird oft als beruhigend und entspannend beschrieben. Zudem ist Weihrauchöl ein unverzichtbares Öl bei spirituellen Anlässen, Zeremonien und Meditationen.“

Foto: Petz Júlia

Auch im Alltag können sie nützlich sein

Auch wenn du keine Beschwerden hast, gibt es viele gute Gründe, ätherische Öle von Weihrauch und Myrrhe auszuprobieren. „Du kannst zum Beispiel eine Aromalampe oder einen Ultraschallvernebler verwenden! Aromatherapie kann helfen, Stress abzubauen, die Atemwege zu reinigen und die Entspannung zu fördern.

Du kannst sie auch inhalieren: Gib ein paar Tropfen Weihrauchöl in eine Schale mit heißem Wasser und atme den Dampf ein. Das unterstützt die Atemwege und erleichtert das Atmen. Auch als Massageöl eignen sie sich gut, wenn du sie mit einem Trägeröl wie Jojoba- oder Aprikosenkernöl verdünnst. So können sie Muskelverspannungen lindern. Mit weiteren antirheumatischen Ölen wie Rosmarin- oder Pfefferminzöl kannst du die Wirkung noch verstärken.

Und nicht zuletzt kannst du beide Öle ins Badewasser geben. Einfach 4 Tropfen Weihrauch- oder Myrrhenöl mit etwas Kaffeesahne oder Honig mischen und ins Badewasser geben. Das fördert Entspannung, Stressabbau und pflegt die Haut – gerade an hektischen Tagen eine wahre Wohltat.“ – weist Dr. Takács-Tóth Diána darauf hin.

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