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„Die Frau, die schlief, es aber nicht wusste“ – So funktioniert das rätselhafte paradoxe Insomnie-Phänomen

Deborah Keller3 Min. Lesezeit
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„Die Frau, die schlief, es aber nicht wusste“ – So funktioniert das rätselhafte paradoxe Insomnie-Phänomen — Gesundheit
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Bist du schon mal morgens aufgewacht und hattest das Gefühl, keinen einzigen Moment geschlafen zu haben – obwohl du dir ganz sicher warst, dass das nicht stimmt? Das ist kein Hirngespinst. Immer mehr Studien zeigen, dass es die sogenannte paradoxe Insomnie gibt, bei der Gehirn und Bewusstsein sich nicht einig sind, wann wir wach sind und wann wir schlafen.

Die Frau, die schlief, es aber nicht wusste

2018 beobachtete die Forscherin Hannah Scott den Schlaf einer Frau im Labor. Die Teilnehmerin war an Geräte angeschlossen, die ihre Hirnwellen, Augenbewegungen, Herzschlag und Muskelaktivität maßen. Nach etwa dreißig Minuten zeigte das EEG, dass die Frau bereits schlief – ihre Hirnwellen wurden langsamer und tiefer.

Die Frau schlief eine Weile tief, wachte dann plötzlich auf, um auf die Toilette zu gehen. Zu ihrer Überraschung und Enttäuschung sagte sie, sie habe überhaupt nicht geschlafen. Doch Scott konnte sehen, dass sie stundenlang geruht hatte. Dieses Phänomen nennt man paradoxe Insomnie: Man schläft, fühlt sich aber wach – berichtete The Guardian.

Warum fühlt es sich an, als hättest du nicht geschlafen?

Paradoxe Insomnie betrifft viele Menschen mit Schlafproblemen. Manchmal sagen Betroffene, sie hätten kaum geschlafen, obwohl das Schlaflabor zeigt, dass sie tatsächlich 7–8 Stunden geschlafen haben. Die Frage ist: Wie kann man sich erholt fühlen, wenn man scheinbar genug Schlaf hatte, es aber nicht wahrnimmt?

Menschen mit Insomnie haben oft Schwierigkeiten beim Einschlafen, wachen häufig auf und fühlen sich nicht erholt. Interessanterweise unterscheidet sich ihre Gesamtschlafzeit oft kaum von der gesunder Schläfer: Studien zeigen, dass Insomnie-Betroffene durchschnittlich nur 23 Minuten weniger schlafen als gesunde Menschen.

Das Problem liegt also nicht nur in der Schlafdauer, sondern darin, wie das Gehirn den Schlaf wahrnimmt. Manche nehmen ihren Schlaf einfach nicht wahr – als würde das Gedächtnis die schläfrigen Momente löschen.

Wie erkennst du es bei dir?

Jeder kennt das Gefühl: Man legt sich müde hin, hat aber das Gefühl, keinen Moment geschlafen zu haben.

Bei paradoxer Insomnie glauben Betroffene oft, dass sie auch nach den ersten zwei Stunden nicht geruht haben und fühlen sich während der REM-Phase wach, obwohl gesunde Schläfer ihren Schlaf genau wahrnehmen.

Was passiert im Gehirn in solchen Fällen?

Früher dachte man, Insomnie-Betroffene würden ihren Schlaf falsch wahrnehmen. Moderne Hirnbildgebung zeigt jedoch, dass sie einen „Halbschlaf“-Zustand erleben, der Merkmale von Schlaf und Wachsein zugleich enthält. EEG-Signale zeigen oft nicht die feinen „wach“ Aktivitäten, die das paradoxe Gefühl erklären könnten.

Was kann helfen?

Kognitive Verhaltenstherapie ist wirksam bei der Behandlung von Insomnie, besonders bei paradoxer Insomnie. Wichtig ist, sich nicht zu sehr um die Schlafqualität zu sorgen – Stress verschlimmert das Gefühl nur.

Eine weitere Methode, die paradoxe Absicht, empfiehlt, den Schlaf nicht zu erzwingen, sondern ihn natürlich kommen zu lassen. So erkennt das Bewusstsein endlich an, dass wir geruht haben, auch wenn unser inneres Empfinden etwas anderes sagt.

Unser Schlaf hält mehr Überraschungen bereit, als wir denken

Paradoxe Insomnie erinnert uns daran, dass Schlaf ein geheimnisvoller und komplexer Prozess ist. Wir wissen nicht immer genau, wann wir schlafen und wann wir wach sind. Manchmal ist Erholung unsichtbar, aber real – wir müssen nur lernen, ihr zu vertrauen.

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