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4 Frauen, die die Hölle durchlebt haben – Die besten Bücher über Überleben

Szabó Erzsébet4 Min. Lesezeit
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4 Frauen, die die Hölle durchlebt haben – Die besten Bücher über Überleben — Freizeit
In diesem Artikel

Suki Kim: Ohne dich sind wir nichts

Eine Zeit lang wollte ich alles über Nordkorea wissen und habe so oft wie möglich Dokumentarfilme geschaut – die gibt es allerdings nicht gerade viele, was kein Zufall ist.

Auch bei Büchern und Romanen ist die Auswahl begrenzt, aber ich stieß auf einige interessante und erschütternde Werke. Das erste Buch, das ich las, war "Flucht aus Lager 14" – das empfehle ich wirklich nur, wenn man einen starken Magen hat.

Suki Kims Buch "Ohne dich sind wir nichts" ist dagegen viel zugänglicher. Es zeigt die Welt der Diktatur durch die Augen einer externen Lehrerin. Hyeonseo Lees "Das Mädchen mit den sieben Namen" erzählt die Geschichte eines Teenagers, der flieht und später seinen Weg findet.

Pak Janmi – Ich wollte leben

Wer einen tiefgründigen, aber gut lesbaren Roman aus der Perspektive einer ehemaligen Nordkoreanerin sucht, liegt mit Pak Janmis "Ich wollte leben" genau richtig.

Janmi beschreibt eindrücklich und detailliert den Alltag in Nordkorea, die Zukunftsaussichten der Menschen, ihre Möglichkeiten und die Strafen für "Vergehen". Sie zeigt, wie Kommunikation eingeschränkt wird, wie man sich verhalten und sogar fühlen muss. Ihr Leben wurde in ihrer Heimat unerträglicher als das Durchschnittliche, weshalb sie trotz großer Risiken nach China flohen – wer dort erwischt wird, erwartet Folter, Arbeitslager oder Tod. Unerwartet gerieten sie in die Hände von Menschenhändlern, die die ohnehin schon extrem verletzlichen Frauen noch mehr ausbeuteten.

Aus diesem jahrelangen Albtraum rettete sie eine diplomatische Wendung, nachdem sie in einer eisigen Nacht durch die Wüste Gobi nach Mongolei flüchteten. Von dort gelangten sie nach Südkorea, wo der Neuanfang trotz aller Anstrengungen nicht leicht war. Aus einem abgeschotteten Gefängnis wie Nordkorea in eines der fortschrittlichsten Länder der Welt zu kommen und zu bestehen, ist eine enorme Herausforderung… Aber darüber erzählt am besten das Vorbild für Durchhaltevermögen und Lebenswillen: Pak Janmi!

Edith Eva Egert – Die Entscheidung

Edith Eva Egert sah ich zuerst in einer ungarischen Dokumentation, einer Folge von "On The Spot". Ihre Ausstrahlung und Geschichte haben mich sofort gefesselt, weshalb ich ihr Buch unbedingt kaufen wollte. Die Reportage kann ich ebenfalls empfehlen – auch wenn das Buch einige Spoiler enthält, zeigt die Psychologin dort so beeindruckende Einsichten, dass sich der Film wirklich lohnt.

Ihr Buch "Die Entscheidung" entstand laut Autorin, um Leser*innen zu helfen, "wie sie aus dem Konzentrationslager ihres eigenen Geistes entkommen und zu der Person werden können, die sie sein sollten".

Die Geschichte ist klar: Edith Eva Egert gehört zu den Überlebenden, die aus einem hoffnungsvollen Leben herausgerissen und in Konzentrationslager gebracht wurden. Sie beschreibt sehr realistisch, was sie während der Monate der Gefangenschaft fühlte und dachte und welche Überlebensstrategien die anderen Gefangenen entwickelten.

Heute arbeitet sie als klinische Psychologin und hat trotz ihrer Herkunft Unglaubliches erreicht. Allein die Tatsache, dass sie nach solchen Tragödien so weit kommen konnte, ist eine riesige Inspiration. Im zweiten Teil ihres Buches gibt sie weitere Beispiele und Tipps, die uns lehren, dass unsere Umstände uns nicht definieren – wir können jederzeit entscheiden, uns auf Freude und Freiheit zu konzentrieren.

Farída Khalaf – Ich war Sklavin des Islamischen Staates

Dieser Roman behandelt ein sehr kontroverses Thema unserer Zeit, besonders hierzulande. Es muss wohl niemandem mehr erklärt werden, dass im Nahen Osten ständig Kriege toben, doch selbst Interessierte verlieren da leicht den Überblick. Ich habe viele spannende Bücher zu dem Thema gelesen, doch Farída Khalafs Bericht hat mich besonders berührt. Es ist erschütternd, wie viel Rationalität und Durchhaltevermögen in diesem Mädchen stecken, das viel zu früh erwachsen wurde und Dinge erleben musste, die niemand hätte erleben dürfen.

Bis zum Sommer 2014 war Farída ein ganz normales jesidisches Mädchen, doch dann überfiel der Islamische Staat ihr Dorf: Männer wurden getötet, Frauen verschleppt und auf Märkten verkauft. Farídas Leidensweg begann – sie hatte keine Chance, den Tod ihres Vaters und Bruders zu verarbeiten oder zu wissen, was mit ihrer Mutter und den Geschwistern geschah. Ihr Leben wurde auf den Kopf gestellt, und sie wurde wie ein Stück Lumpen hin- und hergereicht.

Farída erzählt ausführlich von Schlägen, Demütigungen und Folter, denen sie ausgesetzt war, sowie von ihren Suizidversuchen. Die unglaublich mutige junge Frau leistete nicht nur körperlich, sondern auch mental Widerstand gegen ihre Peiniger – vielleicht war das der Grund, warum ihr die Flucht gelang.

Doch auch die Flucht brachte nicht sofort Erlösung: Im Flüchtlingslager, wo sie schließlich landete, musste sie erkennen, dass gerade ihre eigene Gesellschaft sie wegen der erlittenen Schande ausgrenzte. Es stand für sie außer Frage, den Flüchtlingsstatus in Deutschland anzunehmen und im Westen ein neues Leben zu beginnen – um der Welt zu zeigen, wie ungerecht und grausam es noch immer in unserer Welt zugeht.

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