Bien Logo

5+1 schlechte Gewohnheiten, bei denen dein Darm dich bittet, sie endlich zu lassen

Diana Hoffmann5 Min. Lesezeit
Teilen:
5+1 schlechte Gewohnheiten, bei denen dein Darm dich bittet, sie endlich zu lassen — Gesundheit
In diesem Artikel

Heutzutage ist es schwieriger denn je, sich im Dschungel der Darmgesundheits-Tipps zurechtzufinden. Jeder schwört auf Chiasamenwasser, verschiedene „Entgiftungskuren“ oder teure Probiotika, um die Verdauung zu optimieren. Gleichzeitig gibt es immer mehr spezielle Stuhltests und Darmflora-Analysen, die versprechen, dein Verdauungssystem perfekt ins Gleichgewicht zu bringen. Kein Wunder, dass viele denken: Darmgesundheit ist kompliziert und teuer. Dabei ist die Wahrheit viel einfacher.

Gastroenterologen betonen, dass die Grundlage für einen gesunden Darm nach wie vor bewährte Gewohnheiten sind: mehr Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, ausreichend Flüssigkeit, regelmäßige Bewegung und Stressmanagement. Diese helfen nicht nur der Verdauung, sondern bringen auch viele weitere gesundheitliche Vorteile.

„Ballaststoffe fördern nicht nur eine regelmäßige Verdauung, sondern können auch helfen, den Cholesterinspiegel zu senken“, erklärt Dr. Olufemi Kassim, Gastroenterologe und klinischer Dozent an der Northwestern Feinberg School of Medicine.

Gleichzeitig gibt es alltägliche Gewohnheiten, die unbemerkt die Darmfunktion stören können. Experten warnen, dass diese scheinbar kleinen Dinge langfristig zu Verdauungsproblemen führen können. Hier sind einige, die du besser vermeidest – und was du stattdessen tun kannst.

1. Zu lange Pausen zwischen den Mahlzeiten oder Mahlzeiten auslassen

Wenn du hungrig bist und gereizt wirst, weißt du genau, wie sehr eine ausgelassene Mahlzeit deine Stimmung durcheinanderbringen kann. Ein sinkender Blutzuckerspiegel kann Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Übelkeit verursachen – und auch deine Verdauung beeinflussen.

Dr. Kyle Staller, Gastroenterologe, erklärt, dass das Auslassen von Mahlzeiten den Rhythmus der Stuhlentleerung stören kann. Besonders das Auslassen des Frühstücks ist problematisch, da es die Darmbewegung anregt.

„Das Frühstück startet die Darmkontraktionen, die später die Stuhlentleerung erleichtern“, erklärt er.

Bleibt das aus, kann sich die Darmtätigkeit verlangsamen und Verstopfung entstehen. Auch Jetlag oder Reisen führen oft zu Verstopfung, weil sich der Essensrhythmus ändert.

Frau isst ein herzhaftes Frühstück

Was kannst du stattdessen tun? Versuche, regelmäßig zu essen. Dr. Haleh Pazwash empfiehlt, alle paar Stunden etwas zu sich zu nehmen, damit Energie und Verdauung stabil bleiben.

2. Zu viele künstliche Süßstoffe konsumieren

„Zuckerfreie“ Produkte wirken oft gesünder – doch künstliche Süßstoffe sind nicht immer gut für den Darm. Viele enthalten Zuckeralkohole wie Sorbit, Mannit oder Glycerin, die schwer verdaulich sind. Sie passieren den Dünndarm fast unverändert und werden im Dickdarm von Bakterien fermentiert.

Das kann Blähungen, vermehrte Gasbildung und Durchfall verursachen.

„Zuckeralkohole ziehen Wasser in den Dickdarm, was Durchfall auslösen kann“, erklärt Dr. Felice Schnoll-Sussman, Gastroenterologin.

Andere Süßstoffe wie Aspartam, Sucralose oder Saccharin lösen nicht sofort Beschwerden aus, können aber langfristig die Darmflora verändern und nützliche Bakterien reduzieren.

Eine Tasse Kaffee mit Zucker

Was kannst du stattdessen tun? Wenn du merkst, dass künstliche Süßstoffe Blähungen oder Verdauungsprobleme verursachen, reduziere ihren Konsum. Aber auch zu viel herkömmlicher Zucker ist nicht ideal – Maßhalten ist der Schlüssel.

3. Zu lange auf der Toilette sitzen

Viele nutzen die Zeit auf der Toilette, um kurz abzuschalten – etwa mit dem Handy. Doch Experten warnen: längeres Sitzen erhöht den Druck im Beckenboden und kann das Risiko für Hämorrhoiden steigern.

„Die Toilettensitzform bietet keine optimale Unterstützung für das Becken“, erklärt Dr. Kassim. Außerdem neigen wir dann eher zum Pressen, was das Risiko weiter erhöht.

Was kannst du stattdessen tun? Versuche, die Zeit auf der Toilette auf fünf Minuten zu begrenzen. Wenn es nicht klappt, versuche es später erneut. Ein kleiner Hocker, der die Füße anhebt, kann helfen.

Rosa Toilette

„Unser Körper entleert sich natürlicher, wenn die Knie über der Hüfte sind“, erklärt Dr. Staller.

4. Häufige Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln

Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen (sogenannte NSAIDs) sind effektiv bei Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder Menstruationsbeschwerden. Doch regelmäßiger Gebrauch kann die Magenschleimhaut und den Darm reizen.

„Diese Medikamente senken die Prostaglandinwerte, die normalerweise die Magenschleimhaut schützen“, erklärt Dr. Kassim.

Das kann zu Sodbrennen und Magenschmerzen führen und langfristig sogar Magengeschwüre verursachen.

Frau hält Medikamente in der Hand

Was kannst du stattdessen tun? Halte dich an die empfohlene Dosierung und nimm die Medikamente immer zu den Mahlzeiten ein. Wenn du sie regelmäßig brauchst, sprich mit deinem Arzt über Alternativen.

5. Direkt nach dem Essen hinlegen

Nach einem großen Abendessen möchten viele sich hinlegen oder auf dem Sofa entspannen – doch das kann Sodbrennen verursachen.

„Beim Hinlegen hilft die Schwerkraft nicht mehr, den Mageninhalt im Magen zu halten“, erklärt Dr. Schnoll-Sussman.

So kann Magensäure leichter in die Speiseröhre zurückfließen und ein brennendes Gefühl verursachen.

Frau liegt bekleidet auf dem Sofa

Was kannst du stattdessen tun? Experten empfehlen, mindestens 2–3 Stunden nach dem Essen zu warten, bevor du dich hinlegst. Das verringert das Risiko für Reflux.

6. Zu wenig Schlaf

Schlechter Schlaf beeinflusst nicht nur deine Stimmung – auch dein Darm leidet darunter.

Studien zeigen, dass chronischer Schlafmangel das Risiko für Verdauungsprobleme erhöhen kann.

Das liegt an verstärkten Entzündungen, einem Ungleichgewicht der Darmflora und aktivierten Stressreaktionen. Bei Reizdarmsyndrom (IBS) verschlimmert Schlafmangel oft die Symptome.

Frau im Bademantel sitzt auf dem Bett

Was kannst du stattdessen tun? Experten empfehlen, mindestens 7 Stunden pro Nacht zu schlafen. Hilfreich sind ein kühles, dunkles Schlafzimmer, kein Bildschirm vor dem Schlafengehen und das Meiden von Koffein und Alkohol am späten Nachmittag.

Die gute Nachricht: Dein Darm reagiert überraschend schnell auf positive Veränderungen. „So wie das Gleichgewicht leicht gestört werden kann, stellt es sich auch relativ schnell wieder her“, sagt Dr. Pazwash. Schon kleine Anpassungen deiner Gewohnheiten können viel bewirken, damit deine Verdauung wieder rund läuft.

Passende Artikel

Blähungen durch Stress? Diese 6 Methoden helfen wirklich — Gesundheit

Blähungen durch Stress? Diese 6 Methoden helfen wirklich

Stress schlägt nicht nur aufs Gemüt – er kann auch den Bauch aufblähen. Erfahre, warum das passiert und wie du mit 6 einfachen Methoden gegensteuern kannst.

Diana Hoffmann
Salat oder Pizza? Wie ich im Sommer endlich die Balance auf meinem Teller gefunden habe — Gesundheit

Salat oder Pizza? Wie ich im Sommer endlich die Balance auf meinem Teller gefunden habe

Leichte Salate oder doch die Pizza am Strand? Ich habe lange zwischen diesen Extremen geschwankt – bis ich verstanden habe, worauf es wirklich ankommt.

Deborah Keller
Darauf achtet kaum jemand beim Magnesium-Kauf – dabei ist es entscheidend — Gesundheit

Darauf achtet kaum jemand beim Magnesium-Kauf – dabei ist es entscheidend

Nicht jedes Magnesiumpräparat ist gleich: Die verschiedenen Formen wirken unterschiedlich – und nur die richtige hilft wirklich bei deinem Problem.

Isabella Schmidt
Warum kommt nach dem Fressanfall sofort das schlechte Gewissen? — Gesundheit

Warum kommt nach dem Fressanfall sofort das schlechte Gewissen?

Kontrollverlust beim Essen kennt fast jeder – doch warum folgt danach so oft das schlechte Gewissen? Was wirklich dahintersteckt und wie du den Kreislauf durchbrichst.

Isabella Schmidt
3 Essgewohnheiten, die dich schneller altern lassen – die meisten ahnen es nicht — Gesundheit

3 Essgewohnheiten, die dich schneller altern lassen – die meisten ahnen es nicht

Nicht nur Gene bestimmen, wie schnell wir altern – auch was und wie wir essen, spielt eine entscheidende Rolle. Diese 3 Fehler solltest du kennen.

Deborah Keller
Warum du ab 30 schlechter schläfst – und was wirklich dagegen hilft — Gesundheit

Warum du ab 30 schlechter schläfst – und was wirklich dagegen hilft

Ab 30 leidet die Schlafqualität bei vielen Frauen spürbar. Hormone, Stress und Lebensphasen spielen zusammen – hier sind die häufigsten Ursachen und echte Lösungen.

Diana Hoffmann