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Peinliche Modetrends der 90er, die wir trotzdem vermissen

Szőke Angéla4 Min. Lesezeit
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Peinliche Modetrends der 90er, die wir trotzdem vermissen — Mode
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Modisch gesehen war das eine Dekade voller Fragezeichen – und trotzdem denken wir mit einem warmen Lächeln daran zurück. Die 90er hatten einen ganz eigenen Charme, der sich schwer erklären lässt. Vielleicht liegt es daran, dass wir damals einfach keine Ahnung hatten, was wir taten. Und das war herrlich.

Gekrepptes Haar

Das gekreppte Haar der Popstars war damals der absolute Gipfel der Coolness. Man sah aus, als hätte man aus Versehen in die Steckdose gefasst – und genau das war der Punkt. Ich erinnere mich noch gut, wie eine Mitschülerin das Kreppgerät ihrer Schwester mit in die Schule brachte und wir uns gegenseitig in der Umkleidekabine die Haare bearbeiteten.

Wer kein Gerät hatte, schlief einfach mit kleinen Zöpfen ein und wachte morgens mit einem beeindruckenden Kraushaar-Afro auf. Das krönende Finish? Hunderte winzige Schmetterlingsklammern, die das ganze Kunstwerk zusammenhielten.

Silikonträger

Damals war noch nicht die Brust aus Silikon – nur der BH-Träger. Diese sogenannten „unsichtbaren" Träger waren alles andere als unsichtbar: Der glänzende Plastikstreifen war weithin sichtbar, aber das störte uns kein bisschen. Im Sommer hatten sie noch einen praktischen Nebeneffekt – darunter schwitzte es sich ganz vorzüglich.

Zickzack-Haarreif

Statt der tonnenweise Haarlack aus den 80ern kamen in den 90ern allerlei Plastik-Accessoires in die Haare. Neben den kleinen Klammern war der Zickzack-Haarreif ein absoluter Klassiker – so vielseitig, dass ihn sogar Mädchen mit kurzen Haaren trugen. Und Jungs.

Das Ritual war immer gleich: erst um den Hals legen – wo er mit seinen Zähnen wie ein mittelalterliches Folterinstrument aussah – dann vorsichtig über den Kopf schieben, ohne sich dabei ein Auge auszustechen. Und beim Abnehmen abends? Mindestens acht Prozent der Haare blieben darin hängen.

Plateauschuhe

Plateausneaker sind gerade wieder in Mode, aber sie kommen nicht annähernd an die Monsterschuhe der 90er heran. Diese Kolosse – liebevoll „Kakerlakenkiller" genannt – lösten das Problem kleiner Körpergröße auf einen Schlag: zwanzig Zentimeter extra, sofort.

Ich bin überzeugt, dass ich meine Wadenmuskeln bis heute diesen Dingern verdanke, denn die Schuhe wogen gefühlt eine Tonne. Auch die Jungs blieben nicht außen vor – ihr Äquivalent hieß Buffalo.

Glitzer

Wir funkelten schon lange vor den Twilight-Vampiren, denn auf jeder Schulparty wurde mit Glitzer nicht gegeizt. Er landete im Gesicht – nicht dezent wie ein Highlighter, sondern so, dass man es von der anderen Seite des Raumes sah – und natürlich am ganzen Körper.

Ich erinnere mich, wie ich einmal anfing, Roll-on-Glitzer auf mein Dekolleté aufzutragen. Dann dachte ich, die Schultern könnten auch etwas vertragen. Am Ende sah ich aus, als wäre ich in einer Glitzerfabrik explodiert.

Gebleichte Haarspitzen

Warum das ganze Haar blondieren, wenn man auch nur die Spitzen aufhellen kann? Das war wohl die Philosophie hinter diesem Look, der bei jedem männlichen Popstar der Ära zum Standardrepertoire gehörte. Stachelige Haare mit hellen Spitzen – ein unvergessliches Bild.

Dicke Strähnchen

Auch die Mädchen hatten ihre eigene Haarfarben-Obsession. Aber statt feiner Balayage-Töne oder natürlicher Highlights war in den 90ern das breite Strähnchen angesagt. Je dicker, desto besser. Das Ziel: aussehen wie ein Zebra. Oder ein Tiger. Beides war akzeptabel.

Bandeau-Top

Ein Bandeau-Top für alle! Das hätte das Motto des Jahrzehnts sein können. Das Standardoutfit bestand aus einem Bandeau-Top – kombiniert mit dem bereits erwähnten Silikonträger – und einer Hüfthose, die so tief saß, dass man heute dafür eine Altersfreigabe bräuchte.

Fallschirmhose

Für dieses modische Vergehen ist MC Hammer persönlich verantwortlich. Die berüchtigte Fallschirmhose ließ einen aussehen wie einen osmanischen Pascha – aber mit einem sexy Top konnte man das ganz gut ausgleichen. Oder zumindest davon ablenken.

Bleistiftdünne Augenbrauen

Heute feiern wir die natürliche, volle Augenbraue, die das Gesicht schön einrahmt. Aber das war nicht immer so. In den 90ern war die bleistiftdünne Augenbraue das Maß aller Dinge – ein Look, der buchstäblich niemandem stand und obendrein noch älter machte.

Manche Mädchen rasierten ihre Brauen kurzerhand komplett ab und zeichneten sie wie Marlene Dietrich mit dem Stift neu. Das Tragische daran: Die damals so fleißig gezupften schönen Augenbrauen sind nie wieder nachgewachsen.

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