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„3 Wochen lang habe ich ABSOLUT NICHTS gemacht“ – Die kraftvolle Erfahrung, einfach nur zu sein

Elisabeth Müller4 Min. Lesezeit
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„3 Wochen lang habe ich ABSOLUT NICHTS gemacht“ – Die kraftvolle Erfahrung, einfach nur zu sein — Lebensstil
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Kennst du das Gefühl, wenn endlich dein langersehnter Urlaub da ist und du einfach nur da sitzt, ohne zu wissen, was du mit dir anfangen sollst? Dieses seltsam beängstigende Gefühl, dass nichts dich drängt?

Dieser Sommer war für mich irgendwie anders als die anderen. Der Plan war so, dass meine Tochter zwei Wochen bei uns zu Hause verbrachte, eine Woche im Ferienlager, und das Ganze wiederholte sich dreimal hintereinander. Da ich meine Arbeit flexibel gestalten kann, habe ich während der Ferienlager-Wochen fast rund um die Uhr gearbeitet, um meine Aufgaben vorab zu erledigen. So hatte ich im Sommer drei volle Wochen, in denen ich nichts zu tun hatte – zumindest nichts Berufliches.

Wir haben das Haus geputzt, die Strände abgehakt, es gab Konzerte, Veranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten für alle. Und plötzlich fand ich mich in einer Leerlaufphase wieder: keine Arbeit, keine To-dos, keine dringende Liste. Nur ich, ganz ich selbst.

Die Stille, vor der ich zuerst Angst hatte

So viel „Nichtstun“ habe ich mir noch nie erlaubt. Früher suchte ich immer Beschäftigung – wenn nichts anderes, dann startete ich mechanisch eine Waschmaschine oder kochte ein warmes Abendessen, ohne zu bedenken, dass ich damit nur nach einer weiteren Aufgabe suchte. Dieses Gefühl jetzt war anders. Ich habe nicht nur ein paar Stunden entspannt, sondern fast gespürt, wie das Leben um mich herum stillstand.

Vielleicht war es die plötzliche Stille nach viel Arbeit, aber ich fühlte mich oft antriebslos und ausgebrannt. Es war, als hätte ich etwas hinter mir gelassen, doch noch war nicht klar, was als Nächstes kommt. Kommt überhaupt etwas? Ich schwebte in einem Zwischenraum mit einer Art Identitätskrise im Herzen. Vielleicht lastete auch mein nahender Geburtstag auf mir, doch vor allem, dass sich meine letzten fünf Jahre ganz anders entwickelten als ursprünglich geplant.

Wenn aus Treiben ein Weg wird

Vor fünf Jahren habe ich eine Ausbildung gemacht, die sich auf pflanzliche Ernährung und vegetarischen Lebensstil spezialisiert hat, weil ich vorhatte, in diesem Bereich als Fachjournalistin zu arbeiten. Stattdessen schrieb ich ein Buch, das eine Lawine auslöste, mit der ich nicht gerechnet hatte. Ich gab Beratungen, wurde Lehrerin an zwei Schulen, erhielt Kooperationen und Jobangebote, ohne mich irgendwo beworben zu haben.

Ich schlug eine (für viele) traumhafte Laufbahn ein – aber eigentlich hatte ich nie danach gesucht. Ich ließ mich treiben, nutzte Chancen und wurde dabei reich beschenkt. Das Unterrichten habe ich zum Beispiel richtig lieben gelernt und wunderbare Menschen getroffen. Selbst aus „mühsamen“ Aufgaben habe ich gelernt. Doch jetzt, in diesem stillen Raum, tauchte plötzlich ganz klar das Gefühl auf: Es ist Zeit, zu dem zurückzukehren, was ich ursprünglich wollte.

Ein Lebenslauf und die Energie dahinter

Seit 13 Jahren hatte ich keinen Lebenslauf mehr, also setzte ich mich eines Abends hin und schrieb einen. Ich ließ mir Zeit, weder beim Schreiben noch beim Versenden, und dachte, ich entscheide bis zum Sommerende, wo ich mich bewerben möchte und wo ich als Freelancerin mit meinem Wissen Mehrwert schaffen kann.

Drei Tage später klingelte mein Telefon: Eine Bekannte – mit meiner nachträglichen Erlaubnis – hatte mich irgendwo empfohlen. Genau an einen Ort, an dem man mich gerade brauchte. Zufall? Vielleicht. Aber es fühlte sich ein bisschen so an, als hätte mich die Stille, vor der ich zuerst Angst hatte, ohne mein aktives Zutun wieder auf meinen Weg zurückgebracht.

Der fruchtbare Boden des Nichtstuns

Seitdem sehe ich das Nichtstun anders. Nicht als Leere, sondern als Quelle. Ein Boden, auf dem ich wieder hören kann, was ich wirklich will. Denn so leer die Stille auch scheint, sie birgt unser reinstes Wissen. Wenn wir das ständige Tun und das Bedürfnis, uns zu beweisen, loslassen, taucht das auf, was am lebendigsten in uns ist.

Vielleicht hat mich mein Leben deshalb von meinen ursprünglichen Plänen abgebracht: Ich war so im Flow, dass ich nicht hörte, was die Stille mir zuflüsterte. Jetzt aber, wo ich innegehalten habe, konnte ich mich wieder daran erinnern, wohin ich gehen möchte.

Ich weiß nicht, ob diese neue Zusammenarbeit mein Ziel sein wird oder nur eine weitere Station. Aber ich weiß, dass ich diesen Sommer, das Nichtstun und diesen „Sturm in der Stille“ gebraucht habe, um hierher zu kommen. Und vielleicht ist die ganze Geschichte nichts anderes als eine Erinnerung: Manchmal kommen die größten Veränderungen nicht, wenn wir sie vorantreiben, sondern wenn wir ihnen einfach Raum geben.

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