Es gibt diesen Moment im Herbst, wenn eine vertraute, prickelnde Stimmung in der Luft liegt. Nicht die Kälte, sondern dieses feine, versteckte „Weihnachtsgefühl“. Dann weiß ich genau: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Starten. Und falls du denkst, das sei zu früh, möchte ich klarstellen: Genau damit schaffe ich mir meine Ruhe.
Seit Jahren achte ich darauf, dass der Dezember nicht vom Stress, sondern vom Entschleunigen geprägt ist. Damit das Fest wirklich ein Fest wird und keine logistische Herausforderung. Eine der besten Entscheidungen dafür ist, spätestens im November mit den Vorbereitungen zu beginnen.
Dieses Jahr bin ich sogar etwas später dran als sonst, denn bei mir beginnt die Weihnachtsvorbereitung meist im Oktober, und letztes Jahr war ich sogar noch früher: Das erste Geschenk habe ich schon im September besorgt. Nicht, weil ich ein Weihnachtsfanatiker wäre, sondern weil ich genau weiß, wie voll der Jahresendspurt auch so schon ist. Deadlines, Arbeit, Schulveranstaltungen, Familienorganisationen… Das muss ich dir wohl nicht erklären.
In den Adventswochen genieße ich lieber Reisen, Spaziergänge und Glühwein, statt hektisch Geschenkpapier zu jagen. Wenn ich alles rechtzeitig erledige, bleibt wirklich Zeit für das, was ich an dieser Zeit liebe: gemütliche, ruhige Abende, den unverwechselbaren Weihnachtsduft und natürlich den Jahresrückblick.
Weniger Geschenke bedeuten wirklich mehr Freude
Vor einigen Jahren haben wir die Familienbescherung komplett umgekrempelt. Im erweiterten Kreis tauschen wir gar keine Geschenke mehr aus: Nur die Kinder werden überrascht, und das reicht völlig. Mit meinen Freundinnen haben wir dagegen die kleine, herzliche Geste wiederentdeckt, die ein gutes Buch oder eine selbstgemachte Kleinigkeit schenken kann.

Auch innerhalb der Familie hat sich der Fokus verschoben: Wir schenken schon lange eher Erlebnisse als Dinge. Eine gemeinsame Reise, ein Theaterbesuch oder ein Wochenendprogramm bleiben viel nachhaltiger als alles, was man unter den Baum legen kann.
Bei Kindern gibt es natürlich auch praktische oder lang ersehnte Geschenke, aber den Zwang, „allen etwas Großes“ zu schenken, haben wir längst abgelegt.
Weißt du, was das Ergebnis ist? Schenken ist keine Last mehr, sondern echte Freude. Nicht der Druck treibt uns, sondern die Freude am Geben – nicht nur im Dezember, sondern das ganze Jahr über. Wenn ich im Laufe des Jahres etwas sehe, von dem ich weiß, dass es einem meiner Liebsten Freude macht, schreibe ich es nicht auf eine Liste, sondern kaufe es und packe es in eine gut versteckte Kiste. Im Dezember reihen sich die Überraschungen dort schön auf, und meistens muss ich nur noch schauen, was ich gesammelt habe. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch viel Stress. Außerdem ist das Schenken so nicht an den hektischen Feiertagswahnsinn gebunden, wenn alle hetzen und hoffen, dass das Paket rechtzeitig ankommt.
Wenn du im Laufe des Jahres auf deine Liebsten achtest und dir kleine Bemerkungen merkst, wie „Das würde ich gern mal ausprobieren“ oder „Ich liebe solche Düfte“ oder „Das mochte ich als Kind so sehr“, kannst du das Schenken nicht mehr als Pflicht, sondern als Sprache der Liebe sehen. Diese Geschenke haben eine besondere Kraft: Beim Übergeben bekommt der andere nicht nur das Objekt oder Erlebnis, sondern auch das Gefühl, wirklich gesehen zu werden. Dass du dich erinnerst und er dir wichtig ist. Und das ist viel mehr wert als jedes teure Paket.
Ich habe oft erlebt, dass die größte Freude von Überraschungen kommt, die von dieser stillen Aufmerksamkeit getragen werden. Ein Duft, den jemand im Frühling gelobt hat. Ein Buch, das im Sommer erwähnt wurde. Eine Kleinigkeit, die „sich nie selbst gekauft hätte, aber immer schon gewollt hat“.
Es ist nicht gut, wenn das Fest zur Last wird

Oft sagen wir, Weihnachten sei das Fest der Liebe – und doch kommen wir gestresst, angespannt und erschöpft in das sorgfältig geputzte Haus, an den schön gedeckten Tisch mit dem Vier-Gänge-Menü. Dabei wird das Fest nicht durch ein perfektes Menü oder glänzende Geschenke unter dem Baum schön. Sondern dadurch, dass wir wirklich präsent sein können – und das müssen wir oft als Frauen bewusst und achtsam lernen.
Wenn du jetzt Mitte November (oder nächstes Jahr sogar noch früher) mit den Vorbereitungen beginnst, spielst du im Dezember nicht nur auf Überleben. Du hast genug Zeit für langsame Abende, fürs Backen, Familienfilme oder einfach nur, um mit einem Tee neben dem Baum zu sitzen und endlich zu entspannen.











