Es überrascht wohl kaum jemanden, dass Menschen, die zu Stress und Ängsten neigen, schlechter schlafen. Holländische Forscher haben nun aber gezeigt, dass nicht nur diese Eigenschaften beeinflussen, wie gut wir ruhen, sondern auch andere Persönlichkeitsmerkmale eine Rolle spielen. Wenn du zu einem der folgenden Persönlichkeitstypen gehörst, könnten Schlafprobleme bei dir wahrscheinlicher sein.
Die Forscher des Niederländischen Instituts für Neurowissenschaften haben untersucht, welche gemeinsamen Persönlichkeitsmerkmale bei 2224 Menschen mit chronischem Schlafmangel auftreten. Daraus leiteten sie ab, dass etwa fünf Persönlichkeitstypen besonders häufig mit Schlafproblemen kämpfen.
1. Sehr gestresste Menschen
Es überrascht nicht, dass die erste Kategorie aus sehr gestressten Menschen besteht, die zu Depressionen neigen, vor dem Schlafengehen am aktivsten sind und oft ängstlich sind.
Sie sind am stärksten von Schlaflosigkeit bedroht und werden wahrscheinlich im Laufe ihres Lebens mit Schlafproblemen kämpfen.
2. Menschen, die empfindlich auf äußere Reize reagieren
In die zweite Kategorie fallen Menschen, die ähnlich wie die erste Gruppe zu Stress neigen, aber auch positive Gefühle und eine glücklichere Lebenseinstellung zeigen. Sie sind gefährdet, weil sie vor dem Schlafengehen am aktivsten sind und sehr empfindlich auf äußere Reize reagieren. Diese Menschen leiden an sogenannter psychophysiologischer Insomnie – sie stressen sich wegen der Schlaflosigkeit selbst und können deshalb nicht einschlafen.
3. Unglückliche und pessimistische Menschen
Der dritte Typ ist extrem unglücklich und sensibel, sehr pessimistisch, was ihren Schlafzyklus beeinflusst. Obwohl sie Schwierigkeiten haben, positive Gefühle zuzulassen, sind sie weniger depressionsanfällig als die erste Gruppe.
4. Menschen, die alles überdenken
Der vierte Typ lässt sich am besten so beschreiben, dass sie alles überdenken: Sie stressen nicht so sehr, sondern grübeln über verschiedene Lebensereignisse wie finanzielle oder Beziehungsprobleme.
Sie schlafen nur schlecht, wenn sie etwas beschäftigt, dann fällt es ihnen aber sehr schwer, einzuschlafen.
Interessanterweise zeigen Statistiken, dass sie in der Kindheit eher traumatische Erfahrungen gemacht haben und von negativen Lebensereignissen stärker betroffen sind.
5. Gemischte Typen
Zur fünften Kategorie gehören Menschen, die ähnlich wie die vierte Gruppe zu Stress durch Lebensereignisse neigen, aber viel weniger stark. Sie sind weniger motiviert und nehmen die Dinge eher gelassen, leiden aber trotzdem oft an Schlaflosigkeit – meist in ihren 40ern. In der Jugend haben sie normalerweise keine Probleme mit dem Schlaf.
Diese Ergebnisse überraschen nicht wirklich: Wer gestresster ist, zu Depressionen neigt oder grundsätzlich negativer denkt, schläft meist schlechter und weniger als jemand, der gelassener ist. Wenn du kannst, lohnt es sich, daran zu arbeiten – auch wenn bei ernsten psychischen Erkrankungen positive Gedanken allein nicht reichen, hilft es, wenn du bei einfachem Stress versuchst, dich auf das Positive zu konzentrieren statt auf die Probleme. Dein Gehirn wird dir die Erholung danken!
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