Auch die Herren der Schöpfung schätzen kleine Freundlichkeiten sehr.
Seelennahrung
Vor acht Jahren hatte ich eine richtig schlimme Trennung, die mich sehr mitgenommen hat. Die folgenden zwei Monate waren furchtbar, ich habe jeden Tag geweint. Im Aufzug fragte mich die neue Nachbarin, ob es mir gut geht. Ich war überrascht und wusste nicht, was sie meint. Sie sagte, sie sei seit zwei Monaten hier und habe bemerkt, dass ich stark abgenommen habe. Ich murmelte nur, dass ich in letzter Zeit nicht richtig esse, und verabschiedete mich, als ich ausstieg. Am nächsten Tag klopfte sie mit einem Teller Essen an – sie hatte selbst gekocht. Und auch an den folgenden Tagen brachte sie mir Essen vorbei. Beim nächsten Mal fragte ich, ob ich sie zum Abendessen einladen darf, aber sie stoppte mich freundlich. Sie sagte, sie habe einen Freund und bringe mir das Essen nur, weil sie sieht, dass es mir nicht gut geht. Ich bedankte mich herzlich. Wochenlang versorgte sie mich, bis ich wirklich wieder auf die Beine kam. Seitdem sind wir Freunde, ich habe sie sogar letztes Jahr zu meiner Hochzeit eingeladen.
Ein kleines Extra
Das hübsche Eis-Mädchen zwinkerte mir zu und schenkte mir eine Kugel Eis extra. Das hat meinem Selbstbewusstsein richtig gutgetan.
Die Organisatorin
Meine Freundin hat schon zwei Jahre vor meinem 30. Geburtstag angefangen, meine Überraschungsparty zu planen, damit alle wichtigen Menschen dabei sein können. Die halbe Verwandtschaft kam aus allen Ecken des Landes, zwei Kumpels und mein Bruder besuchten extra aus dem Ausland. Es war die beste Party meines Lebens.

Mein Herz
Meine Gemüsehändlerin war immer so lieb zu mir und sagte: „Wie geht’s dir, mein Herz? Alles gut, mein Herz? Was kochst du, mein Herz?“ Als ich nach Budapest kam, war ich eine hungrige Studentin, die hier niemanden kannte. Meine Mutter und Freunde waren auf dem Land, ich war jahrelang einsam, aber die liebe Art und die Worte meiner Gemüsehändlerin (Klárika) haben meine Seele immer gestreichelt. Sie war damals die einzige Person, von der ich ein gutes Wort bekam. Jahrelang bin ich zu ihr gegangen, und es tat sehr weh, als sie starb. Doch ihre Erinnerung lebt für immer in meinem Herzen.
Der Grill
Meine Ex wusste, wie sehr ich Grillen liebe, und hat für meinen Geburtstag einen tollen Ort gemietet, doch an dem Tag schüttete es wie aus Eimern. Enttäuscht gingen wir nach Hause, aber sie ließ mich nicht verzweifeln: Sie zog eine Regenjacke an und baute im Garten ein wackeliges Zelt auf, unter das sie den Grill stellte. Fast erstickten wir im Rauch und verbrannten das Zelt, aber wir lachten viel und das Grillfleisch wurde am Ende richtig lecker. Das ist eine meiner liebsten Erinnerungen aus dieser Beziehung – dass sie nicht zuließ, dass das schlechte Wetter meinen Geburtstag ruiniert.
Das größere Vergehen
Ich war 16, als meine Schwester fragte, warum ich so niedergeschlagen sei. Ich sagte ihr, dass der Lehrer heute gesagt hat, ich müsse in Mathe nachprüfen, und ich Angst habe, es meinen Eltern zu sagen, weil sie mich umbringen würden. Sie überlegte kurz und sagte dann, ich solle es ihr ruhig erzählen, sie würde sich darum kümmern und es würde nichts passieren. Ich setzte meine Eltern ins Wohnzimmer und erzählte ihnen die Situation. Sie konnten es kaum glauben und wollten gerade schreien, als meine Schwester hereinkam und laut verkündete, dass sie ihr Studium abbrechen werde. Meine Eltern vergaßen mich in diesem Moment und stürzten sich auf sie. Am Abend erzählte mir meine Schwester, dass sie eigentlich noch ein paar Monate warten wollte, um es unseren Eltern zu sagen, aber so war es besser, dass es hinter ihr ist. Ihre selbstlose Ablenkung war so gut, dass meine Mutter sogar vergaß, mich wegen der Nachprüfung zu bestrafen.

Das Kompliment
Ein Mädchen ging an mir vorbei und sagte, meine Beine seien schön muskulös.
Die Einsamkeit
In der Schule aß ich allein an einem großen Tisch. Alle anderen Tische waren voll mit quatschenden Schülern, und ich fühlte mich nie einsamer. Ein Mädchen bemerkte das, verließ ihre Freunde und setzte sich zu mir, um zu reden. Sie wollte nichts von mir, sie wollte nur nicht, dass ich allein esse.
Das Sandwich
Ich hatte eine dringende Arbeit und keine Zeit, zum Mittagessen zu gehen. Zu meiner großen Überraschung brachte mir eine Kollegin – die im Büro alle nicht mochten, weil sie streng und mürrisch war – ein Sandwich vorbei. Überrascht bedankte ich mich, und sie klopfte mir auf die Schulter und sagte: „Verhungere hier bloß nicht!“ Aus irgendeinem Grund taten mir ihre Worte genauso gut wie das Sandwich. Genau dieser kleine positive Impuls half mir, meine Arbeit fertigzustellen.
Der Mini Morris
Das erste Date lief gut. Nichts Außergewöhnliches – keine Funken sprühten – aber ich freute mich, als das Mädchen einem weiteren Treffen zustimmte. Als sie mir beim Spaziergang ein kleines Päckchen in die Hand drückte, war ich überrascht. Sie sagte nur, es sei eine „Überraschung“ und es war ein kleiner Mini Morris Matchbox. Beim ersten Date war gerade so ein Auto an uns vorbeigefahren, und ich hatte erwähnt, dass es eines meiner Lieblingsautos ist, weil das Design so ikonisch und süß ist. Es tat so gut, dass sie sich daran erinnerte und mir ein Geschenk brachte, dass ich mich sofort in sie verliebte. Seitdem sind wir zusammen, mittlerweile seit vier Jahren.











