Jede*r Elternteil wünscht sich, dass das Kind glücklich und erfolgreich erwachsen wird. Viele glauben, regelmäßiges Lob und Ermutigung seien dafür unverzichtbar. Doch wie bei vielem im Leben kann zu viel Lob auch nach hinten losgehen – besonders, wenn es keine echte Leistung dahinter gibt. Was steckt hinter diesem Phänomen und wie beeinflusst es die Zukunft der Kinder?
Die psychologische Wirkung von Lob
Ein Hauptgrund, warum Kinder durch zu viel Lob ängstlich werden können, liegt darin, dass es bei ihnen einen dauerhaften Leistungsdruck erzeugt. Natürlich tut es allen gut, nette Worte zu hören, doch bei Kindern ist das besonders sensibel. Wenn ein Kind für jede kleine Leistung gelobt wird, selbst wenn es kaum Anstrengung gezeigt hat, erwartet es, dass das in jeder ähnlichen Situation genauso sein wird.
Das führt dazu, dass es bei echten Herausforderungen entweder übermäßig viel leisten will, um Lob zu erhalten, oder aber Angst vor Situationen entwickelt, in denen es nicht gelobt wird.
Die Bedeutung realistischer Erwartungen
Wie gut Kinder sich einfügen, hängt eng mit den Erwartungen zusammen, die Eltern und Gesellschaft an sie stellen. Sind diese Erwartungen unrealistisch hoch, kann das Ängste auslösen. Lob sollte immer echte Leistungen widerspiegeln und nicht nur Selbstbewusstsein um jeden Preis fördern.
Manchmal loben Eltern ihre Kinder auch übermäßig, um selbst in ihrem sozialen Umfeld mit den Erfolgen „angeben“ zu können. Diese Haltung setzt das Kind unter enormen Druck, denn es will nicht nur den eigenen, sondern auch den Erwartungen der Eltern gerecht werden.
Authentische Selbstbewertung fördern
Ein gesundes Selbstbild beginnt in der Kindheit, und eine realistische Selbstbewertung ist die Basis dafür. Dafür braucht es ehrliches Feedback, nicht übertriebenes oder erzwungenes Lob. Eltern sollten erkennen, wann Lob angebracht ist und wann nicht. Ein gelungenes Bild darf gelobt werden, aber wenn das Kind nur mitmacht, um nicht aufzufallen, lohnt es sich, die Motivation zu hinterfragen.
Eltern spielen hier eine entscheidende Rolle: Lob sollte immer mit echten Anstrengungen verbunden sein, nicht nur mit Ergebnissen. So lernt das Kind, seine eigenen Leistungen wertzuschätzen und nicht nur durch die Augen anderer zu sehen.
Die Rolle von Empathie in der Erziehung
Empathie ist unverzichtbar beim Erziehen. Eltern sollten verstehen, dass Kinder die meisten Dinge als Lernprozess erleben. Nicht Fehlerlosigkeit, sondern das Anerkennen von Lernanstrengungen führt langfristig zum Erfolg.
Dafür ist es wichtig, dass Eltern die Gefühle und Rückmeldungen ihrer Kinder zu deren Entwicklung aufmerksam wahrnehmen und ihnen nicht ihre eigenen Vorstellungen aufzwingen. Kinder, die sich verstanden und akzeptiert fühlen, können gesellschaftliche Herausforderungen besser meistern und werden wahrscheinlich ausgeglichene, erfolgreiche Erwachsene.
Beim Erziehen gilt es, eine Balance zwischen Lob und Kritik zu finden. Echte Leistung anzuerkennen und die Gefühle sowie Anstrengungen des Kindes zu berücksichtigen, hilft dabei, selbstbewusste und angstfreie Erwachsene zu formen. Mit den richtigen Erziehungsmethoden lernen Kinder, sich selbst und ihr Leben wertzuschätzen – eine Fähigkeit, die sie ihr ganzes Leben lang begleitet.











