Das Geschäft
Schon in der vierten Klasse verdiente ich eine schöne Summe damit, dass ich in der Schule Spickzettel verkaufte. Ich schrieb den Stoff mit Perlenbuchstaben auf kleine Zettel – so lernte ich den Stoff gleich mit – und verkaufte sie an meine Klassenkameraden, die dann auf eigene Verantwortung daraus spicken konnten. Ich war sehr stolz auf mein Geschäft, aber als der Klassenlehrer zwei Jahre später in den Ruhestand ging, gestand ich es ihm. Er lächelte und sagte nur, dass er die ganze Zeit davon wusste, aber meinen „Unternehmergeist" nicht brechen wollte.
Schlafenszeit
Als ich 12 Jahre alt war und meine Geschwister 8 und 10, überzeugten wir unsere Eltern, dass wir keinen Babysitter mehr brauchen, wenn sie abends irgendwohin gehen. Sie stimmten zu, unter der Bedingung, dass wir um 22 Uhr im Bett sind. Freitagsabends gingen sie weg und wir waren natürlich bis Mitternacht oder noch länger wach, räumten dann schnell auf und sprangen ins Bett, sobald wir hörten, wie das Tor aufgeht und das Auto einfährt. Ich war 35, als ich erfuhr, dass sie die ganze Zeit wussten, dass wir wach sind, und deshalb noch lange in der Garage herumtrödelten, damit wir Zeit hatten, die Spuren zu beseitigen und ins Bett zu gehen.
Die Batterie
Als Kind musste ich empörend früh ins Bett, deshalb las ich heimlich mit einer Taschenlampe in meinem Zimmer, während meine Eltern fernsahen. Wenn ich hörte, dass sie an meiner Tür vorbeigingen, machte ich das Licht aus und wurde nie erwischt. Später, als ich erwachsen war, erzählte mir meine Mutter, dass sie das absichtlich gemacht haben, damit ich lieber lese als fernzusehen. Da wurde mir klar, warum sie mir immer so begeistert Batterien gekauft haben.

Die Kriechtiere
Als Kind schmuggelte ich trotz elterlichen Verbots gerne Frösche und Schnecken nach Hause. Ich richtete ihren Lebensraum sorgfältig in großen Einmachgläsern ein, aber am nächsten Abend waren sie leider immer entkommen. Es stellte sich heraus, dass mein Vater sie wieder in die Natur entließ.
Die Napolitaner
Bei meiner Großmutter gab es immer eine Schachtel feiner Napolitaner auf dem oberen Regal des Buffets, die sie für Gäste aufbewahrte. Wenn wir bei ihr mit meinen Cousins übernachteten, stahlen wir regelmäßig die Schachtel und naschten abends heimlich den Inhalt. Schließlich beschlossen wir, dass das nicht schön ist, und stahlen sie nicht mehr, aber am nächsten Tag war Oma enttäuscht. Es stellte sich heraus, dass die Napolitaner genau deshalb immer dort waren, damit wir sie stehlen konnten.
Mäuschen
Jahrelang hielt ich heimlich eine Maus in meinem Zimmer, aber es stellte sich heraus, dass meine Mutter nicht nur davon wusste, sondern sie sogar fütterte.

Der Unfall
Mein Cousin übernachtete bei uns und ich gab ihm die Schuld fürs Einnässen, aber meine Mutter wusste immer, dass ich es war.
Das Genie
Ich dachte, es sei eine geniale und bahnbrechende Idee, die Umschläge meiner alten Atlanten auf Pornomagazine zu kleben, aber es stellte sich heraus, dass mein Onkel von allem wusste und heimlich auch meine Atlanten durchblätterte.
Schwänzen
Meine Eltern ließen sich gerade scheiden, als ich anfing, die Schule zu schwänzen, und am Ende schwänzte ich wirklich mehr Matheunterricht, als ich besuchte. Es tat mir weh, dass sie sich trennten, aber ich freute mich, dass sie deshalb nicht auf meine kleinen Streiche achteten. Zwanzig Jahre später gestand ich es ihnen und sie sagten, sie hätten gewusst, dass ich ein Schulschwänzer bin, aber solange ich in allen Fächern mindestens eine Drei hatte, war es ihnen egal.
Münzen
Mein Vater legte das Kleingeld immer in den Aschenbecher im Auto (in den alten Ladas gab es einen sehr großen Aschenbecher) und ich stahl regelmäßig etwas davon. Mit zwanzig gestand ich es ihm, aber es stellte sich heraus, dass er es immer wusste und es ihm nichts ausmachte, dass ich mir so ein bisschen Taschengeld für Eis erleichterte.











