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20 Jahre gewartet – und es hat sich gelohnt: Der Teufel trägt Prada 2 ist mehr als eine Fortsetzung

Nyul Debóra4 Min. Lesezeit
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Nur wenige Filme haben sich so tief in die Popkultur eingebrannt wie „Der Teufel trägt Prada" aus dem Jahr 2006. Zwei Jahrzehnte später ist die Fortsetzung endlich da – und sie enttäuscht nicht. Der Teufel trägt Prada 2 bietet weit mehr als bloße Nostalgie: Der Film wirft nachdenklich stimmende Fragen über die moderne Medienwelt auf und trifft damit einen Nerv der Zeit. In einer Ära, in der schneller Konsum und Clickbait die Qualität verdrängen, fühlt sich das besonders relevant an.

Eine Fortsetzung nach 20 Jahren – und eine der wenigen, die es wirklich verdient

In den letzten Jahren gab es viele Versuche, alte Erfolge wiederzubeleben – mit gemischten Ergebnissen. Zu oft entstanden kraftlose, selbstwiederholende oder schlicht überflüssige Sequels. Der Teufel trägt Prada 2 ist eine erfrischende Ausnahme.

Der Film ist kein blasser Abklatsch des Originals, sondern eine würdige Weiterentwicklung. Die Geschichte bringt bekannte Figuren zurück, gibt ihnen aber echte Entwicklungsbögen – und reflektiert dabei, wie sich die Welt verändert hat. Genau hier geht der Film über reines Entertainment hinaus.

Andy Sachs – eine Figur, mit der wir aufgewachsen sind

Andy Sachs ist für viele mehr als eine Filmfigur – sie ist ein Spiegel. Wer 2006 als junges Mädchen davon geträumt hat, Journalistin zu werden, hat sich in ihr wiedererkannt. Dieser unsichere Karriereeinstieg, das langsame Wachsen an den Herausforderungen – das wirkt heute noch glaubwürdiger als damals.

Anne Hathaways Darstellung ist feinfühlig und überzeugend. Ihre Andy ist erfahrener, selbstsicherer – und trotzdem noch die ehrliche, gutmütige Person, die wir einst ins Herz geschlossen haben. Sie versucht nicht, perfekt zu wirken, und genau das macht sie so menschlich.

Miranda Priestly – eine Ikone, die nichts von ihrer Kraft verloren hat

Wenn es eine Figur gibt, die absolut nichts von ihrer Wirkung eingebüßt hat, dann ist es Miranda Priestly. Meryl Streep beweist einmal mehr, warum sie zu den größten Schauspielerinnen der Welt zählt. Ihre Präsenz ist nach wie vor dominant, elegant und unantastbar.

Eine der größten Stärken des Films liegt darin, dass Miranda diesmal vielschichtiger gezeigt wird: Wir sehen nicht nur die gefürchtete Chefredakteurin, sondern auch eine Führungspersönlichkeit, die sich mit dem Wandel einer ganzen Branche auseinandersetzen muss. Das verleiht der Figur eine neue, überraschend berührende Tiefe.

Alte Lieblinge, neue Gesichter

Emily Blunts Figur Emily findet sich in einer spannenden neuen Position wieder – wenngleich ihre Charakterentwicklung etwas mehr Raum verdient hätte. Stanley Tuccis Nigel hingegen ist nach wie vor einer der verlässlichsten Ankerpunkte des Films: mit der perfekten Balance aus Humor und Emotionalität.

Besonders angenehm überraschend ist der Auftritt von Simone Ashley, die viele aus der Serie Bridgerton kennen und lieben. Es ist schön, sie in diesem Umfeld zu sehen – auch wenn ihre Figur ebenfalls mehr Screentime und Tiefe vertragen hätte.

Das Visuelle – wieder ein Fest für die Augen

Man kann nicht über diesen Film sprechen, ohne die Kostüme zu erwähnen: Die Mode ist schlicht atemberaubend. Der Teufel trägt Prada 2 bleibt dem Erbe treu, das den ersten Teil zu einem ikonischen Modefilm gemacht hat. Jedes Outfit ist sorgfältig komponiert – es dient nicht nur der Ästhetik, sondern spiegelt die Persönlichkeit und Entwicklung der Figuren wider.

Wer sich für die Farbtrends interessiert, die der erste Film unsterblich gemacht hat, findet hier mehr über die ikonischen Looks und ihre Wirkung.

Mehr als ein Modefilm: eine Botschaft über die Zukunft der Medien

Eine der größten Qualitäten des Films ist sein Mut, aktuelle Fragen aufzuwerfen. Der Niedergang der Printmedien, die Dominanz des digitalen Raums, das Verdrängen von Qualität durch schnelle Klicks – diese Themen gehen weit über die Modewelt hinaus.

Der Teufel trägt Prada 2 macht deutlich: Die Welt verändert sich rasend schnell, und oft nicht in die richtige Richtung. Und doch stellt der Film die entscheidende Frage – was halten wir eigentlich für wirklich wertvoll?

Qualität gegen Clickbait

Einer der stärksten Gedanken des Films ist, dass hochwertigen Inhalten wieder mehr Raum gegeben werden sollte. In einer Zeit, in der der Kampf um Aufmerksamkeit alles überschattet, ist es wichtiger denn je, sich daran zu erinnern: Wert lässt sich nicht in Klicks messen.

Diese Botschaft gilt nicht nur für die Filmwelt – sie trifft die Realität mitten ins Herz. Und genau das macht sie so nachhaltig.

Eine würdige Fortsetzung – und in mancher Hinsicht sogar mehr

Der Teufel trägt Prada 2 springt nicht nur über die hochgesteckte Latte – er übertrifft in einigen Aspekten sogar seinen Vorgänger. Das ist selten: eine Fortsetzung, die das Erbe des Originals nicht beschädigt, sondern bereichert.

Dieser Film ist kein reines Modespektakel. Er ist eine Geschichte über das Vergehen der Zeit, über Wachstum, über wichtige Entscheidungen – und darüber, was es wert ist, in einer sich ständig verändernden Welt bewahrt zu werden.

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