Manche Pflanzen stehen einfach hübsch im Garten. Andere tragen seit Jahrhunderten ganz andere Geschichten mit sich – von Schutz vor bösem Einfluss, angelockt von Glück, oder der Kraft, Pech auf Abstand zu halten. Ob man daran glaubt oder nicht: Ein gewisser Charme lässt sich diesen alten Überlieferungen kaum absprechen.
Wir haben fünf Kräuter gesammelt, denen besondere Volksglauben anhaften. Und das Beste: Zwei davon lassen sich noch jetzt, Ende des Sommers, einpflanzen – rechtzeitig, damit sie vor den kühlen Monaten noch richtig Wurzeln schlagen können.
Rosmarin
Kaum ein Küchenkraut hat eine so beeindruckende Geschichte, wenn es um Schutz und Glück geht. In vielen europäischen Traditionen galt Rosmarin als Wächter des Hauses – gepflanzt nahe der Eingangstür oder als getrockneter Zweig über dem Türrahmen. Sein Duft sollte böse Einflüsse fernhalten, und wer ihn bei sich trug, dem sollte Glück folgen.
Im Garten überzeugt Rosmarin aber auch ganz ohne Mystik: Seine aromatischen Blätter passen zu unzähligen Gerichten, und unter den richtigen Bedingungen wächst er als ausdauernde Staude Jahr für Jahr. Er liebt sonnige, gut drainierte Standorte – anhaltende Kälte und nasse Böden hingegen verträgt er schlecht.
Basilikum
Beim Basilikum ranken sich besonders romantische Legenden. In manchen Volksüberlieferungen wurde es mit Glück, Schutz und Wohlstand in Verbindung gebracht – ja, es hieß sogar, ein Topf Basilikum ziehe Reichtum ins Haus. In anderen Kulturen stand es für Liebe: Ein Basilikumtopf im Fenster soll einst als Zeichen romantischer Zuneigung gegolten haben.
Im Garten braucht es freilich keine Magie: Frische Blätter machen fast jede Sommerküche leichter. Wer jetzt, Ende August, noch Basilikum pflanzen möchte, sollte lieber auf einen Topf setzen und die Pflanze rechtzeitig vor dem ersten Frost ins Haus holen. Basilikum ist nämlich deutlich kälteempfindlicher als die anderen Kräuter auf dieser Liste.
Salbei
Salbei hat schon von seiner Erscheinung her etwas Würdevolles: Seine silbrigen Blätter machen ihn auch als Zierpflanze attraktiv. In der Volksüberlieferung stand er für Schutz, Reinigung und langes Leben – in manchen europäischen Gegenden galt ein gepflegter Salbeibusch im Garten sogar als Zeichen eines gut geführten Haushalts.
Praktisch ist er obendrein: Salbei ist eine Staude, die nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden muss. Er bevorzugt sonnige Plätze mit durchlässigem Boden und kommt mit Trockenheit besser zurecht als mit zu viel Feuchtigkeit.
Wer jetzt noch etwas pflanzen möchte, ist mit Salbei bestens beraten. Er hat bis zum Wintereinbruch noch genug Zeit, sich zu verwurzeln – und kommt im nächsten Frühling einfach wieder.
Thymian
Thymian steht weniger für Glück, sondern vor allem für Mut und Tapferkeit. Die alten Griechen sahen in ihm die Quelle des Mutes, und im Mittelalter soll es Brauch gewesen sein, dass Frauen den ausziehenden Rittern Thymianzweige mitgaben – als Zeichen der Stärke.
Wer also vor einem wichtigen Tag etwas einpflanzen möchte, hat zumindest historischen Rückenwind. Als Pflanze ist Thymian ausgesprochen unkompliziert: Sonniger Standort, gute Drainage – und er wächst als Staude viele Jahre lang zuverlässig weiter.
Auch Thymian lässt sich noch Ende August einpflanzen. Mehrjährige Küchenkräuter profitieren gerade von einer Herbstpflanzung, weil sie die kühlere Jahreszeit nutzen können, um ein starkes Wurzelsystem aufzubauen.
Minze
Mit Minze verband man traditionell weniger Glück als vielmehr Frische, Reinheit und Schutz. Ihre wohl bekannteste Eigenschaft heute ist allerdings eine ganz andere: Fühlt sie sich erst einmal wohl, neigt sie dazu, den gesamten Garten zu übernehmen.
Daher gilt: Minze am besten im Topf halten oder ihr einen Platz geben, an dem ihr Ausbreiten kein Problem ist. Sie ist frosttoleranter als viele andere Kräuter, weshalb man sie durchaus noch im Spätsommer einpflanzen kann.
Natürlich sollte man Volksglauben nicht mit Realität verwechseln: Ein Rosmarinbusch neben der Haustür wird das Leben nicht auf Knopfdruck beglücken. Aber wenn am Ende ein duftendes, nützliches Kraut entsteht, das auch noch in der Küche landet – dann hat man eigentlich nichts verloren.
Welche Kräuter kann ich noch Ende August pflanzen?
Salbei und Thymian eignen sich besonders gut für eine Pflanzung Ende August – als Stauden haben sie genug Zeit, vor dem Winter Wurzeln zu schlagen. Minze ist ebenfalls möglich. Basilikum sollte hingegen im Topf gehalten und rechtzeitig ins Warme geholt werden.
Haben Kräuter wirklich eine schützende Wirkung auf das Zuhause?
Die schützenden und Glück bringenden Eigenschaften von Kräutern wie Rosmarin oder Salbei sind Teil alter Volksüberlieferungen aus ganz Europa. Eine wissenschaftlich belegte Wirkung im spirituellen Sinne gibt es nicht – dafür aber eine Menge kulinarischen und gärtnerischen Nutzen.
Welches Kraut ist das pflegeleichteste für Gartenanfänger?
Thymian und Salbei gelten als besonders anspruchslos: Beide lieben Sonne, brauchen wenig Wasser und kommen als Stauden mehrere Jahre wieder. Wer wenig Erfahrung hat, ist mit diesen beiden bestens beraten.











